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Ostholstein Ende einer Ära in luftiger Höhe
Lokales Ostholstein Ende einer Ära in luftiger Höhe
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23:55 18.11.2012
30 Meter über dem Meer im Turmzimmer des Leuchtturmes Dahmeshöved: Horst und Käthe Westphal scheiden nach zwölf Jahren aus dem Dienst aus.
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Ostholstein

108 Stufen, die ihnen eine Welt bedeuten. Doch nach zwölf Jahren ist es nun vorbei. Das Ehepaar Horst und Käthe Westphal wird in der Tourismus-Saison 2013 nicht mehr die Gäste hinauf auf den Leuchtturm in Dahmeshöved führen. „Wir sind im nächsten Jahr beide 73 Jahre alt. Der Körper macht nicht mehr so mit. Es ist Zeit, einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen“, sagen die beiden Senioren unisono.

Bürgermeister Heinrich Plön (CDU) und Kurdirektor Ubbo Voss haben daher ihnen zu Ehren ins Restaurant Blöser an der Strandpromenade geladen. Platz nehmen mit Seeblick: „Solch einen Ausblick hatte ich ja noch nie“, sagt Horst Westphal mit einem schelmischen Lächeln im Gesicht. Bevor der erste Gang serviert wird, zückt Voss ein Zettelchen, spricht von einer Ära, die nun vorüber sei. Er lobt den Weitblick, die Standfestigkeit und Treue des Paars, das 2001 in seine erste Leuchtturm-Saison startete. Heute, 400 000 Stufen und knapp 1000 Trauungen im Turmzimmer später, sind die Schlüssel bereits abgegeben.

Doch so ganz können die Westphals sich nicht von „ihrem Turm“ trennen, der dem Lübecker Wasser- und Schifffahrtsamt gehört und erst seit dem Jahr 2000 von der Gemeinde Dahme touristisch genutzt werden darf. Ihre Nachfolger, die noch nicht gefunden sind, wollen sie gern auf ihre neue Aufgabe vorbereiten und ihnen als Helfer in der Not oder aber für Trauungen als „Ersatzbesetzung“ zur Verfügung stehen.

Ihr Abschied auf Raten ist eines der Probleme, die Voss und Plön nun zu lösen haben. Denn Plön betont: „Die Westphals hinterlassen tiefe Spuren. Sie haben sich stets mit ihrer Aufgabe zu 100 Prozent identifiziert, sind nie krankheitsbedingt ausgefallen.“ Die oder der Nachfolger müsste(n) zuverlässig sein, über geografische und geschichtliche Grundkenntnisse verfügen und natürlich auch im Umgang mit den Gästen verbindlich und rhetorisch gewandt auftreten. Natürlich sei der Job auch angemessen bezahlt. Die Besetzung des Turms sei eine wichtige Aufgabe, da dieser eine feste Größe an der Küste sei. Sollten bis zum Saisonbeginn an Ostern keine geeigneten Kandidaten vorstellig geworden sein, müsste eine Notlösung gefunden werden. Plön mit einem Augenzwinkern: „Dann müssen Herr Voss und ich selbst ran. Er unten als Empfangschef und ich oben auf dem Turm.“

Ganz so abwegig ist dieses Szenario nicht, auch wenn es humorig gemeint ist. Denn bevor es das Ehepaar Westphal als Dauergespann gab, führte Plön Besuchergruppen höchstpersönlich nach oben. Doch so weit muss es nicht noch einmal kommen. Da ist sich auch Westphal sicher, der sagt: „Der Leuchtturm ist der schönste Arbeitsplatz der Region. Es gab all die Jahre viele Neider, Menschen, die den Job auch gern gemacht hätten.“ 108 Stufen warten. Eine neue Ära soll beginnen. Die Bewerbungsphase hat bereits begonnen.

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