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Endgültiges Aus für 380-kV-Trassen

Oldenburg Endgültiges Aus für 380-kV-Trassen

Rückschlag für die Energiewende in Ostholstein: Die geplanten Stromtrassen für den durch Windenergie erzeugten Strom wird es nicht geben. Die Windräder bleiben zeitweise abgeschaltet.

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Große Teile des hiesigen Windstroms müssen weiterhin über die 55 Jahre alte 110-Kilovolt-Leitung bei Lensahn transportiert werden.

Quelle: Fotos: Marohn

Oldenburg. Im neuen Netzentwicklungsplan 2013, der den Bedarf bis 2023 beschreibt, spielen die aus der Region geforderten 380-Kilovolt-Höchstspannungsleitungen von Göhl nach Kiel und Lübeck keine Rolle. „Es gibt keine Möglichkeit mehr, dass die Leitungen in den kommenden Jahren noch kommen. Das ist erst einmal Fakt“, sagt Kreisbauamtsleiter Bernd Straßburger. Die Entscheidung sei aus Sicht des Kreises nicht nachvollziehbar und „höchst bedauerlich“, so Straßburger. Die Hoffnung, die Trassen in den im Dezember vorgestellten Entwurf noch hineinverhandeln zu können, sind damit gescheitert.

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„Die Energiewende kann nicht funktionieren, wenn es immer Bedenkenträger gibt.“ Timo Gaarz (CDU), Planungsausschuss

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Mit den neuen Leitungen sollte der in den Windparks entlang der ostholsteinischen Küste produzierte Windstrom über Lübeck und Hamburg nach Süddeutschland geleitet werden. Schon jetzt müssen immer wieder Windkraftanlagen trotz bester Bedingungen vom Netz genommen werden, weil Leitungen und Umspannwerke den Strom nicht mehr transportieren können.

Allein die Umspannwerke der Schleswig-Holstein Netz AG in Heiligenhafen, Lütjenbrode, Göhl, Weissenhaus, Lensahn-Süd und Lensahn-Cismar-West können an mehr als 200 Stunden im Jahr nicht allen Strom aufnehmen. Ein Szenario, an dem sich nach Berechnungen der Schleswig-Holstein Netz- AG auch in den kommenden zehn Jahren nichts ändern werde. Die Folge: Die Windmüller bleiben weiter auf ihrem Strom sitzen.

„Wir haben kein Verständnis dafür, dass die Bundesnetzagentur die klare Faktenlage sowie die Notwendigkeiten für die Region Ostholstein ignoriert und bürokratische Zusatzanforderungen stellt“, sagt Matthias Boxberger vom SH- Netz AG-Vorstand. Man sehe darin eine Verzögerung des dringend notwendigen Netzausbaus und der Energiewende in Schleswig- Holstein.

Ähnlich deutlich äußert sich auch der Vorsitzende des Kreis-Planungsausschusses, Timo Gaarz (CDU): „Wenn es immer nur Bedenkenträger gibt, kann die Energiewende nicht funktionieren.“ Energiewendeminister Robert Habeck verweist auf zahlreiche Gespräche, die sein Ministerium seit Dezember 2012 geführt habe. Alle Beteiligten, auch die gesetzlich für den Netzausbau zuständigen Netzbetreiber, hätten „ein hohes Interesse, eine Lösung zu finden“, heißt es aus Kiel. Allerdings liege bislang noch kein aus Sicht der Bundesnetzagentur hinreichendes Ausbaukonzept vor.

Zumindest eine gute Nachricht gibt es dennoch im Netzentwicklungsplan: Die 220-kV-Trasse von Siems durch den Kreis Segeberg soll in den nächsten Jahren auf 380 Kilovolt ertüchtigt werden. „Das ist für den mittleren Bereich schon einmal äußerst wichtig“, sagt Windmüller-Sprecher Karl Detlef. An dem Bedarf einer neuen Trasse von Siems nach Göhl, die seit zwölf Jahren gefordert werde, ändere das aber nichts.

Netzentwicklungsplan
Im Netzentwicklungsplan 2013 zeigen die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber TenneT, 50Hertz, TransnetBW und Amprion den benötigten Netzausbau in den nächsten zehn bzw. 20 Jahren auf. Der Bericht beschreibt keine konkreten Trassenverläufe von Übertragungsleitungen, sondern er dokumentiert den notwendigen Übertragungsbedarf zwischen Netzknoten.

TenneT ist für die ostholsteinischen 380-kV-Leitungen von Göhl nach Kiel (etwa 60 Kilometer) und Lübeck (etwa 50 Kilometer) verantwortlich.

Holger Marohn

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