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Ostholstein Endlich Internet in Plügge
Lokales Ostholstein Endlich Internet in Plügge
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18:13 26.06.2017
Plügge

Noch mehr Dynamik für den Breitbandausbau, Bereitstellung von mehr Kapazitäten für jedermann – so will es die Politik bundesweit. Doch noch immer gibt es viele weiße Flecken auf der Landkarte. Vor allem in abgelegenen Bereichen stellt sich die Frage: Kommt Glasfaser – und wenn ja – wann? Aufgrund dieser unsicheren Perspektive haben sich das Ehepaar Koesling und Carl Meyer aus Plügge in der Gemeinde Göhl nun selbst geholfen und mit fachlicher Unterstützung für schnelleres Internet per Richtfunk im Dorf gesorgt.

Andreas (l.) und Britta Koesling sowie Carl Meyer haben jetzt durch die Antenne auf dem Turm in Plügge einen besseren Internetzugang. Quelle: Foto: Billhardt

„Wir sind vor einem halben Jahr hergezogen und wussten, dass die Internetverbindungen nicht optimal sind, aber dass sie so schlecht sind, dachten wir nun auch wieder nicht“, erzählt Andreas Koesling.

Er arbeitet in der internationalen Jugendarbeit und ist beruflich abhängig vom Internet. Er bekommt oft viel Material, Bilder und Videos, zugeschickt oder muss es selbst versenden – doch aus Plügge unmöglich. Die Leitung reicht zum Telefonieren, aber nicht zur Internetnutzung“, sagt Koesling. Er suchte Auswege, musste immer wieder nach Oldenburg fahren, um seine E-Mails von dort zu bearbeiten.

„Wir haben mit Kommunikationsanbietern gesprochen“, ergänzt Carl Meyer, „doch niemand konnte für Plügge was anbieten“.

Dann kam der Zufall mit ins Spiel. „Ich traf nach 30 Jahren Nils Boldt wieder, klagte ihm mein Leid und glücklicherweise ist er in der Telekommunikation tätig und wollte mit uns nach einer Lösung suchen“, berichtet Andreas Koesling wie dann der acht Meter hohe Schleswag-Turm im Ort ins Spiel kam. Es wurde ein zehn Meter hoher Mast mit eine Richtfunk-Antenne fachgerecht auf dem Turm installiert. Das Gegenstück dazu steht in Oldenburg. „Die Funkstrecke mit fünf Gigahertz-Technik ist eine von der Bundesnetzagentur recht neue WLan-Frequenz“, erklärt Boldt. Die einzige Schwierigkeit sei nur der Giebelberg gewesen, so Koesling. Der kleine Hügel zwischen Plügge und Göhl wurde aber südlich umschifft, sodass nun Internetgeschwindigkeiten zwischen 100 und 200 MBit/s in Plügge zur Verfügung stehen.

„Paris hat seinen Eifel-, wir unseren Schleswag-Turm als Wahrzeichen“, sagt Andreas Koesling mit großer Freude darüber, endlich wieder das Internet von zu Hause aus nutzen zu können. Auch weitere Nachbarn haben sich bereits angeschlossen oder spielen mit dem Gedanken. Andreas Koesling macht jedenfalls deutlich: „Wir haben nichts gegen Glasfaser. Es darf gerne kommen. Aber ob es dieAnbieter überhaupt bis zu uns bringen, weiß eben noch keiner. Daher ist dies vorerst eine gute Lösung.“

Markus Billhardt

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