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Ostholstein Endlich ein Hotel für Eutin? Anonymus gibt Pläne preis
Lokales Ostholstein Endlich ein Hotel für Eutin? Anonymus gibt Pläne preis
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19:25 25.05.2016
In der Stadt kursieren Entwurfszeichnungen für das Vier-Sterne-Hotelprojekt „See-Hotel-Eutin“. Quelle: mwy-architekten

„Das Kind ist in den Brunnen gefallen“, mit diesen Worten kommentierte Herrmann die Tatsache, dass aktuell in der Stadt die Entwurfszeichnungen für das Vier-Sterne-Hotelprojekt „See-Hotel-Eutin“ kursieren. Auf verschiedenen Wegen waren sie unter anderem Stadtvertretern anonym zugestellt worden. Die Planung stammt von dem Hamburger Büro MWY Yeger Niedziella Architekten + Ingenieure und war auf der Firmen-Internetseite bis vorgestern mit Bildern und Informationen öffentlich platziert.

Für Irritation sorgte dabei in erster Linie, dass als Auftraggeber die Stadt Eutin genannt wurde. „Das ist so nicht richtig. Alexander Herrmann ist mit der Absicht, eine Werbebroschüre für potentielle Investoren erstellen zu wollen, an uns herangetreten. Wir haben dabei als Kooperationspartner fungiert, indem wir Bilder und Zahlen zur Verfügung gestellt haben. Wir haben keinen Auftrag an den Architekten erteilt“, erklärte Stadtsprecherin Kerstin Stein-Schmidt dazu auf LN-Nachfrage.

Mit welcher Motivation Alexander Herrmann in diese Richtung aktiv geworden ist, beantwortet er selbst: „Ich bin ein Unternehmer, der unternehmerisch denkt und Eutin ein schönes Hotel hinstellen will“, sagt er. Dafür habe er eine Broschüre auflegen lassen und in Verbindung damit eine Entwurfsplanung beim genannten Architektenbüro in Auftrag gegeben. Zuvor habe er in einer Vielzahl von Gesprächen, auch mit einigen Politikern, die Akzeptanz für seine Vision ausgelotet.

„Die Resonanz war durchweg positiv“, berichtet Herrmann. Er ist 2013 von Hamburg nach Eutin gezogen und verfügt nach eigener Aussage über eine Vielzahl von Kontakten. Konkret hat er nun vor, für Eutin einen Hotelbau als Projektleiter zu realisieren: „Ich würde es schlüsselfertig in einer Bauzeit von anderthalb Jahren hochziehen und selbst eventuell in das Management miteinsteigen.“ Die dafür notwendigen Investoren sind wohl in Sichtweite – O-Ton Herrmann: „Es gibt Interessenten.“ Und auch zwei potentielle Betreiber seien bereits gefunden.

Warum aber die Verschwiegenheit? „Es gab ja schon Pläne für ein Hotel. Ich wollte erst ein fertiges Paket präsentieren können, auch um im Vorfeld Unkenrufe zu vermeiden. Aber nun gab es offenbar eine undichte Stelle“, so Herrmann dazu. Zu denjenigen, die nun aus Herrmanns Sicht vor der Zeit informiert worden sind, gehört Stadtvertreter Malte Tech (FWE): „Der Entwurf ist gelungen, aber der Standort ist falsch“, lautet sein Urteil. Eine Kritik, die angesichts der Adresse Bleekergang nur wenig verwundert, ist Tech doch Mitinitiator des im Februar 2015 erfolgreichen Bürgerentscheides gegen den Abriss des dort befindlichen „Haus des Gastes“ gewesen.

An dieser Lage macht indes Frank Behrens, Standortberater Hotelprojekte der Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH (WT.SH), die Erfolgsaussichten für einen Hotelbetrieb fest: „Mit der Aufwertung des gesamten Bereiches an der Stadtbucht durch die nachhaltigen gestalterischen Maßnahmen ist das ein 1-A- Standort“, so Behrens, der beratend in das Verfahren involviert ist: „Wir unterstützen und begleiten das gern“, sagte er im Gespräch mit den LN. Und weiter: „Jetzt stimmt der Rahmen, das wird ein Selbstgänger.“

Malte Tech allerdings hegt Überlegungen, ein zweites Bürgerbegehren für den Erhalt des „Haus des Gastes“ in Gang zu setzen, um vorbereitet zu sein, wenn der zweijährige Bestandsschutz im Frühjahr 2017 ausläuft: „Ich habe Angst, dass uns die Stadt nach dieser Zeit überrollt!“ Es bleibt also spannend. 

Von Astrid Jabs

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