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Endlich kommt der Schrott weg — baut nun bald die Stadt?

Eutin Endlich kommt der Schrott weg — baut nun bald die Stadt?

Am Montag kommt der Bagger, um am Lindenbruchredder zwei zerfallene Häuser abzureißen. Dafür, dass schnell mobiler Ersatz geschaffen werden kann, hat die Verwaltung Preise für Containeranlagen abgefragt und einen Bauantrag gestellt - doch die Verwaltung ist auch in andere Richtung aktiv.

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Das Haus links ist eines der beiden, die am Montag abgerissen werden. Rechts hinten steht der neue Duschcontainer.

Quelle: Astrid Jabs

Eutin. „So sind wir handlungsfähig, wenn eine große Zahl von Flüchtlingen untergebracht werden muss“, erläuterte Simone Handschuck, Leiterin des Fachdienstes für Zentrale Immobilienwirtschaft, die den Bauausschuss über diese Maßnahmen informierte.

Doch die Verwaltung ist auch in andere Richtung aktiv: „Wir überlegen als Stadt, ob wir einen Neubau errichten“, so Handschuck. Die teilweise denkmalgeschützten stadteigenen Immobilien seien teuer im Unterhalt, außerdem gebe es immer Anfragen im Bereich des sozialen Wohnungsbaus und damit sei eine Nachnutzung gegeben. Auf LN-Nachfrage verdichtete Simone Handschuck die Hintergründe:

Derzeit gibt es sieben bis acht städtische Adressen, an denen sozial benachteiligte Menschen unterkommen können. Wie konkret ein städtischer Neubau aussehen würde, hänge letztlich vom Grundstück ab:

„Wenn wir einen erheblichen Zustrom haben, wären vier bis fünf Wohnungen in mittelgroßen Einheiten möglich, auf jeden Fall kein Block.“ Es gebe zudem viele Familien, die sich ein gut funktionierendes Haus wünschen: „Da wäre es schön, wenn man energetisch sanierte Häuser anbieten könnte.“ Häufig seien nämlich für wenig finanzkräftige Menschen trotz geringer Miete, die oft vom Amt übernommen werde, die Nebenkosten das Problem, so Handschuck.

Wie eine Entspannung des Wohnungsmarktes auch erreicht werden kann, hatte auf der Ausschusssitzung Bauamtsleiter Bernd Rubelt dargelegt: Denkbar sei die Errichtung marktgängiger Immobilien wie Einfamilien- oder Doppelhäuser durch die Stadt, so dass in der Folge Kapazitäten frei würden: „Wir nehmen damit Druck vom Markt.“ Grundsätzlich berge der Bau von eigenem Wohnraum Flexibilisierungsmöglichkeit, so Rubelt mit Blick darauf, dass man weder Zahl noch Gruppenzusammensetzung künftig anreisender Asylsuchender kenne. Laut Stadtentwicklungsbericht sei die Bevölkerungszahl Eutins stagnierend bis leicht ansteigend, so dass Immobilien gegebenenfalls auf den Markt zurückgeführt werden könnten. Man befinde sich in den Vorüberlegungen und suche nach geeigneten Standorten.

Daran, dass Handlungsbedarf besteht, gibt es bei den Verantwortlichen keine Zweifel. Es gibt zu wenig bezahlbaren Wohnraum und die Flüchtlingszahlen wirken sich aus. Auch wenn sich die Auslastung der rund 30 von der Stadt Eutin für Asylsuchende angemieteten Wohnungen aktuell zwischen 70 und 80 Prozent bewegt. Aller Voraussicht nach ist der zahlenmäßige Rückgang der Flüchtlingszuweisung nur eine vorübergehende Entwicklung, die nach neuen Informationen des Kreises an die Stadt bis April andauern werde, wie Julia Lunau, Fachdienstleiterin Bürgerservice, mitteilte.

Anschließend werde mit einem Anstieg gerechnet. Momentan sind 218 Asylsuchende in Eutin untergebracht, 50 von ihnen im Lindenbruchredder. Ab April soll das Katasteramt zur Verfügung stehen, so dass der Wegfall des Wiesenhofes in Fissau im Sommer kompensiert werden kann. Im „Redderkrug“, den die Stadt für fünf Jahre angemietet hat, wohnen fünf Menschen. „Eine genaue Prognose, wie sich die Zahlen entwickeln werden, kann niemand geben“, so Lunau. Mit der Umsetzung der geplanten Maßnahmen dürfte die Stadt aber nachhaltig vorbereitet sein.

Astrid Jabs

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