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Ostholstein Entspannt und ruhig: Jazz-Camper schlagen ihre Zelte auf
Lokales Ostholstein Entspannt und ruhig: Jazz-Camper schlagen ihre Zelte auf
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20:22 28.06.2013

Keine schief aufgebauten Zelte, keine Müllberge, keine matschigen Wege und keine „Alkoholleichen“ vom Vorabend sind zu sehen. Nichts erinnert an die Zeltstädte der großen Rockfestivals wie Wacken oder Roskilde. Im Gegenteil: Auf dem Festivalgelände der Jazz Baltica am Hafen von Niendorf geht es gesittet zu. „Wacken oder andere Großfestivals wären mir viel zu unübersichtlich, zu groß und es wären mir zu viele Menschen auf einem Haufen“, sagt Uwe Till aus Hamburg, der mit seiner Frau in dem kleinen Waldstück am Niendorfer Hafen bis Sonntag zeltet. Schon am Donnerstag sind die ersten Jazz-Camper angekommen, die sich auch bei regnerischem Wetter und kühlen Temperaturen nicht den Spaß am Jazz verderben lassen wollen.

Doris Kramer sitzt dick eingepackt vor ihrem Zelt und schaut sich das Festivalprogramm an. Sie ist ein echter Jazz-Baltica-Fan. Schon 1987, als die Jazz Baltica noch in Kiel stattfand, war die 55-Jährige dabei. Seitdem hat Kramer es fast jedes Jahr zum Festival geschafft, wenn es sein muss auch alleine. „Mein Süßer mag kein Jazz. Das macht mir aber nichts“, sagt Kramer. Und wenn sie zum Festival kommt, dann nur im Zelt, in einer Pension oder gar im Hotel zu wohnen, kommt für Kramer nicht in Frage: „Ich mag Camping. Außerdem achte ich darauf, dass ich mich soweit wie möglich von Bioprodukten ernähre. Da kann ich mich in einem Hotel nicht drauf verlassen“, so die Grafikerin der Kieler Universität. In Niendorf ist sie allerdings das erste Mal und hat sich nach der ersten Nacht im Zelt einen Eindruck über den neuen Standort machen können: „Es ist ein liebevolles Campinggelände und an der Strandpromenade kann man herrlich spazieren gehen“, sagt die Kielerin. Aber im Vergleich zu Salzau, wo die Jazz-Baltica seit 1991 stattfand, ist das Campinggelände für Doris Kramer ein wenig zu zentral gelegen: „Salzau war schon etwas Besonderes. Die Ruhe, das Vogelgezwitscher und Jazz — mehr war nicht und mehr brauchte man nicht. Hier ist man in einem Wohngebiet, Autos fahren und viele Touristen kommen vorbei“, so Kramer.

Fiona und Uwe Till aus Hamburg sind erst seit etwa vier Jahren Jazz-Fans, nachdem ein Freund ihnen von der Jazz Baltica vorgeschwärmt hat. Nach der ersten Nacht auf dem Campinggelände frühstücken sie vor ihrem Zelt und warten auf ihre Freunde, die am Nachmittag ankommen sollen. „Wir haben schon mal besser geschlafen“, sagt der 52-Jährige trotz Schaumstoffmatratzen, die die beiden mitgebracht haben. Fiona Till streicht sich ein bisschen Marmelade auf ihr Brötchen, während ihr Mann die Eier vom Gaskocher nimmt, bevor sie hart werden. Das Ehepaar hat Tickets für zwei Konzerte an diesem Wochenende, mehr könne man auch kaum verarbeiten: „Irgendwann ist man satt und kann neue Eindrücke nicht mehr aufnehmen“, sagt Fiona Till.

Um die Sicherheit auf dem Campinggelände kümmert sich Uwe Pries. Dafür hängt er für die bisher acht Zelte gleich zwei Feuerlöscher an die Bäume. „Im letzten Jahr waren es um die 80 Camper, die hier ihre Zelte aufgeschlagen haben“, so der 44-Jährige. Er arbeitet schon einige Jahre auf dem Jazz-Baltica-Festival, war auch schon dabei, als die Jazz Baltica noch in Salzau war. „Hier in Niendorf ist die Umgebung ein wenig urbaner, die Romantik fehlt ein bisschen. Das tat der Stimmung im letzten Jahr aber keinen Abbruch“, so Pries. Einige „Stammgäste“ kennt Pries aus den vergangenen Jahren, sie haben sich auch diesmal wieder angekündigt. Der Umgang mit den Besuchern sei sehr entspannt: „Der typische Jazz-Camper ist üblicherweise wesentlich gesitteter als Besucher von Pop- oder Rockfestivals“, so Pries.

Hannes Lintschnig

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