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Ostholstein Er verwandelt Musik in Farben und Formen
Lokales Ostholstein Er verwandelt Musik in Farben und Formen
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20:22 22.01.2016
Schon beim Hängen der Bilder hatten Helmut Kaun (l. ) und Hans-Peter Klausberger viel Spaß. „Geistliches Lied, 4-stimmig“ heißt das großformatige Werk, das Gäste und Kunden im Erdgeschoss empfängt. Quelle: Fotos: Benthien

Als „sehr bunt und vielseitig“ sieht Helmut Kaun selbst seine Kunst. Anlässlich einer kleinen Retrospektive mit Bildern aus den letzten 40 Jahren können sich Gäste des Kultur-Cafés Klausberger davon überzeugen: Dort stellt der Eutiner ab Donnerstag unter dem Titel „Musik. Tanz. Rhythmus“ aus.

Schon 2010 war Helmut Kaun im Kultur-Café mit seiner Werkschau „farbformen“ vertreten. Seine damalige konsequente Haltung, seinen Bildern keinen Namen zu geben („Worte und Begriffe entzaubern die Anmutung. Titel bedrängen den Betrachter.“), hat er aufgegeben. Hinter Titeln wie „Tanzender Elefant“ oder „Swinging Castle Eutin“ kann sich jeder sogleich etwas vorstellen: Kaun lässt einen rosafarbenen Dickhäuter und das ehrwürdige Schloss sich freudig hin und herwiegen. Diese Bilder gehören in die Kategorie „Tanz“, in der sich auch Pferde, Wale, Vögel, Faune und Nymphen tummeln.

„Musikbilder“ nennt Kaun diejenigen, die einerseits eine andere Form der Notation, andererseits eine Art Mandala darstellen. Dazu zitiert er gern aus Hermann Hesses „Glasperlenspiel“: „Beim Meditieren verwandeln sich die Töne, der Gang der Noten in eine mathematische Figur, in ein rythmisches Element.“ Er liebe Musik, könne aber leider kein Instrument spielen, bedauert er. „Aber ich kann Farbe und Form.“ Und so habe er sich der Musik mathematisch genähert, Noten in Farben und Form verwandelt. Sein erstes Bild dieser Art beschreibt „Die Stimmung einer Winternacht“, dazu inspirierte ihn Musik des finnischen Komponisten Jean Sibelius. Ein weiteres Werk dieser Gruppe trägt den Titel „Geistliches Lied, 4 stimmig“, es ist sehr bunt, sehr strukturiert und „knallt“ dem Café- oder Bäckerei-Besucher im Untergeschoss entgegen. Eine andere Kategorie bilden die „Musikantenbilder“: Faune, Pane, Teufelsgeiger, chinesische Terrakotta-Figuren wuseln und wirbeln mit ihren Instrumenten durch die Bilder.

Helmut Kaun, Jahrgang 1940, geboren in Möltenort bei Heikendorf, aufgewachsen in Malente, seit Jahrzehnten wohnhaft in Eutin, hat so sagt er, immer gemalt. Er lernte Schriftsetzer, war in der Druckindustrie und im grafischen Gewerbe tätig. Seit 2003 im Ruhestand, hat er viel Zeit, sich seinen Kartonschablonen-Drucken und Farblinolschnitten zu widmen. ben

Die Vernissage beginnt am Donnerstag, 28. Januar, um 19.30 Uhr im Kultur-Café. Musik macht Ludger Iske. Die Ausstellung läuft bis zum 19. März.

LN

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