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Ostholstein Erfolgsmodell Bildungsurlaub
Lokales Ostholstein Erfolgsmodell Bildungsurlaub
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21:16 12.02.2016

Über mangelndes Interesse an ihren Seminarangeboten können sich die Leiter der Gustav-Heinemann-Bildungsstätte in Malente nicht beklagen. Für das im Dezember angebotene Seminar „Zwischen Salafismus und Integration — Der Islam in Deutschland“ gab es beinahe sofort nach Erscheinen des Programms keine Plätze mehr. Auch sonst sind bereits die Hälfte der Seminare für dieses Jahr ausgebucht. Gestern stellten Studienleiter Dr. Hauke Petersen und Verwaltungsleiterin Claudia Burgdorf ein Programm vor, für das sie gar nicht mehr werben müssen.

Seit 1986 organisiert die Bildungsstätte Seminare nicht nur, aber überwiegend zur politischen Bildung für den klassischen Bildungsurlaub, aber auch für andere Interessierte. „Wir bieten das an, von dem wir meinen, dass es aktuell sein und unsere Gäste ansprechen könnte“, sagt Petersen. So gibt es dieses Jahr Seminare zur Pegida, zu Politikverdrossenheit und Bürgerbeteiligung, auch auch zu Rhetorik, Gruppenmoderation und ein interkulturelles Training, das besonders für ehrenamtliche Flüchtlingshelfer interessant sei. Ergänzt wird das Programm durch kulturelle Themen und Kurse der ästhetisch-kulturellen Bildung wie Schreib- oder Malwerkstätten und Fotografie.

Dabei punktet das Haus nicht nur mit seinen Inhalten, sondern auch mit seiner besonderen Lage am Kellersee. „Das ist unser großes Kapital“, sagt Petersen. Dabei blicken manche Gäste weit über den Uferrand hinaus. So sind die Fahrradexkursionen besonders beliebt.

Jedes neue Jahres-Programm geht an mehrere tausend Adressaten, darunter auch Betriebsräte großer Firmen wie VW, die es wiederum an ihre am Bildungsurlaub interessierten Mitarbeiter weitergeben. Hinzu kommen Newsletter und Homepage (www.heinemann-bildungsstaette.de) als Verbreitungswege. Und so kommen die Teilnehmer aus ganz Deutschland. Aber auch in der Region hat die Gustav-Heinemann-Bildungsstätte ihre Fans. Erst recht, seitdem das Haus 20 Prozent Heimschläferrabatt für diejenigen bietet, die dort nicht übernachten.

Auch sonst sind die Preise für fünftägige Seminare einschließlich Übernachtung und Verpflegung mit durchschnittlich 149 bis 199 Euro günstig. Das ist nur möglich, weil das Kieler Kultusministerium und die Bundeszentrale für politische Bildung die Angebote unterstützen. Die Kosten tragen die Teilnehmer selbst, der Betrieb gibt den Bildungsurlaub.

In der Gustav-Heinemann-Bildungsstätte nennen sie die Seminarteilnehmer Gäste. Das hat Folgen. Waren die bisher in Sachen Kurabgabe gar nicht bei der Gemeinde präsent, ändert sich das mit der neuen Kurabgabesatzung, die am 1. März in Kraft tritt. Petersen geht zwar davon aus, dass die Mehrzahl der Gäste aus beruflichen Gründen in der Bildungsstätte und deshalb befreit ist, dass aber doch einzelne Gäste abgabepflichtig sind. „Wir wissen noch nicht, ob die Gemeinde diese Auslegung akzeptiert“, sagt Burgdorf. So oder so, alle Gäste müssten zunächst gemeldet werden. „Das ist ein immenser Mehraufwand.“ Grundsätzlich habe sie jedoch nichts gegen die Kurabgabe. „Ich finde sie richtig, jeder will es doch schön haben.“

Ein Rekordjahr

1500 Gäste besuchten im Jahr 2015 Seminare der Gustav-Heinemann-Bildungsstätte. Dazu kamen noch einmal 1200 Teilnehmer an Veranstaltungen von anderen Trägern im Haus.

15 000 Adressaten erhalten jährlich das Programmheft.

81 eigene Seminare bot die Bildungsstätte im vergangenen Jahr an.

61 Betten in 45 Zimmern bieten den Seminarteilnehmer Unterkunft.

20 Prozent Heimschläferrabatt bekommen Teilnehmer, die nicht im Haus übernachten.

Susanne Peyronnet
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