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Ostholstein Erinnerungen aus dem Leben von Senta Berger
Lokales Ostholstein Erinnerungen aus dem Leben von Senta Berger
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21:10 24.06.2013
Viele der begeisterten Zuhörer wollten eine Unterschrift und bekamen sie im Anschluss an die Lesung. Quelle: Fotos: Jabs
Eutin

Ihr Name hat eine große Anziehungskraft. Und dass Senta Berger ein Star ist, kam an diesem Abend nicht nur denen zugute, die zu ihrer Lesung in den Rittersaal des Eutiner Schlosses gekommen waren, sondern auch der Syrien-Hilfe des Friedenskreises (siehe Infotext). „Ich hab ja gewusst, dass ich fliegen kann“ heißt Sentas Bergers Buch, und die 155 Karten für einen Platz im Publikum waren schnell ausverkauft. Erwartungsvolle Spannung lag über den voll besetzten Reihen, und Senta Berger enttäuschte die Zuhörerschaft nicht.

Nach einer kurzen Begrüßung durch Dr. Peter Bethke vom Friedenskreis, einem Studienfreund von Bergers Ehemann Michael Verhoeven, der die Künstlerin mit „Frau Berger“ ansprach und dem prompt ein erstauntes „Seit wann sind wir per Sie?“ entgegengehalten wurde, ließ Senta Berger die eigene Kindheit im Erzählen und Vorlesen lebendig werden. Die Schilderungen von Orten und Menschen wurde dabei stets von der Melancholie des Vergangenen begleitet.

Senta Berger verließ ihr Elternhaus als 22-Jährige in Richtung Amerika. An diesem Punkt setzte sie mit der Lesung ein und nahm ihr Publikum mit in den Teil des Wiener Bezirks Hietzing, der in ihrer Kindheit und Jugend noch dörflich geprägt war: Lainz. Mutter und Vater sind die zentralen Figuren ihrer Erinnerung. Deren Kennenlernen, die große Liebe über alle Widerstände hinweg, das Glück über die Geburt des Kindes nehmen viel Raum ein und man spürte, dass Senta Berger sich die familiäre Nähe bewahrt hat. So wie das silberne Kettchen mit der Zahl 13 als Anhänger, dass ihr abergläubischer Vater, „der sich nie im Theater auf einen Stuhl mit der Nummer 13 setzen würde“, seiner einzigen, ausgerechnet an einem 13. Mai geborenen Tochter, an ihrem ersten Tag mit ins Krankenhaus gebracht hat. Später gibt er seine Liebe zur Musik an sie weiter und bleibt natürlich nicht ihr einziger Förderer. Tanzend wartet die sechsjährige Senta mit ihrer Mutter an der Bushaltestelle und wird dort von ihrer künftigen Ballettlehrerin Eugenia Nikolaiewa entdeckt.

Der Weg vom Tanzunterricht zum international erfolgreichen Star ist spannend, auch wenn man weiß, wohin er bis jetzt geführt hat. Das liegt an einem Vortrag, der durch eine straffe Dramaturgie und geschickte Schnitte überzeugte und an den vielen O-Tönen, gesprochen in schmeichelndem Wienerisch oder auch mit einem russischen Akzent. An einigen Stellen wechselte die Stimmung fast unvermittelt vom Komischen ins tief Berührende und umgekehrt, etwa als sich die 18-jährige Senta Berger nach einer Feier, vom Star Richard Widmark heftig bedrängt, vorstellt, was geschehen würde, wenn sie ihm nachgäbe und er in der Wohnung am nächsten Morgen ihrer Mutter begegnen würde: „Jessas, der Herr Widmark! Wolln‘s ein Kaffee?“ aj

Der gute Zweck
Die Einnahmen der Lesung stellt der Friedenskreis Eutin e. V. Hilfsprojekten in Syrien zur Verfügung.

1740 Euro sind seit Januar bereits durch Spenden der Bürger und des Rotary-Clubs gesammelt worden.

Über die Grünhelme e.V., deren Vorsitzender Dr. Rupert Neudeck ist, konnte auch ein Autoklav zur Sterilisierung von medizinischen Instrumenten in eine Untergrundklinik in der Provinz Aleppo gebracht werden.

Neudeck bedankte sich kürzlich sogar persönlich für die Eutiner Unterstützung in einer E-Mail an Peter Bethke.

LN

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