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Ostholstein Ernte: Landwirte brauchen dringend trockenes Wetter
Lokales Ostholstein Ernte: Landwirte brauchen dringend trockenes Wetter
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10:36 10.07.2016
"Bei den Gerstepreisen hatten wir uns schon etwas mehr erhofft.“ Klaus-Dieter Blanck, Vorsitzender KBV

Die unterschiedlichen Einschätzungen sind unter anderem in den punktuell sehr unterschiedlichen Regenmengen begründet. „An einigen Orten waren es 30 Millimeter, an anderen wiederum mehr als das Doppelte, was an Regen auf den Feldern gelandet ist“, sagt Holger Schädlich, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Ostholstein-Lübeck. Insgesamt sähen die Getreidebestände gut aus, „wir haben sie aber noch nicht im Sack“.

Beim Raps geht Schädlich von einer etwas schwächeren Ernte als im Vorjahr aus. Aber auch hier sei nichts gewiss. Schädlich: „Der Raps ist eine ,Blenderpflanze‘. Wie hoch der Ertrag hier wirklich ist, kann man erst nach der Ernte sagen.“ Bei der Gerste mache ihm Sorgen, dass sich das Getreide aufgrund des Sturmes in den vergangenen Tagen an einigen Stellen bereits gelegt habe. „Wir brauchen jetzt einige Tage Sonne, Wind und höhere Temperaturen – dann können wir noch auf eine gute Ernte hoffen“, so der Geschäftsführer.

Etwas optimistischer sieht es der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes, Klaus-Dieter Blanck: „In der Nordhälfte des Kreises war der Juni viel zu trocken. Die Bestände sind dort wesentlich früher abgereift als in anderen Landesteilen. Von daher haben die Böden das Wasser der vergangenen Wochen ganz gut aufnehmen können.“ Probleme wie im Kreis Stormarn, wo Landwirte mit ihren Maschinen zum Teil kaum auf die Äcker kommen, gebe es in Ostholstein jedoch nicht. Wenn das Wetter mitspiele, könne die Gerstenernte bereits in der nächsten Woche beginnen.

Während die Getreidebestände auch aus seiner Sicht „noch ganz gut“ aussehen, macht dem Vorsitzenden eher der Preis für die Gerste sorgen, der gegenwärtig zwischen 120 und 130 Euro pro Tonne liegt.

Blanck: „Ein bisschen mehr hatten wir uns da schon erhofft.“ Noch im Juni habe es Anzeichen für eine deutliche Preiserhöhung gegeben, die jedoch gänzlich in sich zusammengefallen sei.

Aus Sicht des Landwirtes Kai-Dieter Kölle aus Rosenhof geht es jetzt bei der Ernte Spitz auf Knopf. Die derzeitige Lage beurteilt er als „dramatisch“. Der Sturm der vergangenen Tage habe die Gerste vielerorts geknickt. „Kriegen wir jetzt noch mehr Regen oder Sturm, wird das Getreide ganz auf den Boden gedrückt und kann vom Mähdrescher nicht mehr erfasst werden.“ Montag bis Mittwoch kommender Woche sind für ihn die „Tage der Tage“ um die Gerste einzufahren. Doch ein Blick auf seine Wetterapp dämpft den Optimismus des Rosenhofer Bauern: „Es ist Regen angesagt.“

 Thomas Klatt

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