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Ostholstein Erntezeit im Küchengarten
Lokales Ostholstein Erntezeit im Küchengarten
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21:12 04.08.2017
Der Rote Sonnenhut ist im Heil- und Giftpflanzengarten prächtig gediehen. Beatrice Schulz will ihn trocknen und später Tee daraus kochen. Quelle: Fotos: Benthien

Blumen, Kräuter, Obst und Gemüse, verschiedene Kartoffelsorten, rote sowie gelbe Bete wurden am Freitag in Eutin aus der Erde geholt, roter und gelber Mangold geschnitten. Gegen eine kleine Spende durften Besucher Gemüse mit nach Hause nehmen, wovon gerne Gebrauch gemacht wurde.

Ehrenamtler zeigen ihre Parzellen – Naturfreunde können in Eutin im Grünen schwelgen.

Unter dem Motto „Der Küchengarten stellt sich vor“ hatten gestern Ehrenamtler, die vier Parzellen des historischen Gartens bewirtschaften, eingeladen: der Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt (VEN), die Gartenfreunde, der Hildegard-von-Bingen-Kreis und die Arbeitsgruppe Heil- und Giftpflanzengarten (HGG). Mit den Besuchern ins Gespräch kommen und ihre Gärten vorstellen, war das Anliegen der Freiwilligen. „Wir möchten, dass das hier erhalten bleibt und die Menschen wahrnehmen: Es gibt nicht nur eine Sorte Bohnen, sondern viele“, sagte Grete Abratis (77) über ihre Beweggründe, sich im Küchengarten zu engagieren. Drei bis vier Stunden Zeit verbringt sie pro Woche auf der Fläche des VEN. Insgesamt sind auf den vier Parzellen 50 Freiwillige aktiv, darunter auch drei syrische Flüchtlingsfamilien. „Wir freuen uns aber über jeden weiteren Mitstreiter“, sagt Stephanie Bolz, die im Auftrag der Stiftung Schloss Eutin Koordinatorin im Küchengarten ist. Zu erreichen ist sie unter der Mobilnummer 0152/ 02642635 oder per E-Mail an

stephanie.bolz @schloss-eutin.de.

Dirk Beusen (54) jätete gestern Unkraut auf dem Kleingärtner-Gelände. Er kommt aus Raisdorf, war schon während der Landesgartenschau aktiv und findet, „dass das, was da entstanden ist, auch bestehen bleiben muss“. Seine Tätigkeit sieht er darüber hinaus als „gute Werbung für das Kleingartenwesen“.

Beatrice Schulz hat sich schon als junges Mädchen für alternative Heilmethoden interessiert und über „Omas Hausmittel wie Zwiebelsud gegen Husten und Fieber“ Zugang dazu gefunden, sagte die 51-Jährige. Sorgfältig schnitt sie den Roten Sonnenhut: „Er wird getrocknet und als Tee aufgebrüht. Das stärkt das Immunsystem.“ Sowohl Blätter als auch Blüten und Wurzeln lassen sich verwenden.

Die Floristin Brigitte Jungherr (59) war aus Lübeck gekommen, um sich im Küchengarten umzuschauen. „Einmal Blumen, immer Blumen“, sagte sie lächelnd. Ihr Interesse gelte aber auch Kräutern: „Ich ziehe zu Hause verschiedene Minzen für Tee.“

Aus Sonsbeck bei Xanten am Niederhein stammen Jutta und Hans-Gerd Baltes (55 und 59), die gerade in Malente urlauben. „Wir sind gern in der Natur und hatten gehofft, im Küchengarten noch Reste der Landesgartenschau zu finden“, berichteten sie. Was geklappt hat. „Dass das hier alles kostenlos besichtigt werden kann und der Garten von Ehrenamtlern betreut wird, ist einfach toll. Da steckt viel Liebe und Arbeit drin.“

ben

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