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Ostholstein Erster Einsatz für Winterdienst-Fahrzeuge
Lokales Ostholstein Erster Einsatz für Winterdienst-Fahrzeuge
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22:06 07.01.2016
Die Winterdienst-Fahrzeuge kamen in der vergangenen Nacht erstmalig zum Einsatz. In einigen Kommunen wurde am Abend prophylaktisch gestreut.

Die Räumdienste der Bauhöfe von Fehmarn bis Neustadt hatten gestern Abend den Wetterbericht fest besonders im Blick. Schnee und Blitzeis wurden für die vergangene Nacht prognostiziert. Die Städte und Kommunen im Nordkreis hatten sich jedoch gut auf diesen Moment vorbereitet.

„So eine Lage ist im Vorfeld ziemlich schwierig einzuschätzen“, sagte Oldenburgs Bauamtsleiter Dirk Sahmkow noch gestern Nachmittag mit einem Stirnrunzeln. Lang anhaltender Schneefall, danach vermutlich Blitzeis — man wisse nicht, wie sich das Wasser im Schnee verhalte. Sahmkow: „Es kann dazu führen, dass der Schnee taut, es kann aber auch Eiskrusten bilden.“ Er gehe deshalb davon aus, die Straßen bereits am frühen Morgen zu kontrollieren.

In Oldenburg sind die Streutürme mit 60 Tonnen jedoch nur zur Hälfte gefüllt. „Wir haben den Umzug ins Gewerbegebiet am Voßberg im Visier und deshalb erst mal weniger Streusalz eingeplant“, erläutert Burkhard Naß, Leiter der Kommunalen Dienste Oldenburg. Nachbestellungen an Streumitteln seien jedoch kein Problem. Sechs Personen hat der Bauhof in Oldenburg für den Winterdienst abgestellt. Bei entsprechender Wetterlage wird das rund 80 Kilometer lange Straßennetz um 4 Uhr früh kontrolliert. Um 5 Uhr rücken die zwei großen Einsatzfahrzeuge aus. Ein kleineres Räumfahrzeug befreit Geh- und Radwege vom Schnee, ein weiteres soll Gemeindestraßen und Dörfer passierbar halten. Schneit es ausgiebiger oder drohen Schneeverwehungen, können auch Privatunternehmer eingebunden werden.

„Sobald eine feste Schneedecke entsteht, fahren wir los“, kündigte Thomas Rieken, technischer Mitarbeiter im Bauamt Heiligenhafen an. Zwei Unimogs und mehrere Kleinfahrzeuge stehen dafür in Heiligenhafen bereit.

In Neustadt beginnt das Schneeräumen in der Regel um 6 Uhr morgens. Auf die Wetterverhältnisse der vergangenen Nacht musste man jedoch auch dort reagieren. Man habe den Anspruch, bis 7.30 Uhr alle Straßen freizuräumen, so Bauamtsleiterin Antje Weise. Das Stadtgebiet sei in Sektoren aufgeteilt, die — je nach verkehrstechnischer Bedeutung — vor- oder nachrangig geräumt werden.

Auf den Titel des „Schneekönigs“, den sein Vorgänger Otto- Uwe Schmiedt seinerzeit von den Medien verliehen bekommen hatte, ist Fehmarns amtierender Bürgermeister Jörg Weber so ganz uns gar nicht scharf. Da Fehmarn zu den am schnellsten eingeschneiten Regionen im Kreisnorden zählt, sei man auf plötzliche Wintereinbrüche bestens vorbereitet: „Die Streusalzlager sind voll, die Mitarbeiter stehen bereit“, sagt Weber. Bei starkem Schneetreiben mit Schneeverwehungen bringt die Stadt ihre Schneefräse zum Einsatz, deren Zugmaschine von einer Privatfirma gestellt wird. 2009 sei er von einer im Allgemeinen recht schneereichen Gegend in Nordrhein-Westfalen nach Fehmarn gekommen. „Ich habe damals die Schneeschaufel in meiner alten Heimat gelassen — in dem guten Glauben, dass hier wohl nicht soviel Schnee fällt.“ Die beiden schneereichen Winter in 2009 und 2010 belehrten ihn eines Besseren. Weber mit einem Schmunzeln: „Die Nachbarn haben angesichts der Schneemassen dann schon mal überlegt, ob sie mich nicht wieder nach Hause schicken.“

„So eine Lage ist im Vorfeld schwer einzuschätzen.“
Dirk Sahmkow, Bauamt Oldenburg

Thomas Klatt

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