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Ostholstein Originelle Handwerkskunst aus dem Erzgebirge
Lokales Ostholstein Originelle Handwerkskunst aus dem Erzgebirge
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16:46 05.12.2018
27. Erzgebirgsmarkt  in Bad  Schwartau: Mit dabei sind die Erzgebirgs-Fans Petra Busch und Janny Fronk am Stand von Miniaturenhersteller Hartmut Hennig (v.r.).    Quelle: Doreen Dankert
Bad Schwartau

Es ist genau 10.10 Uhr, als Bürgermeister Uwe Brinkmann (parteilos) am Mittwoch in der Krummlandhalle eine kleine Rede zur Eröffnung des Erzgebirgsmarktes hält – des nunmehr 27. Bei Beginn der Rede sind die Pforten zum Markt also erst seit zehn Minuten geöffnet, und da staunt auch Bürgermeister Brinkmann, „dass nach so wenigen Minuten schon so viele Besucher hier sind“. Unter den ersten Besuchern des ersten Tages sind auch Janny Fronk aus der Nähe von Ahrensbök und ihre Freundin Petra Busch aus Bad Segeberg. „Wir sind wahre Erzgebirgs-Fans“, gesteht Janny Fronk, „wir kommen jedes Jahr zu diesem Markt.“ „Und wir fahren jedes Jahr im Sommer ins Erzgebirge“, ergänzt Petra Busch, „zum Shoppen, denn wir sind Sammler.“ Sammler von erzgebirgischer Handwerkskunst. Handgeschnitzte Tannenbäume, Räuchermännchen, Miniaturfiguren, Nussknacker oder Krippenfiguren – „dieser Markt ist einfach ein Gesamtkunstwerk“, stellt Bürgermeister Brinkmann fest, der ebenso wie Bürgervorsteherin Wiebke Zweig (CDU), unter Aufsicht eines Handwerksmeisters selbst Hand anlegen darf bei der Herstellung von weihnachtlichem Holzschmuck.

Fotos vom Eröffnungstag 5. Dezember 2018

Mit dabei am Eröffnungstag ist aber auch Rolf Kirsten, der am Vorabend in Kiel von Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) mit der Ehrennadel des Landes Schleswig-Holstein für sein jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet wurde. Vor allem für seine Verdienste um den Zwergenwald ausgezeichnet, hat Rolf Kirsten auch an der Etablierung des Erzgebirgsmarktes in seiner Heimatstadt großen Anteil. Anerkennung dafür habe es seitens der Stadt schon immer geben, auch für Dietrich Klindwort, der seit vielen Jahren die Kontakte zu den Ausstellern pflegt und sich um die Betreuung vor Ort vor kümmert.

Die Krummlandhalle als Ausstellungsort stellt die Stadt kostenlos zur Verfügung. Dieses Entgegenkommen wird an die Besucher weitergereicht, denn Eintritt wird nicht erhoben. Jeder ist willkommen.

Der Erzgebirgsmarkt in Bad Schwartau gilt als der schönste in ganz Norddeutschland. Immerhin – die Handwerkskunst aus dem Erzgebirge hat einen großartigen Ruf. „Denn in jedem einzelnen Teil steckt ganz viel Herzblut und auch ein Stück Seele des Herstellers“, erklärt Jens-Uwe Werner, der zum ersten Mal dabei ist mit seiner riesigen Kollektion an Räuchermännchen in verschiedenen Figuren vom Weihnachtsmann über Zwerge, Trolle bis hin zum Sachsenkönig August. Die norddeutschen Kunden haben nicht nur den Vorteil, dass ihnen die original Erzgebirgskunst bis zum 10. Dezember quasi direkt vor ihrer Haustür offeriert wird, „sondern das hier ist kein Händler-Markt, es ist ein Hersteller-Markt“, fügt Holz-Miniatur-Produzent Hartmut Hennig hinzu. Deswegen sieht man die Aussteller auch bei der Arbeit. Bis zum 10. Dezember ist dieser Markt täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. „Und weil diese Halle beheizt ist“, sagt der Aussteller-Sprecher Heiko Sperber, der auf Holzspielzeug spezialisiert ist, „ist das für die Kunden hier sehr bequem.“ Zumal außerdem vor Ort auch Getränke und kleine Snacks serviert werden. Von Freitag bis Sonntag wird noch ein Räucherkerzen-Hersteller die Reihe der Aussteller ergänzen. Janny Fronk und Petra Busch haben verraten, dass sie mindestens noch einen zweiten Shopping-Tag im Erzgebirgsmarkt einlegen wollen.

Ehrennadel für Rolf Kirsten

Für sein herausragendes ehrenamtliches Engagementwurde der Bad Schwartauer Rolf Kirsten am Dienstagabend in Kiel von Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) mit der Ehrennadel des Landes Schleswig-Holstein geehrt. Bekannt ist Rolf Kirsten in Bad Schwartau vor allem als „Zwergenvater“, dessen legendärer Zwergenwald noch bis zum Jahresende in der Markttwiete die Besucher verzückt. Kirsten hat seinerzeit aber auch die Erzgebirgskunst nach Bad Schwartau geholt und dafür gesorgt, dass sich in dieser Stadt nach dem Mauerfall der jährliche Erzgebirgsmarkt etablieren konnte. „Die Ehrung ist gut und schön“, sagt Rolf Kirsten, „aber deswegen habe ich das nicht gemacht“, betont der 76-Jährige, „wenn die Kinder ihren Spaß haben im Zwergenwald, dann bedeutet mir das viel mehr.“ Nach der Ehrung habe es ein Glas Sekt gegeben, so Kirsten, „aber keine große Feier“. Weitermachen in seinem Engagement will Rolf Kirsten „auf jeden Fall, auch ohne Ehrennadel“.

Uwe Brinkmann und Wiebke Zweig dürfen ihren selbstproduzierten hölzernen Weihnachtsschmuck als Andenken mit nach Hause nehmen. Nach der Schnitzkunst-Kostprobe hat der auf Spansterne spezialisierte Erzgebirger Udo Rudolph Bürgermeister Brinkmann scherzhaft angeboten, zu ihm in die Lehre zu kommen. „Lehrgeld gibt es aber nicht, Sie müssen Geld mitbringen“, sagt Rudolph augenzwinkernd zum Bürgermeister, der darüber herzhaft lachen kann.

Doreen Dankert

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