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Ostholstein „Europa ist ein Friedensgarant“
Lokales Ostholstein „Europa ist ein Friedensgarant“
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22:20 06.05.2016
Herlich Marie Todsen-Reese begrüßte Dr. Stefan Gehrold in der Schlosskirche. Quelle: aj

Etwa 70 Interessierte, darunter zahlreiche Vertreter aus Politik und Kultur, waren der Einladung der Europa-Union zum 18. Europa-Gespräch gefolgt. Nicht wie sonst im Rittersaal begrüßte die Vorsitzende Herlich Marie Todsen-Reese die Gäste, sondern in der Schlosskirche. Die Geräuschkulisse der LGS-Hauptbühne hätte den Vortrag des Referenten Dr. Stefan Gehrold anderenorts akustisch untergehen lassen.

„Immigration und kein Ende? Die EU in der Ohnmachtsfalle“ war das Thema, das der Leiter des Europabüros Brüssel der Konrad-Adenauer-Stiftung an einem Zitat aufhängte. „Europa hat in der Migrationskrise enorm enttäuscht“, so die Äußerung des Generalsekretärs der Adenauer-Stiftung, Michael Thielen, der sich Gehrold über eine Darstellung der aktuellen Migrationsbewegung und ihrer Hintergründe näherte. Gehrolds Fazit: „Die EU hat nicht enttäuscht — es fehlen ihr die Instrumente.“.

Er verglich die EU mit einem Tischtennisspieler, der ohne Schläger an die Platte gestellt worden sei und dem nun vorgeworfen werde, verloren zu haben. Das Problem: Die europäischen Systeme, auf die man sich geeinigt habe, sollten national gesichert werden. An diesem Punkt machte Gehrold ein wesentliches Manko nicht nur für das Management der Asylkrise fest: „Die EU ist ohnmächtig. Nicht sie, sondern die Mitgliedstaaten bestimmen.“ Statt einer Renationalisierung, wie sie an den Grenzen teilweise praktiziert werde, müssten nationale Kompetenzen an die EU abgegeben werden, erläuterte Gehrold und nannte als ein Beispiel den US-amerikanischen Grenzschutz. In der anschließenden Diskussion ging es dann unter anderem um die Möglichkeiten, die EU über eine Art „Kerneuropa“

handlungsfähig werden zu lassen. „Das ist sicher ein Teil der Lösung“, schloss sich Gehrold, selbst überzeugter Europäer, an.

Johann von Oldenburg brachte neben einem von ihm angenommenen Unterschied der nationalen Mentalitäten weiteres zur Sprache, das aufhorchen ließen: „Da machen ein paar Tausend Randale und unsere Kanzlerin handelt im nationalen Alleingang“, so seine Wahrnehmung der Ereignisse im Sommer 2015, als Angela Merkel auf die drohende humanitäre Katastrophe im Budapester Hauptbahnhof reagiert hatte.

„Der Rechtsfrieden ist nicht mehr da, deshalb wird der Ton härter. Man soll nicht auf die Leute schimpfen, die den Finger in die Wunde legen“, forderte er — und wer bis dahin nicht an die AfD-Politikerin Beatrix von Storch aus dem Haus Oldenburg gedacht hatte, stellte spätestens jetzt die Verbindung her.

Todsen-Reese schloss den offiziellen Teil des Austausches mit einem engagierten Appell: „Dieses Europa ist ein Friedensgarant. Wir müssen Ja sagen zu Europa. Populistische Auswüchse jedweder Richtung können wir nicht brauchen.“ Möglicherweise könne, ausgehend vom Eutiner Schloss, eine weitere europäische Initiative starten.

Von Astrid Jabs

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