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Ostholstein Eiskünstler eröffnet die Lichterstadt 2018
Lokales Ostholstein Eiskünstler eröffnet die Lichterstadt 2018
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20:28 28.11.2018
Weihnachten kann kommen: Der Norweger Terje Isungset eröffnet mit seiner Eistrompete die Lichterstadt. Quelle: Saskia Hassink
Eutin

Das Grollen der Trompete erfüllt die Eisbahn und den gesamten Eutiner Marktplatz. Es ist das Zeichen: Die Lichterstadt Eutin ist nun offiziell eröffnet. Statt wie in den vergangenen Jahren auf den symbolischen Knopf zu drücken, haben sich die Veranstalter in diesem Jahr etwas Besonderes einfallen lassen: Der Musiker Terje Isungset aus Norwegen steht auf der Eislaufbahn in Eutin. Er holt tief Luft und bläst mit aller Kraft in eine Trompete – doch das Instrument besteht nicht aus Blech, sondern aus Eis. Denn Isungset ist Eiskünstler und baut seine Instrumente aus riesigen Eisblöcken.

In den Eisinstrumenten steckt viel Arbeit

Zwei Tage lang sind er und sein Kollege Eric Mutel mit dem Bau der Instrumente beschäftigt: Jede Menge Eisspäne fliegen durch die Luft, während Mutel den Trichter der Trompete schnitzt. Vorsichtig hält er das Eis in den Händen. Der Schweizer arbeitet schon mehrere Jahre mit Isungset zusammen und weiß, wenn er nur einmal zu fest zupackt, kann das Eis zerbrechen. Da passiert es: „Mist!“, ruft Mutel. Der Hals ist ab. Doch er hat Glück: Das Eis ist ganz gerade gebrochen und kann einfach repariert werden. „Ich mache gleich Wasser darauf – das ist wie Kleber.“ Terje Isungset muss auch beim Spielen immer auf das zerbrechliche Eis achten. „Man muss es zärtlicher als ein Baby behandeln“, sagt er.

Insgesamt sieben Instrumente schnitzen die beiden Eiskünstler: Darunter die Trompete, ein Iceophon, eine Trommel und ein Horn. Sie alle bestehen aus drei ein Meter hohen und 50 Zentimeter breiten Eisklötzen. „Ich habe auch Eis aus den norwegischen Bergen mitgebracht – das klingt besser“, sagt Terje Isungset. Denn für den richtigen Klang sei wichtig, dass das Eis auf natürliche Weise gefroren ist. Seit 20 Jahren spielt der Musiker und Komponist auf Eisinstrumenten. „Die Idee hatte ich, als ich ein Konzert in einem gefrorenen Wasserfall gegeben habe“, erzählt er. „Ich wollte Instrumente haben, die Teil des Ortes sind.“

Eismusik: eine logistische Herausforderung

Die Eisblöcke wurden extra aus dem Ruhrgebiet angeliefert, in Lübeck gelagert und schließlich in Kühltransportern nach Eutin gebracht. „Das war eine logistische Herausforderung“, sagt Mark Tietze von der Stiftung Neue Musik-Impulse, die den Eismusiker eingeladen hat. Denn sowohl der Transport der Eisklötze als auch die Sägen, die Isungset für das Schnitzen benötigt, mussten organisiert werden. „Terje Isungset ist ja mit dem Flugzeug angereist. Da ist es schwer eine Kettensäge mitzunehmen“, sagt Tietze lachend.

Doch es hat sich gelohnt. Am Nachmittag sind alle Instrumente fertig. Auch die Trompete ist geklebt und bereit für ihren Einsatz am Abend. „Für mich ist das eine große Ehre, heute hier spielen zu dürfen“, sagt der Norweger.

Lichterstadt 2018

Die Eutiner Innenstadt wird wieder mit bunten Lichtern erleuchtet. In diesem Jahr erstrahlt die Lichterstadt unter dem Motto „Stern“. Kirchturm, Rathaus, Schloss und weitere Gebäude werden zusätzlich mit Sternen illuminiert. Neu in diesem Jahr: Lichtobjekte werden den Weg vom Marktplatz bis zur Stadtbucht schmücken. Täglich ab 16.30 Uhr werden die Installationen eingeschaltet. Die Eisbahn bleibt bis zum 6. Januar geöffnet.

Schließlich ist es so weit: Vor dem gespannten Publikum betritt Isungset die Eislaufbahn auf dem Eutiner Marktplatz. Es wird still. Ganz leise fängt der Musiker an, auf seiner Eistrommel zu spielen. Ein melodischer, weicher Klang schwebt von dem Instrument zum Publikum. Dann betritt auch Sängerin Maria Skranes die Eisfläche. Mit ihrer zarten Stimme ergänzt sie die Klänge des norwegischen Musikers vor der Kulisse des beleuchteten Rathauses.

Saskia Hassink

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