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Ostholstein Eutin: Jahresrückblick 2012
Lokales Ostholstein Eutin: Jahresrückblick 2012
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00:00 29.12.2012
80 Strohballen gehen im September bei Zarnekau in Flammen auf. Quelle: Gunther Lothert
Eutin

Bürger wehren sich gegen Güterverkehr

Bürgerinitiativen, die sich im Umfeld der geplanten festen Fehmarnbeltquerung gebildet haben, haben in diesem Jahr großen Zulauf. Mitte Juli treten Udo Hahn und seine Mitstreiter in Haffkrug mit der Forderung „Kein Güterverkehr durch die Badeorte der Lübecker Bucht“ an die Öffentlichkeit. Mittlerweile zählt dieser Zusammenschluss genau 922 Unterstützer. In Ratekau sind es Kerstin Fischer und weitere Querungsgegner, die Ende Oktober mit „Ratekau wehrt sich – keine Güterzüge durch unsere Gemeinde“ mobil machen. Schon jetzt gibt es dort 811 Mitglieder. Ebenso wie in Scharbeutz finden auch in Ratekau sehr gut besuchte Diskussionsveranstaltungen mit Vertretern der Kommunen, des Kreises und des Landes statt. Von Ratekau aus werden zudem Protest-Postkarten an das Verkehrsministerium nach Berlin geschickt. Weiterer Widerstand kündigt sich bereits jetzt zur Eröffnung des Raumordnungsverfahrens an.

Kammerhang rutscht

Der Kammerhang in Scharbeutz erlangt Anfang Januar traurige Berühmtheit, als Teile von ihm nach heftigen Regenfällen auf die Bundesstraße rutschen und diese daraufhin halbseitig gesperrt werden muss. Revierförster Karsten Tybussek vermutet sofort einen Zusammenhang mit einer illegalen Aktion, bei der auf dem Hang kurz vorher zehn Buchen eingekürzt oder komplett gefällt wurden. Die benötigten Gutachten und das Wiederherstellen der etwa 400 Quadratmeter großen Fläche dauern monatelang. Neu gepflanzt werden Spitzahorn, Stieleichen und Buchen. Die Gesamtkosten werden auf 100 000 Euro beziffert.

Hotelbau nach Abriss

Das Vier-Sterne-Hotel „Bayside“ in Scharbeutz soll Ostern 2014 eröffnet werden. Anfang Oktober wird mit dem Bau des 27,5 Millionen Euro teuren Projektes des Investors Jürgen Haltermann begonnen. Zuvor wird das über 40 Jahre alte Meerwasserwellenbad dem Erdboden gleichgemacht. Die Bauarbeiten an der Strandallee werden am 3. Januar 2013 fortgesetzt. Entstehen wird ein Komplex mit 132 Zimmern. Es werden 95 Dauerarbeitsplätze in der Bayside GmbH sowie weitere etwa 25 Arbeitsplätze in den bereits komplett vermieteten Geschäften im Erdgeschoss geschaffen.

Immenhof verkauft

Gut Rothensande in Malente, besser bekannt als Kulisse der „Immenhof“-Filme, wechselt im Herbst den Besitzer. Der neue Eigentümer gibt sich bedeckt, sein Name ist bis heute nicht offiziell bekanntgegeben worden. Der Münchner Geschäftsmann beauftragt aber einen in der Region bekannten Projektmanager damit, sich um das Gut zu kümmern. Ole Marxen aus Malente lässt die Gebäude zunächst winterfest machen. Im Frühsommer soll mit den Renovierungs- und Umbauarbeiten begonnen werden. Geplant ist eine touristische Nutzung. Ob es auch in Zukunft noch die beliebten Immenhof-Führungen geben wird, ist bisher noch offen.

Aus für die „Bastei“

Das endgültige Aus für das Restaurant „Bastei“ an der Scharbeutzer Strandallee kommt Ende Oktober. In den kommenden Monaten sollen dort ein neuer Gastronomiebetrieb sowie mehrere Geschäftseinheiten errichtet werden. Investor und Bauherr ist der in Scharbeutz tätige Kaufmann Karl-Heinz Koch. Er ist sich sicher, dass sein Konzept das neue Scharbeutz repräsentiert und zu einer Saison-Verlängerung beiträgt.

Streit ums Teehaus

Leer ist die Plattform der neuen Seeschlösschen-Brücke von Timmendorfer Strand, die die Gemeinde für 2,4 Millionen Euro hat bauen lassen. Eigentlich sollte dort ein Teehaus eingeweiht werden, das Investor Jürgen Hunke der Gemeinde schenken wollte. Weil sich beide Seiten aber über Vertragsdetails nicht einigen können, tritt die Gemeinde im Mai von dem Vertrag zurück. Hunke verklagt die Gemeinde, ein erster Verhandlungstermin vor dem Lübecker Landgericht ist für Anfang Februar 2013 angesetzt. Ob und was auf der Plattform gebaut werden soll, ist noch nicht bekannt.

Zuschlag für die Gartenschau

Jubel in Eutin, aber auch in ganz Ostholstein: Am 17. April erhält die Stadt den Zuschlag für die Landesgartenschau 2016. Erwartet werden dadurch Impulse für Infrastruktur, Stadtplanung und Tourismus. Das städtische Bauamt arbeitet seit Bekanntwerden der Entscheidung unter Hochdruck, um die Weichen für Wettbewerbe zu stellen und Fördertöpfe anzuzapfen. Die Stadt rechnet mit 600 000 Besuchern, die die Landesgartenschau in Eutin besuchen werden.

Hickhack um die Opernscheune

Die Eutiner Opernscheune sorgt das ganze Jahr hindurch für Schlagzeilen. Um sie zu kaufen und den Festspielen dauerhaft ihr Domizil zu sichern, wird im Februar die Eutiner Kulturgenossenschaft gegründet. Beim Zwangsversteigerungstermin im Amtsgericht Anfang Mai kommt die Genossenschaft aber gar nicht zum Zug. Eine Immobiliengesellschaft aus Niedersachsen, die als Strohmann für die Hauptgläubigerin der alten Festspiele, die Sparkasse Eutin, aufgetreten sein soll, bietet 430 000 Euro für die Immobilie am Schlossgarten. Die Zwangsversteigerung wird wenige Wochen später abgeblasen, die Stahlberg-Stiftung zeigt im Juni Interesse am Kauf, zieht aber Ende August überraschend ihr Angebot zurück. Der in der Gemeinde Timmendorfer Strand lebende Kaufmann und Festspiele-Freund Eckart Ulbrich erlöst die Festspiel-Verantwortlichen schließlich: Er kauft die Opernscheune und vermietet sie den Festspielen zu günstigen Bedingungen.

Strohballen in Flammen

Eine Serie von Strohballenbränden beschäftigt im September und Oktober die Feuerwehren der Gemeinde Süsel. Eine zweite Serie hatte es im Sommer im Raum Lensahn gegeben. Ein Hof in Vinzier wird sogar drei Mal Schauplatz eines großen Strohballen-Brandes. Die Süseler Feuerwehr vermutet, dass ein Feuerteufel sein Unwesen treibt. Die Kripo ermittelt und hat nach Angaben von Polizeisprecherin Anett Dittmer für die Süseler Fälle bisher keine Erkenntnisse über den Täter. In den Fällen, in denen die Kripo Neustadt zuständig ist, sind laut Dittmer zwar einige Verdächtige überprüft worden, allerdings gab es keine Festnahme. „Es hat sich nichts ergeben, die hatten alle Alibis.“

Streit um Radweg

Der Bau eines 400 Meter langen Geh- und Radweges ist keine große Sache, in Timmendorfer Strand aber erhitzt dieses Vorhaben die Gemüter. Im Zuge der Sanierung der Bergstraße wird der Weg in Richtung Zentrum geplant, neben dem Alten Kurpark. Kosten soll er 200 000 Euro extra, fünf bis sechs Bäume sowie eine Hecke müssen weichen. SPD und Grüne kämpfen monatelang gegen diesen Plan, der aber mit den Stimmen von CDU und WUB in der Gemeindevertretung abgesegnet wird. Jetzt soll gebaut werden.

Endstation Malente?

Das Schicksal der Malenter Bimmelbahn Hein Lüttenborg ist weiter ungewiss. Im Sommer schreibt der Eigentümer, die EBC Eisenbahnbetriebs- und Consulting GmbH Altenbeken, die Bahnstrecke im Bundesanzeiger zur Übernahme, alternativ zur Stilllegung aus. In letzter Minute meldet sich doch noch ein Interessent. Nach LN-Informationen sollen inzwischen sogar mehrere Bieter die Unterlagen angefordert haben. Eine Entscheidung steht noch aus.

Haushaltssperre

Die Kassen der Gemeinde Ahrensbök sind leer – so leer, dass Bürgermeister Andreas Zimmermann(parteilos) im Oktober eine Haushaltssperre verhängt. 800 000 Euro beträgt das Minus im Verwaltungshaushalt für 2012, für 2013 klafft eine Lücke von mindestens 400 000 Euro – macht ein Minus von 1,2 Millionen Euro, mit dem die Gemeinde ins neue Jahr startet. Angekündigt sind strikte Sparmaßnahmen bis hin zu betriebsbedingten Kündigungen in der Verwaltung.

LN

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