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Ostholstein Eutin aus Sicht der Zeichenkünstler
Lokales Ostholstein Eutin aus Sicht der Zeichenkünstler
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22:23 04.09.2017
Die Barock-Gesellschaft vor dem Eutiner Schloss lieferte den Zeichnern ein ums andere Motiv. Claudia Haase zeigt eine ihrer Skizzen. Quelle: Benthien
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Eutin

Brigitta Herrmann, Vorstand der Stiftung Schloss Eutin, hatte die Räume im Erdgeschoss für die Schau zur Verfügung gestellt und die 130 Zeichner – 100 Teilnehmer sowie Dozenten und die Eutiner Organisatoren – im Schlossinnenhof willkommen geheißen. „Es ist ein schöner Anblick, Sie so vertieft in Ihre Arbeit und so vertieft in Kleinigkeiten zu sehen“, sagte Brigitta Herrmann. „Ihre unterschiedlichen Betrachtungen derselben Details sind ja schon fast ein politisches Statement: Alles hat seine Berechtigung.“ Sie freue sich, Gastgeberin für die Urban Sketcher aus ganz Deutschland und einiger Nachbarländer zu sein. „Vielleicht wussten einige von Ihnen vor Ihrem Besuch in Eutin gar nicht, dass wir ein so schönes Schloss haben. Erzählen Sie es weiter, und kommen Sie wieder“, sagte Herrmann. Für das Eutiner Organisationsteam ergriff Petra Döhring das Wort: „Ich freue mich, dass wir so viele Menschen für Eutin begeistern konnten“, sagte sie unter Applaus.

Klicken Sie hier, um zahlreiche weitere Eindrücke der Urban Sketching-Veranstaltung in Eutin zu sehen.

Hunderte von Zeichnungen konnten für drei Stunden in mehreren Ausstellungsräumen bewundert werden: an der Wand hängend, auf Tischen und Fensterbänken liegend. Die Zeichnungen zeigen Eutin in allen Facetten, Straßenzüge, einzelne Gebäude, Giebel, Gesimse, Gesichter.

Zu Höchstleistungen inspiriert wurden die Urban Sketcher von der Adelsgruppe „La Société Baroque“, die am Sonntag vor der Südterrasse des Schlosses lustwandelte. Über diese „fantastischen Motive“ freute sich nicht nur Claudia Haase (59) aus Halstenbek. „Ein Highlight. Sie sehen toll aus in ihren Kostümen und posen sehr geduldig“, lobte sie. Conny Magerer (55) aus Augsburg füllte ein Blatt nach dem anderen. „Es gibt reichlich Motive in Eutin. Aber Urban Sketcher finden ohnehin immer welche“, sagte sie lachend.

Eine ganz besondere Freude machte Sketcherin Katrin Bente aus Grömitz dem Hobbyhistoriker Bernhard Mager. Er war als „Friedhelm von Zobelltietz, Hofmarschall des Zaren Peter III., 1762 St.

Petersburg“ im Schlossgarten unterwegs. „In einer historisch nachgearbeiteten Uniform, die nach Fotos gefertigt wurde, die ich in St. Petersburg gemacht habe“, berichtete er stolz. Katrin Bente zeichnete den Hofmarschall und schenkte Bernhard Mager das Blatt – was dieser zunächst gar nicht annehmen mochte. „Das ist doch für Sie eine schöne Erinnerung an dieses Treffen“, zierte er sich. Dann willigte er aber doch erfreut ein und versprach: „Das wird gerahmt und bekommt einen Ehrenplatz.“

Die meisten Teilnehmer des Urban Sketcher Treffens reisten am Sonntag wieder ab. Einige durchstreiften die Stadt auch gestern noch, mit dem Skizzenblock in der Hand. Vielleicht ist der eine oder andere Eutiner auch auf den Geschmack gekommen. Gaston Graaf aus den Niederlanden sagt: „Jeder kann das.“ Nur zu.

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