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Ostholstein Eutin bekommt ein neues Voss-Haus
Lokales Ostholstein Eutin bekommt ein neues Voss-Haus
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22:22 28.05.2018
Fröhliche Stimmung: Barbara Rülander (ganz links) verfolgt, wie ihre Kinder Laura (13) und Leon (17) gemeinsam mit Vorarbeiter Alexander Kurpacenko, Dieter Holst und Stephan Barnstedt (v. l.) den Grundstein für ihr Hotel legen. Quelle: Foto: Benthien
Eutin

An seiner Stelle entsteht jetzt ein Hotel Garni mit acht Zimmern. Führen wird es Barbara Rülander, die mit ihrem Mann Lars von 1995 bis zum Brand das alte Voss-Haus bewirtschaftet hat. Das kleine Hotel wird im Erdgeschoss angesiedelt sein, ebenso eine Betreiberwohnung. In den Stockwerken darüber werden acht Eigentumswohnungen geschaffen, die zwischen 43 und 157 Quadratmeter groß und barrierefrei zugänglich sind. Bis auf eine Penthouse-Wohnung mit 126 Quadratmetern Fläche (Preis 487000 Euro) seien alle Wohnungen verkauft, sagt Niels Evers von der Sparkassenimmobiliengesellschaft (SIG) Holstein, die mit der Vermarktung beauftragt ist.

Viele Jahre sind ins Land gegangen, bis vor wenigen Wochen die Vorbereitungen für den Wiederaufbau begonnen haben. Am Montag war Grundsteinlegung für das neue Voss-Haus am Voßplatz 6-8 in Eutin. Das frühere Traditionshotel war in der Nacht vom 29. auf den 30. Januar 2006 abgebrannt.

2,8 Millionen Euro würden für den Bau investiert, berichtet Barbara Rülander, die sich schon auf den Zeitpunkt freut, wenn es an die Inneneinrichtung geht. Im Herbst 2019 sollen Wohnungen und Hotel fertiggestellt sein. „Es hat ja fast keiner mehr geglaubt, dass es hier noch mal losgeht“, sagt die gelernte Hotelfachfrau. Nachdem im Februar 2011 schon eine Baugenehmigung vorlag, verzögerte sich das Projekt immer wieder: Uneinigkeiten mit den Nachbarn, Neuplanungen und Architektenwechsel.

Viele Erschwernisse um die Baustelle herum

Stephan Barnstedt vom Eutiner Büro Architekten Barnstedt ist 2014 von Barbara Rülander mit der Planung des Wiederaufbaus beauftragt worden. Für ihn war der Tag der Grundsteinlegung „ein freudiger Tag, weil er einen Meilenstein in einem sehr anspruchsvollen Bauablauf markiert“. Das Baufeld sei auf drei Seiten von Nachbarbebauung umgeben, auf der vierten Seite stehe ein alter Baum, eine geschützte Linde. Erschwerend komme für die Bauarbeiter hinzu, dass es auf dem Grundstück nur wenig Platz für Material gebe. „Wir müssen den Verkehrsteilnehmern viel Geduld abverlangen für temporäre Sperrungen“, sagt er.

Für jede Betonage müsse der Abschnitt Riemannstraße/Voßplatz vom Bleekergang bis zur Plöner Straße für vier bis fünf Stunden gesperrt werden, sagt Polier Christian Zeier. Rund zehn Betonagen stünden noch an. Bis jetzt seien rund 130 Kubikmeter Beton verarbeitet worden, zuvor hätten um die 3000 Kubikmeter Boden ausgetauscht werden müssen, sagt Architekt Barnstedt, der damit rechnet, dass im Herbst Richtfest gefeiert werden kann.

Barbara Rülander betont: „Dieses Vorhaben hat uns lange beschäftigt. Es ist mir eine Herzensangelegenheit.“ Sie hätte auch anderenorts ein Hotel eröffnen können, „aber es sollte Eutin sein“. Bei der Gestaltung ihres künftigen Hotels kann sie sich gut vorstellen, einen Vorschlag von Bürgervorsteher Dieter Holst aufzugreifen. „Das Voss-Haus ist kulturgeschichtlich von großer Bedeutung für Eutin gewesen und wird es immer bleiben, auch wenn nicht mehr gegenständlich“, sagt Dieter Holst. „Mein Wunsch wäre, dass das alte Voss-Haus sich auf historischen Fotos in den Zimmern und auf den Fluren des neuen Voss-Hauses wiederfindet.“ Vielleicht könne auch eine Erinnerungstafel angebracht werden.

Bürgervorsteher spricht

vom Glückstag für Eutin

Es wäre schön gewesen, wenn das Hotel zur Landesgartenschau fertig gewesen wäre, sagt der Bürgervorsteher. „Aber lieber heute als später. Es ist großartig, dass die Stadt ein paar Gästebetten mehr bekommt. Das ist ein Glückstag für Eutin. Wir bedanken uns, dass Sie das hier mit tüchtigen Männern auf die Reihe bringen.“

Feuer durch Brandstiftung

Mehr als 160 Feuerleute aus 20 Wehren der Kreise Ostholstein und Plön kämpften vor zwölf Jahren gegen die Flammen, konnten das 300 Jahre alte Gebäude aber nicht retten. Ursache für das Großfeuer war Brandstiftung, wie die Staatsanwaltschaft Lübeck sieben Wochen später erklärte. In den Hausresten war Brandbeschleuniger gefunden worden. Ein Täter konnte jedoch damals nicht ermittelt werden.

Ulrike Benthien

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