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Eutin greift durch: Verbot für das Gros der Werbeschilder

Eutin Eutin greift durch: Verbot für das Gros der Werbeschilder

Die Barrierefreiheit zur Landesgartenschau hat für die Stadtvertretung oberste Priorität - deshlab sind im kommenden Jahr keine Klappschilder, Werbefahnen, Plakat- und Stelltafeln in der Innenstadt mehr erlaubt.

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zur Landesgartenschau 2016 werden die Schilder in der Innenstadt verschwinden

Quelle: Fotos: Benthien

Eutin. Die Barrierefreiheit zur Landesgartenschau hat für die Stadtvertretung oberste Priorität. Mit großer Mehrheit (nur die FDP stimmte dagegen) beschloss sie daher am Mittwoch, das Aufstellen von Werbeschildern rigoros einzudämmen. Im kommenden Jahr sind keine Klappschilder, Werbefahnen, Plakat- und Stelltafeln in der Innenstadt mehr erlaubt. Lediglich Fahrradständer und Sonnenschirme (sowohl privat als auch gewerblich) mit einer Werbefläche von 20 mal 25 Zentimetern sowie Kleiderständer sollen gestattet werden. Weiterer Passus zur sogenannten Sondernutzung in der Stadt: Um ein barrierefreies Durchqueren der Straßen zu ermöglichen, ist künftig ein Korridor von 1,50 Breite freizuhalten. Im Blick haben die Stadtvertreter dabei insbesondere die Peterstraße.

Das historische Stadtbild soll durch das Verbot gleichfalls geschützt werden, es umfasst eine ganze Reihe weiterer Straßen: Bahnhofstraße, Albert-Mahlstedt-Straße, Peterstraße, Markt, Königstraße, Am Rosengarten, Lübecker Straße, Stolbergstraße, Am Stadtgraben, Königstraßenpassage, Schlossstraße, Schlossplatz.

Für die FDP sei diese Sondernutzungssatzung „unausgegoren“, sagte Margret Möller. Auch sie sei für Barrierefreiheit, „aber bevor wir über die Köpfe der Geschäftsleute hinweg entscheiden, müssen wir doch erstmal mit ihnen reden“. Sie sorge sich um die kleinen Läden. Bereits im Hauptausschuss war über die angestrebte Reglementierung heftig debattiert worden. „Wir hätten das Thema schon nach Verabschiedung des Isek anpacken sollen, jetzt müssen wir es zur LGS tun“, so Hans-Georg Westphal (SPD). Er wies auch in der Stadtvertretung auf den dringenden Handlungsbedarf hin. Mit der Satzung gebe es keine Extrawürste für irgendjemanden, die Stadt habe Rechtssicherheit, für die Verwaltung seien Sondernutzungen überprüfbar. „Über Sanktionen müssen wir sicher noch reden“, sagte Westphal.

Geredet werden soll auch mit den Kaufleuten in der Stadt. „Was ist notwendig? Was ist möglich? Wir müssen alle mit ins Boot holen“, betonte Matthias Rachfahl (CDU). Im Januar/Februar soll ein Beteiligungsverfahren beginnen, um eine Richtlinie zu erarbeiten, die die Gestaltung der Innenstadt nach der Landesgartenschau, spätestens aber ab 2017 regelt.

Eigentümer etwas abseits liegender Geschäfte betrachten die bevorstehende Regelung mit großer Skepsis. „Für uns ist es existenziell, dass wir auf dem Markt auf uns aufmerksam machen können“, erklärt Klaus Jetter von „Unikat“ in der Twiete. Er sehe große Unterschiede darin, ob auf einem Aufsteller ein Produkt beworben werde oder ein Händler in B-Lage Interesse für sich wecken wolle. Annerose Zimmermann (Eutiner Kaffeerösterei in der Königstraßenpassage) sagt: „Darauf aufmerksam zu machen, dass ich in der Gasse zu finden bin, ist sehr wichtig für mich.“ Manuela Evers (Homunkulus, Am Markt 14) sagt: „Ohne Aufsteller — das bricht den kleinen Läden das Genick.“ „Ihre“ Seite des Marktes sei 1-B-Lage, sie wirbt mit einem Aufsteller auf der gegenüberliegenden Seite für sich. Alle drei Händler berichten: „Viele Kunden erzählen uns, dass sie uns nur dank der Schilder entdeckt haben.“ ben

„Wir müssen alle mit ins Boot holen.“
Matthias Rachfahl (CDU) mit Blick auf die Richtlinie nach der Landesgartenschau

LN

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