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Ostholstein Eutin hat 304 Kulturdenkmale
Lokales Ostholstein Eutin hat 304 Kulturdenkmale
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23:36 23.01.2016
Normalerweise hocken sie links und rechts der Schlossbrücke, wegen der Bauarbeiten zur LGS sitzen die Affen derzeit beieinander.

Die „Eutiner Schlossaffen“ sind jetzt Kulturdenkmale. Die steinernen Tierfiguren — Paviankörper mit Hundekopf —, die die Brücke über den Schlossgraben bewachen, sind nach der Novellierung des schleswig-holsteinischen Denkmalschutzgesetzes in die Denkmalliste aufgenommen worden. Sie gehören zur sogenannten Sachgesamtheit, sprich dem Umfeld des Schlosses. Auch der Eutiner Markt mit den angrenzenden Häusern stehe als Sachgesamtheit unter Schutz, erläuterten gestern Mitarbeiter des Landesamtes für Denkmalpflege einem kleinen Kreis von neun Bürgern im Bauamt.

Von größerem Interesse war für die Anwesenden jedoch die Ende Januar 2015 in Kraft getretene Änderung, dass es keinen Unterschied mehr zwischen einfachen und besonderen Kulturdenkmalen gibt: In der Denkmalliste werden nur noch Denkmale geführt.

1895 habe es die ersten Denkmal-Topografien im Land gegeben, berichtete Landeskonservator Dr. Michael Paarmann in seiner Einleitung, danach verschiedene Inventarisierungen, bis in den 1980er Jahren die letzte große Erhebung folgte. Ihr zufolge wurden für Eutin rund 400 Kulturdenkmale gezählt, 200 davon wurden als besondere eingestuft. Eine im Sommer 2014 begonnene und Ende 2015 abgeschlossene Nachinventarisierung nach den Richtlinien des neuen Denkmalschutzgesetzes habe für Eutin 304 Kulturdenkmale ergeben. Die meisten gehören Privatleuten, andere der Stadt, dem Kreis, der Kirche, der Bundeswehr, Stiftungen.

„Für 50 Prozent der vormals einfachen Kulturdenkmale mussten wir feststellen, dass sie durch Abbruch verlorengegangen sind oder durch unsensible Aus- und Umbauten die Kriterien nicht mehr erfüllen“, so Michael Paarmann. Das neue Gesetz, führte er weiter aus, sei auch den Gesetzgebungen anderer Bundesländer angeglichen worden, die nur einen Denkmalbegriff vergäben.

Eutin sei eine Stadt mit hoher Denkmaldichte, fügte seine wissenschaftliche Mitarbeiterin Diana Härtrich an, „hier befinden sich ein Fünftel aller Denkmale des Kreises.“ Durch Aufnahme in die Liste sind jetzt beispielsweise geschützt das Wohnhaus Bismarckstraße 16 oder das Wohn- und Geschäftshaus Am Rosengarten 13. Beide galten bislang nur als einfache Denkmale. „Etwas ungewöhnlich“, räumte Diana Härtrich ein, sei die Listung der Friedenskirche in der Seestraße 1a. Sie wurde 1971 bis 1973 gebaut und fällt auf durch ihr bis zum Boden herabgezogenes Giebeldach. Entworfen wurde sie von Otto Andersen (1924 — 1982), „einem der besten Architekten der 1950er/60er-Jahre“, rühmte Michael Paarmann ihn. Es sei sein letztes sakrales Bauwerk gewesen. Ebenfalls in die Denkmalliste aufgenommen wurden Pflasterungen: die der Bismarckstraße und der Straße Am Schlossgarten. Die im Bauamt versammelten Eutiner hatten in der Sprechstunde kaum Fragen an die Denkmalschützer. Ob die Einstufung als Denkmal bei einem Hausverkauf hinderlich sei? Das habe er noch nicht erlebt, so Paarmann. „Eher im Gegenteil: Es gibt großes Interesse, individuell zu wohnen, viele gucken auf auch die Zuschüsse und Abschreibungsmöglichkeiten.“ ben

Gebäude, Grabhügel oder Gemälde
Ein Objekt, das über die Vergangenheit des Menschen berichtet und davon Zeugnis ablegt — so definiert das Landesamt für Denkmalpflege den Begriff „Denkmal“. Das könne ein Gebäude, ein Grabhügel, ein Landschaftspark, ein Gemälde, ein Kran oder ein Faustkeil sein.


Voraussetzung eines Kulturdenkmals ist, dass seine Erhaltung oder Erforschung wegen seines besonderen Wertes im öffentlichen Interesse liegt, so die Denkmalpfleger.



Mehr über die Ziele des neuen, am 30. Januar 2015 in Kraft getretenen Denkmalschutzgesetzes, über Kriterien und Folgen sind zu finden unter www.denkmal.schleswig-holstein.de

LN

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