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Ostholstein Eutin kämpft gegen Leerstand
Lokales Ostholstein Eutin kämpft gegen Leerstand
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18:00 13.03.2019
Eutins Stadtmanagerin Kerstin Stein-Schmidt vor dem ehemaligen Sky-Markt. Das Gebäude soll künftig eine Passage mit einem sogenannten Anker-Mieter und mehreren kleinen Geschäften werden. Quelle: Ulrike Benthien
Eutin

Leerstand in der Innenstadt – in regelmäßigen Abständen befassen sich Eutins Kommunalpolitiker damit. Stadtmanagerin Kerstin Stein-Schmidt, Initiatorin der seit 2013 bestehenden Ladenflächenbörse, wartete in ihrem aktuellen Bericht mit guten Nachrichten auf. Für mehrere, seit Jahren ungenutzte Geschäftsräume gebe es konkrete Pläne.

Was passiert mit dem ehemaligen Sky-Markt? Seit dem Auszug des Supermarktes im Februar 2018 ist das eine in Eutin häufig gestellte Frage. Die Stadt hat laut Stein-Schmidt 80, 90 Discounter, Bio-Märkte und kleinere Lebensmittelhändler angeschrieben. Einige hätten sich das Gebäude am Markt auch angesehen, aber letztlich hätten alle abgewunken. Fläche und Lagerräume seien als zu klein erachtet worden, schilderte Kerstin Stein-Schmidt im Hauptausschuss.

Früherer Sky-Markt wird zur Passage

Der dänische Eigentümer des Hauses wollte die knapp 800 Quadratmeter Verkaufsfläche und mehrere Hundert Quadratmeter Lagerraum lange Zeit nur komplett vermieten. „Jetzt wird er sanieren und einen Durchgang zwischen Markt und dem Stadtgraben schaffen. Es wird einen Anker-Mieter aus dem Dienstleistungsbereich und mehrere kleine Geschäfte geben“, kündigte die Stadtmanagerin an.

Das Gebäude Peterstraße 2-4 hat seit 2018 einen neuen Eigentümer aus dem Südwesten Deutschlands. Ihm gehörten mehrere Immobilien im Bundesgebiet, der Mann führe selbst ein Bauunternehmen, sagte Stein-Schmidt. Der Bauantrag für das Haus sei bewilligt, und im Mai werde die Sanierung losgehen. „In den oberen Etagen werden Wohnungen eingerichtet. Im Erdgeschoss wird die Filiale der Bäckerei Allwörden erweitert.“

Woolworth könnte im Herbst 2020 eröffnen

Die Mietverträge mit der Einzelhandelskette Woolworth für die Peterstraße 5-7 (früher Penny und Ihr Platz) sind seit Sommer 2018 unter Dach und Fach. Woolworth will auf rund 1600 Quadratmetern Fläche im Untergeschoss – zugänglich vom Parkplatz Segenhörn – sein Sortiment präsentieren. Das sind Deko- und Geschenkartikel, Schreib-, Haushalts- und Spielwaren, Kosmetik und Drogerieartikel, Kurzwaren, Heimtextilien sowie Bekleidung.

In der Peterstraße 5-7 wird im Untergeschoss „Woolworth“ einziehen. Oben wollen sich „Ernsting's family“ und der „Euroshop“ vergrößern. Quelle: Ulrike Benthien

Im Erdgeschoss – erreichbar von der Peterstraße aus – werden sich nach Angaben der Stadtmanagerin „Ernsting’s family“ und der „Euroshop“ vergrößern. „Der Bauantrag für das Objekt liegt beim Kreis. Sollte er im März bewilligt werden, kann der Vermieter im Sommer mit der Renovierung loslegen. Dann wäre eine Eröffnung von ,Woolworth’ im Herbst 2020 möglich“, sagte Stein-Schmidt.

Als weitere „erfreuliche Entwicklungen für Eutin“ zählte die Stadtmanagerin unter anderem auf: die mit dem „Dampfer-Shop“ und seinen E-Zigaretten erstmals seit fünf Jahren wieder ausgebuchte Königstraßen-Passage, die neue Heißmangel in der Albert-Mahlstedt-Straße, die Erweiterung des griechischen Restaurants „Ellas“ am Rosengarten und die Niederlassung der BKK Original Thai-Massage an der Ecke Schlossstraße/Rosengarten.

Konkurrenz durch Online-Handel und Einkaufszentren

„Der Online-Handel setzt uns als Kleinstadt sehr zu, eben so wie es Einkaufszentren tun“, sagte Kerstin Stein-Schmidt. Aber Eutin sei noch gut aufgestellt. „Unser Zentralitätsfaktor, das Verhältnis von Umsatz zu Kaufkraft, liegt bei 146.“ Sie erläuterte, dass Werte über 100 die Anziehungskraft einer Stadt verdeutlichten, die sie beispielsweise als Mittelzentrum ausübe. „Zu unseren 17 000 Einwohnern kommen viele Menschen aus dem Umland, die hier einkaufen.“

Sie räumt allerdings ein, dass der aktuelle Faktor nicht berücksichtige, dass die LMK-Einkaufswelt sich gerade vom Kaufhaus zum Modehaus wandele und sich dabei deutlich verkleinere: Von vormals 7000 Quadratmetern Verkaufsfläche wird nur ein Drittel übrig bleiben.

Ulrike Benthien

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