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Ostholstein Eutin muss für Rammschäden zahlen
Lokales Ostholstein Eutin muss für Rammschäden zahlen
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22:12 06.11.2017
Schweres Gerät an der Stadtbucht: Nach den Rammarbeiten meldeten etliche Rosengarten-Anlieger Risse in ihren Häusern. Quelle: Fotos: Benthien

60000 Euro hatte der Reisebüro-Geschäftsführer von der Stadt gefordert – als Ausgleich für zahlreiche Risse in Wänden, Decken und Böden an dreien seiner Häuser in der Straße Am Rosengarten.

Die Stadt Eutin hat dem Unternehmer Claus Behrens eine fünfstellige Summe als Ausgleich für Rammschäden an seinen Häusern am Rosengarten gezahlt. Aber Behrens erwartet zusätzlich eine Entschuldigung der Eutiner Stadtsprecherin. Anderenfalls werde er sie wegen Rufschädigung verklagen.

Aufgetreten waren diese nach Rammarbeiten für neue Spundwände an der Eutiner Stadtbucht. Diese Spundwände waren im Sommer 2015 erforderlich für ein Holzdeck, das zur Landesgartenschau 2016 die Stadtbucht verschönern sollte.

Die Stadt hatte einen Zusammenhang zwischen Rammarbeiten und den unmittelbar danach aufgetretenen Schäden bestritten – bis zu der von Claus Behrens vor dem Landgericht Lübeck angestrengten Verhandlung. Da räumte der Rechtsanwalt der Stadt Eutin, Uwe Pätzmann, erstmals Forderungen anderer Eutiner Anwohner – insgesamt sollen es 80 sein – in der gleichen Angelegenheit ein. Einige seien bereits reguliert, andere abgewiesen worden. Im März hatte Stadtsprecherin Kerstin Stein-Schmidt im Auftrag der Stadt noch erklärt: „Es gibt keine Rammschäden.“

Ein Satz, der Claus Behrens bis heute in Rage bringt: „Diese Äußerung hätte im Frühjahr nicht mehr fallen müssen. Die Stadt wusste es besser.“ Er sei „sehr zufrieden“ mit dem Ausgang des Rechtstreits, sagt er. Über die einzelnen Modalitäten des Vergleichs sei zwischen ihm und der Stadt „auf ausdrücklichen Wunsch von Bürgermeister Carsten Behnk“ Verschwiegenheit vereinbart worden.

„Nur aufgrund dieses Passus’ ist der Vergleich überhaupt zustande gekommen“, berichtet der Unternehmer.

Damit will er es allerdings nicht bewenden lassen. „Mit dem Eingeständnis der eindeutig vorhandenen Rammschäden und der Zahlung des Betrages ist die Stadtsprecherin eindeutig der Lüge überführt worden“, sagt Claus Behrens. Kerstin Stein-Schmidt habe ihre objektiv falsche Äußerung „Es gibt keine Rammschäden“ mehrfach wiederholt und sei dementsprechend in Medien zitiert worden. „Das ist für mich als Geschäftsmann unerträglich. Ich bin etliche Male in Eutin angesprochen worden und stehe im Verdacht, ein Lügner und Betrüger zu sein, der sich auf Kosten der Stadt bereichern will“, sagt er erzürnt. Das könne er nicht einfach so stehen lassen. Er erwarte eine deutliche Entschuldigung der Stadtsprecherin in aller Öffentlichkeit, um seine Reputation wiederherzustellen, sagt Claus Behrens.

Anderenfalls werde er Kerstin Stein-Schmidt wegen Rufschädigung verklagen. Zur Wahrnehmung seiner Interessen hat der Unternehmer bereits den Kieler Strafrechtler Professor Michael Gubitz verpflichtet.

Die Stellungnahme der Stadt Eutin fiel gestern knapp aus: „In der Sache äußern wir uns nicht.“ Stadtsprecherin Kerstin Stein-Schmidt erklärte, sie gebe Mitteilungen nur in Absprache mit dem Bürgermeister und den jeweiligen Fachbereichsleitern heraus. Die Zahlung der Entschädigung trifft die Stadt im Übrigen nicht: Der Kommunale Schadenausgleich Schleswig-Holstein, quasi die Haftpflichtversicherung der Stadt, übernimmt. Das hatte Rechtsanwalt Pätzmann schon vor dem Landgericht angekündigt.

Von Ulrike Benthien

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