Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Eutin weist Schwarzbuch-Kritik zurück
Lokales Ostholstein Eutin weist Schwarzbuch-Kritik zurück
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:23 06.10.2017
Höhepunkt der LGS 2016: der „Lichterglanz im Schlossgarten“. Das Spektakel wurde Ende September in veränderter Form wiederholt. Quelle: *malzahn/ben
Anzeige
Eutin

Dass sie trotz Warnung des BdSt im Jahre 2012 die Landesgartenschau nach Eutin holte, damit 3,4 Millionen Euro Miese machte und jetzt 25 Jahre lang für Pflegemaßnahmen der Anlagen zahlen muss, hat der Stadt einen Eintrag in das Schwarzbuch des BdSt eingebracht, in dem er angebliche Fälle von Steuergeldverschwendung anprangert (die LN berichteten bereits gestern). „Da liegt der Steuerzahlerbund leider daneben“, hieß es dazu aus dem Eutiner Rathaus.

Zur Galerie
Den Rüffel vom Bund der Steuerzahler (BdSt) nimmt die Stadt Eutin nicht unwidersprochen hin. Sie habe mit Ausrichtung der Landesgartenschau 2016 keinesfalls Steuern vergeudet, sondern vielmehr in Entwicklung und Zukunft investiert, wehrt sich der Bürgermeister.

Die Stadt weist die Kritik entschieden zurück. „Die Landesgartenschau 2016 war der Turbo für die weitere Stadtentwicklung. Wir haben große Teile der Stadt mit Hilfe von Mitteln aus der Städtebauförderung modernisiert. Der neue Seepark, unsere neue Uferpromenade, der revitalisierte Küchengarten, der sanierte Schlossgarten, die sanierten Torhäuser und der neue Süduferpark kommen allen Bewohnern Eutins zugute“, konterte Bürgermeister Carsten Behnk (parteilos). Über 90 Prozent der baulichen Anlagen seien erhalten geblieben und bereicherten die Stadt. Die neu geschaffenen Areale rund um den Großen Eutiner See sorgten für eine positive Entwicklung Eutins, speziell im Tourismus.

Rainer Kersten, Geschäftsführer des BdST Schleswig-Holstein, sagte, ein „Haushaltsdefizit von mindestens zehn Millionen Euro wäre vermeidbar gewesen“, hätten die Eutiner Stadtvertreter die Warnungen im Vorfeld der Gartenschau nicht ignoriert. Die Stadt Eutin erklärt dazu: „Politik, Verwaltung und Bürger haben gemeinsam sehr verantwortungsvoll gehandelt und in die Zukunft investiert zum Wohle aller Beteiligten.“

Bürgermeister Behnk zeigte sich verärgert: „Vom Steuerzahlerbund hätten wir eine korrektere Untersuchung und Recherche erwartet, insbesondere eine Verifizierung der eigenen Ermittlungen des Steuerzahlerbundes.“ Fakt sei, dass rund 20 Millionen Euro für die LGS bei einem Eigenanteil von rund 7,5 Millionen Euro in die Stadtentwicklung investiert wurden. Die circa 3,4 Millionen Euro Defizit der Landesgartenschau-Gesellschaft hätten die Aufwendungen auf 23,4 Millionen Euro und rund 11 Millionen Euro Eigenanteil der Stadt erhöht. „Unterm Strich steht also ein lohnendes Invest für die Stadt und keine Steuerverschwendung“, sagt der Bürgermeister.

 ben

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige