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Ostholstein Eutin will aufholen: Baumkataster ist in Arbeit
Lokales Ostholstein Eutin will aufholen: Baumkataster ist in Arbeit
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20:33 20.04.2017

Ihr Equipment erinnert an Surf- oder Segelzubehör: Mit einer neongelben Stange wird sich Stephanie Bolz demnächst durch das Eutiner Stadtgebiet bewegen. Obendrauf montiert ist ein kleiner gelber Kasten, ein GPS-Empfänger. Die 46-jährige Diplom-Ingenieurin für Landespflege, vormals Projektleiterin bei der Landesgartenschau, arbeitet seit Anfang April als Landschaftsplanerin im Eutiner Bauamt. Ihre vorrangige Aufgabe in den nächsten Monaten ist es, ein Baumkataster für die Stadt zu erstellen.

Mit Hilfe des GPS-Empfängers kann Stephanie Bolz auch den Standort dieser Buche am Eutiner Jungfernstieg exakt bestimmen. Quelle: Foto: Benthien

Bis 2010 war sie beruflich in Niedersachsen tätig: „Dort sind Baumkataster gang und gäbe.“ Susanne Stange, Fachdienstleiterin Stadt und Gemeindeplanung, bestätigt: „Wir hinken hinterher. Aber wir wollen besser werden.“ Bislang seien schützenswerte Bäume – als solche gelten Exemplare, die in ein Meter Höhe einen Umfang von 60 Zentimetern haben – in den verschiedenen Fachdiensten und in verschiedenen Rubriken gelistet worden. Auch die Einzelfallbetrachtung soll ein Ende haben. Stephanie Bolz wird die bisher 800 erfassten Bäume in einem Register zusammenführen.

Ab Mitte Mai, so schätzt sie, wird sie mit dem GPS-Empfänger unterwegs sein, der ihr die Koordinaten der Bäume direkt aufs Tablet schickt. In die Excel-Tabelle kann sie weitere Infos wie Gattung und Baumart, Pflanzjahr, Alter, Größe, Status (beispielsweise Naturdenkmal) und die Wurzelbeschaffenheit eintragen. Auch eine Einschätzung der Baum-Vitalität wird vermerkt. Ein Foto wird ebenfalls eingefügt. Der Baum erhält eine Nummer auf einer kleinen Aluplakette. Wenn Pflegemaßnahmen erforderlich sind oder die Verkehrssicherheit des Baums nicht mehr gegeben ist, verständigt Stephanie Bolz den Baubetriebshof. „Eine total coole Aufgabe“ sagt sie über ihren neuen Job und schwärmt: „In Eutin gibt es echte Hammer-Bäume.“ Dazu zählen für sie die 300 Jahre alten Eichen in der Carl-Maria-von-Weber-Straße und die alte Eiche am Lindenbruchgraben.

Ein Baumkataster wird in Eutin seit Jahren gefordert. Vehement setzten sich vor sechs Jahren die Grünen dafür ein, als im Bereich Braaker Mühlenweg, Kleverkoppel, Meinsdorfer Weg Ross-Kastanien für Ärger sorgten. Anwohner hatten sich immer wieder über Beeinträchtigungen durch die Bäume beschwert: Sie seien auf die falsche Straßenseite gepflanzt worden, würden Grundstücke beschatten, durch ihre Kronen die Straßenbeleuchtung abschirmen, ihr Wurzelwerk drücke Gehwegplatten und Kantsteine hoch, beschädige Entwässerungsrohre und so fort. Die Kastanien seien letztlich abgenommen worden, Ersatzpflanzungen habe es aber nicht gegeben, sagt Susanne Stange.

Ein Baumkataster sei zwar nicht sonderlich beliebt, gebe den Bürgern aber Klarheit darüber, was sie dürften, schildern die beiden Frauen. Bei Bauvorhaben könnten Planer mit einem Blick auf die Karte erkennen, wo Baumbestand berücksichtigt werden muss. Diese Karte soll später auch auf der Stadtseite für jedermann einsehbar sein.

10000 Bäume gibt es im Eutiner Stadtgebiet, schätzt Stephanie Bolz. Sie sollen nach und nach kartiert werden. Auch in der Nachbargemeinde wartet Arbeit. „In Süsel ist noch kein einziger Baum erfasst“, sagt Susanne Stange.

ben

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