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Ostholstein Bundeswehr-Einsatz heiß und kalt
Lokales Ostholstein Bundeswehr-Einsatz heiß und kalt
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15:16 30.11.2018
Bei der Blauen Stunde berichtet Christopher Tuncay von seinem Einsatz bei der Großübung der Nato in Norwegen. Quelle: FOTO: Christopher Tuncay
Eutin

Björn Schmahl hatte es mit Hitze zu tun, Christopher Tuncay mit Kälte. Der eine agierte aus der Luft, der andere am Boden. Die beiden Soldaten des Aufklärungsbataillons 6 „Holstein“ berichteten bei der Blauen Stunde der Aufklärer im Eutiner Offizierscasino von ihren Erlebnissen in den vergangenen Monaten. Über einen weiteren Bericht von einem Einsatz aus Afghanistan soll hier aus Sicherheitserwägungen geschwiegen werden.

Vor etwas mehr als 60 geladenen Gästen – fast alles Herren in gesetzterem Alter – und 30 Soldaten machten die Redner deutlich, welchen Herausforderungen sie sich stellen mussten. „Wir hatten Leute mit Frostschäden an den Füßen“, erzählte Tuncay, denn im norwegischen Tolga herrschten nachts minus 19 Grad. Das war Anfang Oktober, als der Herbst hierzulande noch golden und mild war. Die 60 Zentimeter Neuschnee, die in der ersten Nacht fielen, hatten aber auch einen Vorteil. „Wir mussten keine Spuren verwischen.“ Trotz aller Schwierigkeiten sei die Stimmung „blendend“ gewesen, berichtete Tuncay. Daran habe nicht einmal die sehr enge Unterkunft etwas ändern können, in der sich die Soldaten auf der Pelle hockten.

Christopher Tuncay erzählte von der Nato-Übung in Norwegen. Quelle: Peyronnet

Die Eutiner Aufklärer nahmen mit zwei Radartrupps an der Großübung teil, bei der 50 000 Soldaten dabei waren. Etwas kleiner, am Ende 1500 Mann, war das Aufgebot, mit dem es Björn Schmahl beim Moorbrand auf einem Truppenübungsplatz in Meppen zu tun hatte. Er und zwei weitere Aufklärer unterstützten die Löschtruppen mit der Mini-Drohne Aladin. Ihre Aufgabe: Über dem riesigen Brandherd fliegen und das Ausmaß des Feuers ermitteln sowie Glutnester lokalisieren. „So gab es nach eineinhalb Wochen erstmals ein Lagebild“, erzählte Schmahl. Eine Woche lang hätten die Eutiner täglich mehrmals Aladin aufsteigen lassen, um die Einsatzkräfte aus der Luft an die Brandherde zu lenken.

Björn Schmahl war beim Moorbrand in Meppen dabei. Quelle: Peyronnet

Welche Hitze das unter der Oberfläche schwelende Feuer ausstrahlte, haben die Soldaten unmittelbar beobachten können. Sobald der nur 17 Kilogramm schwere Aladin über den Brandherd flog, katapultierte ihn die Thermik in die Höhe. Die Drohne operiert zwischen 60 und 150 Metern Flughöhe. „Höher dürfen wir nicht, damit war unsere Lastgrenze erreicht“, berichtete Schmahl. Was die Löscharbeiten erschwerte, hat er ebenfalls beobachten können: die hohe Blindgängerrate. Die Reichswehr, die Wehrmacht und die Bundeswehr haben auf dem Gelände ihre Spuren hinterlassen. Das Gelände kann nur von Speziallöschfahrzeugen befahren werden. Dank Aladin konnten Schmahl und seine Kameraden immer wieder beobachten, wie das Feuer Blindgänger hochgehen ließ.

Bevor die Soldaten über ihre Einsätze sprachen, hatte der Kommandeur, Oberstleutnant Tobias Aust, noch kurz über das Bataillon berichtet. „Es hat einfach gute Soldaten. Sie haben das Herz auf dem rechten Fleck“, sagte er. Natürlich gebe es Probleme, die Bundeswehr habe Nachwuchssorgen, und bei der Ausstattung hapert es hier und da. „Gebt der Truppe wieder die 100 Prozent, also die volle Ausstattung“, forderte Aust, fügte aber hinzu: „Wir können unsere Aufgaben trotzdem erfüllen.“

Susanne Peyronnet

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