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Ostholstein Eutiner Lichterglanz: Die Magie der Nacht
Lokales Ostholstein Eutiner Lichterglanz: Die Magie der Nacht
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00:26 30.07.2016
Andächtiges Innehalten auf der Wiese vor dem Schloss, das in wechselnden Farben leuchtet. Quelle: Olaf Malzahn
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Eutin

Mit über 280 Lampen hat der Theaterregisseur Wolfram Lenssen „Lichterglanz im Schlossgarten“ geschaffen, zu bewundern gestern Abend. Und auch heute ist noch einmal zu erleben, wie Bäume, Sträucher, Wege und Wasserfälle in Szene gesetzt werden und aus Vertrautem völlig neue Elemente und Beziehungen erwachsen. „Ich möchte den Besuchern die Magie der Nacht aufzeigen, sie entführen, verführen, lustwandeln lassen“, sagt Lenssen.

Beim "Lichterglanz im Schlossgarten" in Eutin verbindet Regisseur Wolfram Lenssen Musik und Lyrik gekonnt miteinander.

LGS-Geschäftsführer Martin Klehs bezeichnet Lenssen als Lichtkünstler, was der Dortmunder bescheiden abtut. „Ich bin Theaterregisseur. Da bin ich zwangsläufig verpflichtet, mit Licht zu arbeiten. Auf der Bühne sind es Räume und Situationen, in denen Licht Gefühle erzeugen soll. Hier soll der Blick in der Dunkelheit vom Licht gelenkt werden. Der zauberhafte alte Baumbestand – das sind hier meine Darsteller.“ Er begegne ihnen mit einer Form von Demut, versichert er, „sie haben ja teilweise über 100 Jahre auf dem Buckel.“

Die LGS habe sich für eine Verpflichtung von Wolfram Lenssen entschieden , weil er über viel Erfahrung verfüge, so Klehs. Lenssen hat bereits das Brandenburger Tor und den Norderstedter Stadtpark („Parkfunkeln“) erleuchtet. Zum Ortstermin in Eutin hat der Regisseur sich von seinem künstlerischen Team begleiten lassen, unter anderem eine Schriftstellerin, die speziell für das Ereignis Texte verfasst, eine Landschaftsarchitektin und Dramaturgin, ein Komponist.

Der Eutiner Schlossgarten, ein englischer Landschaftsgarten, wird beim „Lichterglanz“ durch einen Parcour erschlossen, der am „Baumportal“ an den Torhäusern beginnt und auf der großen Grünfläche vor dem Schloss („Der Malerblick“) endet. 13 Stationen sind es insgesamt, die den Besucher mit Farbkaskaden, Nebelschwaden, einzelnen wiederkehrenden Klängen, Musikstücken („Café de Paris“ an der letzten Station vor dem Schloss), mit Lyrik, Zitaten und Textfragmenten verzaubern. Licht und Klang verschmelzen ebenso wie Natur und Kunst.

„Der Park selbst ist der Protagonist und der Dramaturg“, sagt Wolfram Lenssen, der mit der geleisteten Arbeit „recht zufrieden“ ist. Martin Klehs dagegen ist begeistert und sieht im „Lichterglanz im Schlossgarten“ ein weiteres neues Element des LGS-Facettenreichtums. „Wir möchten das im kommenden Jahr gemeinsam mit der Stiftung Schloss Eutin fortführen“, kündigt er an. Für die LGS erwartet er von dem Licht- und Klangereignis einen Nachhall: „Wer das erlebt hat, wird auch gern am Tag noch einmal wiederkommen.“

280 Lampen („zu 98 Prozent sparsame LED-Technik“) haben Wolfram Lenssen und sein Team verbaut, acht Kilometer Kabel verlegt. Jede einzelne Installation sei eine Entwicklung für sich und immer auch ein Experiment, sagt der Regisseur. Es komme durchaus vor, dass er eine fertige Installation komplett verwerfe. „Ein bisschen Licht dran machen kann jeder, aber eine Geschichte damit zu erzählen, ist eine ganz andere Nummer.“ Er möchte Momente schaffen, die berühren – und das ist ihm im Schlossgarten trefflich gelungen. Sehr aufwändig sei die Installation vor dem Schloss gewesen. „Es baut sich ein Bild auf, so wie ein Maler es aufbauen würde, nur arbeiten wir mit Licht, nicht mit Farbe. Am Ende steht ein Landschaftsgemälde.“

„Lichterglanz im Schlossgarten“ beginnt heute um 21.30 Uhr. Einlass ab 20 Uhr. Eintritt für Erwachsene zehn Euro, ermäßigt acht, für Kinder fünf Euro.

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