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Ostholstein Eutiner Schloss will Peter Engels Porträtsammlung nicht zeigen
Lokales Ostholstein Eutiner Schloss will Peter Engels Porträtsammlung nicht zeigen
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11:22 15.10.2012
Peter Engel ist sehr enttäuscht darüber, dass die Stiftung Schloss Eutin 550 Selbstporträts verschiedener Künstler, die er ihr schenken wollte, nicht annehmen will. Er sucht jetzt nach neuen Ausstellungsräumen.
Ostholstein

Seine Kunstsammlung im Eutiner Schloss – dieser Traum von Peter Engel ist geplatzt. Den 71-jährigen Hamburger, der seiner Geburtsstadt 550 Selbstporträts, geschaffen von zum Teil namhaften Künstlern, vermachen wollte (die LN berichten), ereilte gestern eine schriftliche Absage aus Ostholsteins Kreisstadt. Darin teilt ihm Geschäftsführerin Dr. Juliane Moser von der Stiftung Schloss Eutin mit, dass der Stiftungsvorstand sich während seiner jüngsten Sitzung gegen eine Präsentation oder Übernahme der Sammlung ausgesprochen habe. Engel: „Der Vorstand soll die von mir vorgesehene Gewichtung der Sammlung im Rahmen der Gesamtpräsentation des Schlosses als nicht wünschenswert angesehen haben.“Auf LN-Nachfrage bestätigte Dr. Moser den negativen Bescheid und erklärte, als Stiftungszweck sei gesetzlich vorgeschrieben, dass das Schlossmuseum Einblicke in das frühere Wohnschloss der Großherzöge von Oldenburg geben müsse. Engels Gemäldesammlung passe nicht in dieses Konzept. Sie hoffe, so Moser weiter, dass Engel einen angemessenen Ort finde, an dem die Sammlung dann auch qualifiziert betreut werde.„Ich bin sehr enttäuscht von der Stadt. Das ist jetzt eine ziemlich verrückte Situation“, äußerte sich Engel auf LN-Nachfrage. Es sei von jeher sein „Herzenswunsch“ gewesen, die 550 Gemälde, Aquarelle, Radierungen, Lithografien, Holzschnitte und Siebdrucke von Künstlern wie Lovis Corinth, Horst Janssen, Jörg Immendorf und Paul Wunderlich in seiner Heimatstadt ausstellen zu lassen. Nach einem Gespräch im Eutiner Rathaus, an dem im September neben ihm auch Juliane Moser und Eutins Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz teilnahmen, sei er recht optimistisch gewesen. „Ich war mir sicher, dass die Sache über die Bühne geht“, sagte Engel gestern. Denn dem ihm vor wenigen Tagen zugesandten Gesprächsprotokoll habe er realisierbare Möglichkeiten entnommen. Engel zitierte aus dem Protokoll: „Frau Dr. Moser stellt in Aussicht, dass mit der Klimatisierung der Räume (zwingende Voraussetzung für die Präsentation der Bilder) in der oberen Etage des Schlosses mit großer Wahrscheinlichkeit bald begonnen werden wird. Die Möglichkeit, einen Teil des Schlosses durch diese Ausstellung in ein Kunstmuseum zu wandeln, hält sie für eine große Chance und wird den Stiftungsvorstand entsprechend einbinden. Eine Realisierung zur Landesgartenschau 2016 wird als optimal angesehen.“ Und was soll jetzt mit der Sammlung geschehen? Mit dem Bürgermeister sei auch schon über Flächen im Bahnhof und im Haus des Kurgastes an der Stadtbucht gesprochen worden. Engel überlegt: „Wenn es mit dem Schloss nicht geht, dann muss ich mir wohl selber etwas suchen.“ So kann er sich vorstellen, auf eigene Rechnung repräsentative Räume zu mieten und die Bilder dort zu zeigen. Ihm schwebt etwa das Witwenpalais am Markt vor. Engel vermutet: „Das würde die Stadt vielleicht düpieren, aber sie lässt mir ja keine andere Wahl.“

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