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Eutiner Soft-Wahlkampf: Auf der Suche nach den Unterschieden

Eutin Eutiner Soft-Wahlkampf: Auf der Suche nach den Unterschieden

Wie die beiden Bürgermeister-Kandidaten Poersch und Behnk um Stimmen werben.

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Der Würfel entschied, wer sich als Erster vorzustellen hatte: Achim Krauskopf, die SPD-Kandidatin Regina Poersch, der von der CDU unterstützte Carsten Behnk und Martina Janke-Hansen (von links).

Quelle: Peyronnet

Eutin. Ihre Plakate sind in Rot gehalten, seine in Blau. Sie ist Sozialdemokratin, er parteilos, hat aber die CDU hinter sich. Abgesehen vom Geschlecht sind das die augenfälligsten Unterschiede zwischen Regina Poersch (46) und Carsten Behnk (48), die zur Bürgermeister- Wahl in Eutin am 28. Februar gegeneinander antreten. Beide sind Diplom-Verwaltungswirte und leidenschaftliche Eutiner, beide wollen eine neue Ära des Miteinanders in der Stadt einläuten. In ihren Positionen und Zielen liegen sie allenfalls in Nuancen auseinander. „Wo unterscheiden Sie sich eigentlich?“, lautete denn auch eine naheliegende Frage aus dem Publikum am Mittwochabend in der Aula der Gustav-Peters-Schule, Ort der ersten von drei von der Stadt organisierten Kandidaten-Vorstellungen. Die Antwort blieb offen.

Zu erleben waren zwei thematisch sattelfeste Kandidaten, die aber kein kritisches Wort übereinander verlieren. Als „freundschaftlich und auf Augenhöhe“, charakterisierte Behnk den Umgang mit Poersch.

Die lobte „das offene Visier“ des Konkurrenten. Höhepunkt dieses Soft-Wahlkampfes: Beide befanden, der jeweils Andere sei in seinem jetzigen Amt besser aufgehoben als im Eutiner Rathaus — Poersch im Landtag, Behnk in der Kreisverwaltung.

Die beiden Moderatoren, Achim Krauskopf vom Ostholsteiner Anzeiger und Martina Janke-Hansen von den LN, ließen weitgehend das Publikum die Fragen stellen. Und so lieferte der Abend auch Hinweise, was sich Eutiner wünschen und was ihnen aufstößt. Es wurde etwa mehr Geld für die Schulen, mehr Busverkehr ins Umland, die Wiedereröffnung des Fußweges durch das Sana-Gelände oder eine entschlossene Bekämpfung des Jakobskreuzkrauts in der Stadt gefordert. Der Flüchtlingszustrom kam ebenso zur Sprache wie die Finanzlage der Stadt. Abgesehen von den Schulen und dem giftigen Kraut — Poersch will es „hartnäckig“ entfernen, Behnk beim Beseitigen „Gas geben“ — hüteten sich beide vor festen Zusagen. Für Extra-Busse sehen sie wenig Chancen, beim Fußweg setzen sie auf eine alternative Route. Für die Schulen formulierte Poersch jedoch eine klare Vorfahrtsregelung: „Bauliche Veränderungen für die Inklusion gehören nach ganz oben.“ Auch für Behnk ist Inklusion ein hohes Ziel. Auf einen Schlag sei aber nicht alles machbar. Er will als Bürgermeister einen Stufenplan erstellen.

Die Haushaltslage der Stadt macht dem Kandidaten der CDU mehr Sorgen als der SPD-Bewerberin. Behnk kündigte eine regelmäßige Ausgabenkritik an, damit Eutins 46-Millionen-Euro-Schuldenberg nicht weiter wächst. Poersch meinte, die Stadt habe für die Schulden „auch etwas bekommen“, nämlich eine moderne Infrastruktur. Flüchtlinge will die SPD-Kandidatin genauso willkommen heißen wie „Touristinnen und Touristen“, die nach Eutin kommen. Auch Behnk sprach sich für eine weitere Aufnahme aus, plädierte aber ebenso dafür, Ängste in der Bevölkerung ernstzunehmen und den Neubürgern die hier geltenden Regeln deutlich machen.

Nimmt man die Wortmeldungen als Maßstab, dann scheint lokal ein anderes Thema die Eutiner mehr umzutreiben: das Stadtbild. Die Skepsis gegenüber dem Bau von mindestens einem neuen Hotel, den beide Kandidaten befürworten, war groß, erst recht mit Blick auf den Standort Stadtbucht. Behnk wie Poersch versicherten, den Bürgerentscheid zum Erhalt vom „Haus des Gastes“ zu respektieren. Keinesfalls dürfe der nach Ablauf der zweijährigen Schamfrist von der Politik kassiert werden. Poersch möchte am runden Tisch mit den Bürgern nach einer guten Lösung für dieses kostbare Areal suchen. „Ich kann mir das gut unter Einbeziehung vom Haus des Gastes vorstellen“, gab sie zu Protokoll. „Mir geht es immer um den Ausgleich“, versicherte Behnk. Auf den Hinweis, dass ein modernes Vier-Sterne-Hotel mit Spa-Bereich 100 Meter lang und vier Geschosse hoch werden müsse, um die Empfehlungen eines städtischen Gutachtens zu erfüllen, versicherten beide: Einen solchen Klotz dürfe es niemals geben.

Zwei Stunden dauerte die Diskussion. Die Bürgermeister-Wahl ist eine Personenwahl. Poersch wollte mit Natürlichkeit und Bodenhaftung punkten, räumte schon mal ein, dass sie kein Patentrezept habe.

Etwas unglücklich verlief ihre persönliche Vorstellung — mit Manuskript und einer Portion Aufgeregtheit, wie sie selbst gestand. Die Startschwierigkeiten waren aber schnell überwunden. Behnk gab den Macher. Er formulierte frei, sein Solo-Auftritt wirkte souveräner. Resümee eines Teilnehmers: Wie immer die Wahl ausgehe, die Stadt werde einen kompetenten Rathaus-Chef bekommen. pet

Briefwahl ab sofort möglich
Die Briefwahlunterlagen für die Bürgermeisterwahl am 28. Februar werden ab sofort ausgegeben. Das Briefwahllokal befindet sich neuerdings an der Albert-Mahlstedt-Straße 13, Fachdienst Bürgerservice/Sitzungssaal (Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag 8.30 bis 12 Uhr und 14 bis 15.30 Uhr, Freitag 8.30 bis 12 Uhr).
Wahlberechtigt sind alle Eutiner, die das 16. Lebensjahr vollendet haben und seit sechs Wochen im Stadtgebiet wohnen. Fragen zur Briefwahl werden unter Telefon 04521/793216 beantwortet (E-Mail: e.magiera@eutin.de). Die Wahlbenachrichtigungskarten werden bis 7. Februar zugestellt. Auf der Rückseite befindet sich der Antrag für die Briefwahl. Diesen Antrag gibt‘s auch direkt im Briefwahllokal oder online unter www.eutin.de unter Service/Bürgermeisterwahl. Wer für einen Anderen Unterlagen beantragen oder abholen möchte, braucht eine Vollmacht.
Noch zwei Vorstellungen: Carsten Behnk und Regina Poersch diskutieren am 3. Februar im Kreishaus. Die dritte Runde folgt am 9. Februar im „Gasthaus Wittenburg“ in Fissau. Beginn ist jeweils 19 Uhr.

LN

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