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Eutins SPD quält sich

Eutin Eutins SPD quält sich

Ortsverein ringt um Position zum Haus des Gastes.

Eutin. Abreißen, vorerst stehen lassen, dauerhaft erhalten: Zur Zukunft vom Haus des Gastes gibt es in der Eutiner SPD sehr unterschiedliche Positionen. Auf einer Mitgliederversammlung des Ortsvereins im Brauhaus prallten sie gestern aufeinander. Am Ende einer kontroversen, teilweise gereizten Debatte kam es aber doch zu einem eindeutigen Beschluss. Mit 16 Ja-Stimmen unterstützte die Versammlung ein Positionspapier der Rathaus-Fraktion, wonach es erst dann zu einem Abriss kommen soll, wenn für das Areal an der Stadtbucht „eine andere öffentliche Nutzung konkret bevorsteht.“

Hinter das Anliegen der Bürgerinitiative, die das Haus instandsetzen und dauerhaft erhalten will, stellten sich fünf Mitglieder. Ihr Wortführer in der Eutiner SPD ist Eugen von Ruskowski, der scharf mit dem von der Stadt bestellten Modernisierungsgutachten ins Gericht ging. Es sei in Auftrag gegeben worden, um die Kosten auf fast drei Millionen Euro hochschrauben zu können. Dabei sei das Wiederherstellen des Hauses für „wesentlich, wesentlich weniger Geld“ zu haben, nämlich für gut eine halbe Million Euro, verwies Ruskowski auf die Berechnungen der Experten der Bürgerinitiative.

Hans-Georg Westphal, Chef der achtköpfigen SPD-Fraktion in der Stadtvertretung, widersprach. Die für einen ganzjährigen Betrieb erforderliche energetische Sanierung, der fällige Behinderten-gerechte Umbau und der Brandschutz erforderten „ganz erhebliche Beträge“. Allein der Brandschutz schlage mit einer Summe zu Buche, die die Bürgerinitiative für die Gesamtsanierung ansetze. Unterstützt wurde Westphal von Detlef Kloth. „Für die Gutachter lege ich meine Hand ins Feuer, das sind keine Fantasiezahlen“, kommentierte er die angesetzten 2,84 Millionen Euro. Dazu komme die „neue Zeitrechnung“

seit der LGS. Kloth: „Vor der Gartenschau hatten wir Geld, nach der Gartenschau nicht mehr“, deutete der Stadtvertreter unter Berufung auf Bürgermeister Carsten Behnk düstere Zahlen in der Abschlussbilanz an.

Die Rathaus-Fraktion lehnt deshalb eine aufwändige Sanierung ebenso ab wie einen Abriss auf Vorrat. Sie will weiter nach einem Hotel-Investor oder nach einer anderen öffentlichen Nutzung suchen. Das Haus des Gastes sollte deshalb „nur mit einfachen Mitteln instandgesetzt werden“, um eine Nutzung in den Sommermonaten zu ermöglichen, vor allem im Außenbereich. In der Konsequenz stellt sich die Fraktion gegen das Bürgerbegehren, das auf einen dauerhaften Erhalt vom Haus des Gastes abzielt. Die möglichen Kosten von 2,84 Millionen Euro stünden in keinem Verhältnis zum Nutzen.

Hinter dieser Position konnten sich am Ende auch die entschiedenen Abriss-Befürworter wie etwa der Senioren- und Behindertenbeauftragte Hans Rech versammeln. Rech hatte sich zuvor darüber empört, dass auf der Mitgliederversammlung die Kunsthistorikerin Karen David zu Wort kam. Sie stufte das Haus des Gastes als „qualitätsvolles Erbe der Nachkriegsmoderne“ein, das es zu schützen gelte.

Überhaupt fielen zum Teil deutliche Worte. Eugen von Ruskowski wünschte sich, dass die Verantwortlichen bei der Stadt zur Rechenschaft gezogen werden, die den Brunnen vom Haus des Gastes abreißen und zertrümmern ließen, „obwohl sie es nicht durften.“ Klaus Kibbel nannte es eine „Schweinerei“, dass die Stadtverwaltung keine Einzelpositionen zum Gutachten herausgebe. „Wie bei Ceta“.

Einig ist sich der SPD-Ortsverein in der Bewertung der Landesgartenschau. Die sei hochqualitativ gewesen, habe der Stadt „sechs tolle Monate“ beschert, meinte Westphal. Und Benno Orlick stellte mit Blick auf die neu gestalteten Flächen unter großem Beifall fest: „Egal, wie groß das Defizit ist, mit diesem kleinen Geld hätten wir es allein nicht schaffen können.“

pet

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