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Ostholstein Eutins Segler sind sauer: Poller-Streit mit der Stadt
Lokales Ostholstein Eutins Segler sind sauer: Poller-Streit mit der Stadt
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22:34 06.07.2017
Mit einem Schlüssel kann der Poller (Mitte) entfernt werden, dann geht es links auf den Hauptweg zum Verein.
Eutin

Park, See, Boote, entspannte Ruhe. Doch auch wenn der Große Eutiner See still in der Sommersonne glänzt, ist die Stimmung der meisten Mitglieder des Ostholsteinischen Segler-Vereins Eutin (OSVE) aufgrund der Veränderungen in den vergangenen zwei Jahre getrübt. Man habe sich zur Landesgartenschau (LGS) kooperativ verhalten und auf Zusagen vertraut. Die entsprechenden Worte des damaligen Geschäftsführers Bernd Rubelt hat Jens Jordan, zweiter Vorsitzender des OSVE, noch im Ohr: „Auf der Jahreshauptversammlung hat Herr Rubelt gesagt, es werde sich nichts ändern.“ Die bisherige Regelung einer freien Zufahrt für den Verein im Anschluss an die LGS bleibe bestehen. Nur deshalb habe man den Rückbau der alten Zuwegung vom Heinrich-Lüth-Weg an der Bebensundbrücke vorbei hingenommen.

Schlechte Erreichbarkeit hat beim OSVE bereits zu Austritten geführt.

Tatsächlich jedoch sei die jetzige Zufahrt aus Richtung Heinrich- Lüth-Weg/Stadtbucht mit einem Poller versperrt worden. Der lasse sich zwar mit passendem Schlüssel aus dem Weg räumen, allerdings gibt es von diesen Schlüsseln für den rund 170 Mitglieder zählenden Verein nur drei Exemplare: „Das Auto abzustellen, den Schlüssel zu holen, den Poller aus der Halterung zu heben – das ist gerade für unsere älteren Mitglieder ein Problem“, sagt Jordan. Als Segler habe man immer Ausrüstung, Funktionskleidung oder Werkzeug dabei und sei auf eine ungehinderte Anfahrt angewiesen.

Der Vorsitzende Gerd Heiligenstühler habe Carsten Behnk (parteilos) vor etwa zwei Wochen auf Rubelts Versprechen aufmerksam gemacht. „Die Antwort des Bürgermeisters dazu lautete, was Herr Rubelt gesagt habe, sei ihm egal, der sei nicht mehr bei der Stadt Eutin und damit habe das keine Relevanz“, gibt Jordan wieder. Auf LN-Nachfrage äußert sich zunächst Stadtmanagerin Kerstin Stein- Schmidt: „Die Situation im Seepark hat sich glücklicherweise geändert. Der Park ist jetzt ein lebendiger Stadtpark mit vielen Fußgängern und Fahrradfahrern. Diese haben auf jeden Fall Vorrang. Für andere Nutzer gibt es die Pollerlösung mit Schlüssel.“ Am Abend ergänzt Bürgermeister Behnk im Telefonat mit den LN, dass der Vorwurf so nicht richtig sei, ihm liege am Dialog mit dem OSVE. „Ich möchte, dass der Verein vernünftig funktioniert.“

Die eingeschränkte Erreichbarkeit beeinträchtige Segelbetrieb und Jugendarbeit und habe laut Jordan bereits zu Austritten geführt: „Die Mitgliederzahlen sind von 200 auf derzeit rund 170 zurückgegangen.“ Zudem hoffe man darauf, dass der Müll weiterhin direkt am Gelände abgeholt werde und nicht bis zum Heinrich-Lüth-Weg oder an die Riemannstraße gebracht werden muss: „Es zeichnet sich ab, dass wir dafür kämpfen müssen.“ Und noch eine Angelegenheit stinkt den Seglern buchstäblich: „Wir haben auf unserem Grillplatz bis dato 190 Fremdpinkler gezählt“, empört sich Jordan. Mit einem Zaun, bezahlt aus der Vereinskasse, der seit drei Tagen das Grundstück zum Weg hin begrenzt, wolle man gegenwirken.

Eine Maßnahme, die dem Selbstverständnis der Wassersportler wiederspricht: „Wir waren immer offen!“ Nach wie vor lasse man Spaziergänger auf Anfrage die Toiletten benutzen. Die Lösung aber wären öffentliche WCs. Natürlich, so betont Jordan, sei man im Verein, der in zwei Jahren sein 100-jähriges Bestehen feiert, dialogbereit. Er nennt als jüngstes Beispiel die Öffnung der Toiletten für das Seeparkfest am 25. Juni. Klar ist aber auch die OSVE-Forderung nach einer ungehinderten Zufahrtsregelung. Die Antwort aus dem Rathaus ist ebenso eindeutig: „Die Zuwegung ist weiterhin mit Poller geregelt; der Seglerverein hat ja entsprechende Schlüssel“, sagt Stein-Schmidt.

OSVE lädt ein

Dass es um die Freude am Segelsport im

OSVE bestens bestellt ist, wollen die Mitglieder morgen beim Tag der Offenen Tür zeigen. Von 11 bis 16 Uhr gibt es Gelegenheit zum Mitsegeln. Kinder und Jugendliche dürfen Opti und Pirat in Augenschein nehmen und natürlich ist für Speis und Trank gesorgt. „Wir freuen uns auf alle Eutiner und ihre Gäste, die uns kennenlernen wollen“, sagt Jens Jordan, zweiter Vorsitzender des OSVE.

 Astrid Jabs

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