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Ostholstein Eutins gefährlichste Kreuzung: 17 Unfälle seit Jahresbeginn
Lokales Ostholstein Eutins gefährlichste Kreuzung: 17 Unfälle seit Jahresbeginn
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20:44 18.10.2016
Im vergangenen Jahr ist auf Betreiben von Polizei und Fahrradinitiative die Markierung samt Piktogramm aufgebracht worden. Quelle: Fotos: Astrid Jabs/ben

Es waren keine amtlichen Zahlen, die Heiko Godow (CDU) auf der jüngsten Sitzung des Eutiner Stadtentwicklungsausschusses vorlegte. Gleichwohl ist die Zahl der Unfälle mit Personenschaden, die er seit Jahresbeginn für die Kreuzung Elisabethstraße/Hospitalstraße verzeichnet hat, alarmierend: Nach Godows Zählung haben sich dort 17 Unfälle ereignet, in deren Folge seine Mitarbeiter unterstützend tätig geworden seien. Der Stadtvertreter betreibt in unmittelbarer Nachbarschaft einen Pflegedienst und nimmt derartige Vorkommnisse in seine betriebliche Dokumentation auf: „Die Mitarbeiter halten jeden Fall einer solchen externen Hilfeleistung schriftlich fest“, erklärt er gegenüber den LN. Seinen Beobachtungen nach seien aus Richtung Plöner Straße kommende Fahrrad- oder Mofafahrer besonders gefährdet.

Die Einmündung der Hospitalstraße in die Elisabethstraße steht auf der Tagesordnung der Unfallkommission – Ob ein Kreisverkehr helfen kann, wird noch geprüft.

Polizeihauptkommissar Rainer Dürkop, Sachgebietsleiter der Abteilung Verkehrssicherheit der Polizeidirektion Lübeck, ist das Problem sehr präsent: „Wir haben dort im Sommer letzten Jahres im Zusammenwirken mit der Eutiner Fahrradinitiative die vorschriftsmäßige Blockmarkierung auf der Fahrbahn sowie das Aufbringen zweier Piktogramme in Gang gebracht“, berichtet er. Die von Godow genannten Zahlen nehme er sehr ernst, auch wenn sie als nicht-amtliche Größen nicht in die Statistik für den Kreis Ostholstein einfließen könnten: „Wir können als Polizei nur aufnehmen, was uns angezeigt wird“, so Dürkop. Für 2015 stehen an der Kreuzung sieben Unfälle mit Personenschaden offiziell zu Buche. Damit wird das Thema Elisabethstraße/Hospitalstraße auch die Unfallkommission auf deren turnusgemäßer Sitzung im November beschäftigen. Auf Grundlage des Verkehrssicherheitsberichtes werden hier Maßnahmen für Unfallhäufungsstellen beraten. Als solche werden Orte geführt, an denen es im Laufe eines Kalenderjahres zu mindestens drei Unfällen gleicher Art gekommen ist.

Vier Fahrbeziehungen, die Fußgängerampel und der Rettungswagenverkehr der Sana-Klinik machen die Kreuzung zu einem kritischen Punkt. Deshalb habe man bereits vor gut zwei Jahren im Zuge einer Bauplanung die Prüfung der Einrichtung eines Kreisverkehrs in Auftrag gegeben, erinnert Heiko Godow. Sein Nachhaken im Entwicklungsausschuss brachte diesbezüglich nichts Neues. Aus der Verwaltung heißt es, man prüfe diese und weitere Optionen.

Rainer Dürkop sagt dazu: „Die Polizei befürwortet grundsätzliche bauliche Maßnahmen zur Minimierung von Risiken. Vor allem, weil sich die Wirkung anderer Instrumente, wie ein gelbes Blinklicht beispielsweise, häufig durch abnehmende Sensibilisierung der Verkehrsteilnehmer abnutzt.“ Allerdings: „Ein Kreisverkehr macht nur dann Sinn, wenn er leistungsfähig ist. Und dafür braucht man viel Platz“, so seine Einschätzung. Godow indes drängt auf baldiges Handeln: „Da muss etwas geschehen. Jeder Unfall ist einer zu viel.“

 Astrid Jabs

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