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Ostholstein Exklusiv: So plant Femern A/S den Belttunnel
Lokales Ostholstein Exklusiv: So plant Femern A/S den Belttunnel
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21:52 23.06.2017
Der gigantische Bauhafen in Rødbyhavn hat eine Gesamtfläche, die so groß ist wie die von 200 Fußballfeldern.
Fehmarn

Am kommenden Dienstag (27. Juni) starten in der Gollan-Werft in Lübeck die Erörterungstermine zur Planfeststellungsunterlage für den Bau des Belttunnels. Beinahe zeitgleich haben die LN ein Animationsvideo des Baukonsortiums erhalten, das den Bauprozess des Tunnels darstellt und das wir exklusiv auf LN-online.de veröffentlichen. Zu sehen ist der gesamte Produktionsablauf, beginnend mit dem Eintreffen von Stahl, Stein, Kies und Zement am Arbeitshafen. Ferner zeigt der Film den Transport der fertigen Elemente aus einer der weltweit größten Dockanlagen bis hin zur Absenkung der Tunnelelemente in der Ostsee.

Klicken Sie sich durch die Bildergalerie, um zahlreiche weitere Grafiken und Konstruktionsvorlagen für den Bau des Fehmarnbelttunnels zu sehen.

Felix Irmer, Pressesprecher Deutschland von Femern A/S, sagt: „Die Tunnelelemente werden in einer Fabrik gebaut, um die besten Bedingungen für den Beton zu generieren, sowie gute Arbeitsbedingungen für die Arbeiter zu schaffen und eine Produktion, die unabhängig ist vom Wetter, zu gewährleisten.“

Zurück zum anstehenden Termin in Lübeck: Damit die Erörterungen in der Gollan-Werft kein Hindernis für die Realisierung des Tunnelbauwerks werden, hat ein 150-köpfiges Team die 12600 Einwendungen zur Planfeststellung beantwortet und versucht, die Kernkritikpunkte auszuräumen. Dem Bauherrn wie auch den Bauunternehmen ist vor allem aus wirtschaftlichen Gründen stark daran gelegen, das Planfeststellungsverfahren ohne große Zeitverzögerungen zu meistern.

Alles über das Projekt und den Bau der Hinterlandanbindung erfahren Sie auf unserer Themenseite

Für das Projekt sprechen sich Initiativen und Institutionen wie „Beltoffen“, Baltic FS, IHK, Hansebelt oder auch der CDU-Wirtschaftsrat aus. Sie alle schauen in den kommenden Tagen auf die Bauplanungen des Konsortiums, aber auch auf die Ergebnisse aus Lübeck.

Mit genau der entgegengesetzten Intention werden die Projektgegner den Weg nach Lübeck antreten. Susanne Brelowski, Sprecherin der Allianz gegen eine feste Fehmarnbeltquerung, sagt zu den bevorstehenden Anhörungen: „Natürlich missfallen uns die Termine zu diesem Zeitpunkt, wo viele Gegner nicht in der Lage sein werden, sie wahrzunehmen.“ Auch könne sie nicht nachvollziehen, warum neben den Bürgern, die Einwendungen eingesandt haben, nur direkt betroffene Bürger bis zu einem Abstand von 15 Kilometern vom Tunnel zugelassen sind. „Unserer Auffassung nach sind alle Bürger entlang der Trasse direkt vom Tunnel betroffen.“ All dies und noch vieles mehr an Kritik – vor allem am Bauherrn Femern A/S sowie an der Genehmigungsbehörde, dem Landesbetrieb Straße und Verkehr, käme in Lübeck zur Sprache.

1,5 Millionen Quadratmeter ist die Fabrik im Fährhafen in Rødbyhavn groß. Das entspricht 200 Fußballfeldern. Der 18 Kilometer lange Tunnel besteht aus 89 Betonelementen: 79 Standardelementen und zehn Spezialelemente. Jedes Element wiegt 70000 Tonnen. Sie sind 217 Meter lang und 40 Meter breit.

Das Konsortium besteht aus den Unternehmen Vinci Construction Grands Projets (Frankreich), Per Aarsleff A/S (Dänemark), Wayss & Freytag (Deutschland), Max Bögl Stiftung & Co. (Deutschland), Soletanche Bachy International (Frankreich), CFE (Belgien), BAM Infra (Holland) und BAM International (Holland).

Das Unternehmen Cowi (DK) ist das Hauptberatungsunternehmen.

Die Beltretter mit Sitz auf Fehmarn werden ebenfalls mit geballter Faust in der Tasche antreten. Ihr Slogan lautet: „Nordeuropas größte und wohl riskanteste Baustelle mitten in unserer Ostsee? Ohne mich!“ Sie vergleichen das Projekt mit dem geplanten Berliner Flughafen und rufen dazu auf, dass möglichst viele Bürger in die Gollan-Werft kommen. Dabei wollen sie Beltretter-Shirts gratis verteilen. Ein Kernvorwurf lautet: „Die Planer agieren intransparent, oberlehrerhaft und ignorant gegenüber den Menschen in der Region.“

Anhörung

Alle wichtigen Details zum Erörterungsverfahren in Lübeck in der Kulturwerft Gollan, Einsiedelstraße 6, erfahren unter folgendem Link: http://t1p.de/4s4o

Fest stehen bereits folgende Termine: Dienstag, 27. Juni; Mittwoch, 28. Juni; Donnerstag, 29. Juni; Dienstag, 4. Juli; Mittwoch, 5. Juli und Donnerstag, 6. Juli –

Beginn ist jeweils um 9.30 Uhr.

 Peter Mantik

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