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Ostholstein Expo-Hostessen tragen Kollektion „Made in Ratekau“
Lokales Ostholstein Expo-Hostessen tragen Kollektion „Made in Ratekau“
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09:21 12.06.2017
Finja Holweg in Kasachstan:  Alexey, die Hostess: Avgustanovich, Isabel Reuter (mit blauer Hose) und Finja Marie Holweg (in rosa Hose). Quelle: HRF
Ratekau/Astana

Wie in einer anderen Welt fühlt sich Finja Marie Holweg, als sie durch den deutschen Pavillon schlendert, der wie eine Stadt der Zukunft wirkt. Die Ratekauerin staunt zwar sehr über die aufwendige Gestaltung des Gebäudes rund um das Thema Energie auf der Expo in Astana, doch eigentlich interessiert sie nur eines an diesem Tag: Wie ist das Personal gekleidet? Die Hosen und Jacken der insgesamt knapp 80 Hosts und Hostessen hat nämlich die 21-Jährige zusammen mit ihrer Studienkollegin Isabel Reuter designt. „Es ist eine tolle Erfahrung und ein bisschen Stolz ist auch dabei, die Kleidung jetzt in Aktion zu sehen“, sagt Holweg erfreut. Unter 20 Teams setzte sie sich mit ihren kreativen Vorstellungen made in Ostholstein in einem nationalen Wettbewerb der Hamburg-Messe und des Bundesministeriums für Energie durch, durfte als Siegerin die Mitarbeiter ausstatten und selbst nach Kasachstan fliegen.

 

Die Ratekauerin Finja Marie Holweg (l.) und ihre Studienkollegin Isabel Reuter (r.) sehen das erste Mal ihre fertige Kollektion an den Expo-Mitarbeitern Alexey und Avgustanovich im deutschen Pavillon.
Die 21-Jährige zeigt in Ratekau stolz ihr Zertifikat. Quelle: Fotos: Bz/hfr

„Es ist alles total aufregend, man sieht, was man entworfen hat“, sagt die angehende Modetextilmanagerin begeistert über ihren ersten Auftrag. Die Studentin und Mode-Bloggerin sieht in Astana das erste Mal die fertige Kollektion. Nicht nur sie ist glücklich. „Vielen gefällt das sportliche Design.“

Als sich das Duo vor etwa acht Monaten zum Start des Wettbewerbs an ihrer Uni in Hamburg fragte, wie die Kleidung denn aussehen und worauf geachtet werden sollte, gab es viele Ideen. Doch ausgefallene Designs und modische Trendsetter mussten weitgehend ausgeblendet werden. „Komfortabel muss es sein, das war das Ausschlaggebende“, erklärt die 21-Jährige. Schließlich müssen die Mitarbeiter noch bis September in dem deutschen Pavillon in der Kleidung arbeiten. Aber nicht nur ein bequemer Schnitt war für sie wichtig, die Kleidung musste auch für jedes Wetter und jede Konfektionsgröße gefertigt werden.

Konkrete Vorstellungen zeichnete das Team in vielen Nachtschichten auf, arbeitete weiter an der Kollektion, bis dem Duo ein Detail einfiel, das wohl den Ausschlag zum Sieg gab. Die dunkelblauen und grauen Polo-Shirts, Hosen und Jacken sollten alle einen farbigen 360-Grad-Streifen bekommen. Einerseits würden die Helfer so von den Besuchern gut gesehen, außerdem passen sie in das Konzept des Deutschen Pavillons. „Im Pavillon gibt es eine Energielinie“, erklärt Holweg den Zusammenhang. Gesagt, getan. Bei der abschließenden Modenschau im Dezember, bei der alle Teams ihre Designs an der Uni Hamburg präsentierten, überzeugten die Jury die schlicht gehaltenen Farben, das Design und vor allem der Farbakzent der Studentinnen. „Wir waren super überrascht“, sagt Holweg zum Sieg.

Nachdem feststand, dass Holweg und Reuter mit ihrem Entwurf das Personal ausstatten, fing die Arbeit erst richtig an. Für die Produktion musste eine technische Zeichnung angefertigt, Produzenten per Ausschreibung gesucht, der preisliche Rahmen abgesteckt und Stoffe ausgesucht werden. Erst im März gab es mit Hilfe der gefundenen Hamburger Produktionsfirma den ersten Prototyp . „Das war eine lehrreiche Zeit.“

Inzwischen tragen alle Mitarbeiter ihre Kollektion, zu der auch noch eine Tasche gehört. Holweg ist froh, dass die Kollektion gut ankommt. „Die Kleidung ist angenehm zu tragen und die Mitarbeiter sind sehr zufrieden, dass freut uns natürlich sehr. An solchen Sachen sieht man, dass man das Richtige macht“, fühlt sie sich in ihrem Ziel, ihr Hobby zum Beruf zu machen, bestätigt.

Die Expo in Kasachstan

Die Ausstellung hat gestern begonnen. Die Expo läuft noch bis zum 10. September in der Hauptstadt von Kasachstan, in Astana, auch Dubai der Steppe genannt. Damit wird diese Weltausstellung erstmals in Zentralasien gezeigt. Die Energiewende steht dort ganz am Anfang.

Thema 2017: Energie der Zukunft: Maßnahmen für weltweite Nachhaltigkeit

Die Pavillons zeigen Themen wie Versorgung mit Energie sowie fossile und erneuerbare Energie.

Die nächste Expo findet im Jahr 2020 in Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten statt.

 Beke Zill

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