Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Extra-Rente für Fehmarns Feuerwehr?
Lokales Ostholstein Extra-Rente für Fehmarns Feuerwehr?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:26 27.02.2013
Von Gerd-J. Schwennsen
Landesweite Mitgliederwerbung — auch mit der Autokraft. Quelle: Fotos: gjs

Zunehmende Personalnot bei den Blauröcken macht erfinderisch. Als erste Kommune in Ostholstein denkt die Stadt Fehmarn ernsthaft darüber nach, mit einer „Feuerwehr-Rente“ gegenzusteuern — und dadurch mehr Nachwuchs für dieses Ehrenamt zu motivieren. Das wäre sogar landesweit (fast) einmalig.

Denn bislang zahlt nur die kleine 300-Seelen-Gemeinde Altenhof bei Eckernförde in eine Zusatzrente für Feuerwehrleute. Vor drei Jahren erntete Altenhofs Bürgermeister Hilmar Marohn (Wählervereinigung KWA) damit viel Aufsehen. Weitere Nachahmer habe es, so Holger Bauer vom Landesfeuerwehrverband, bislang nicht gegeben. Der Hauptgrund: Diese pfiffige Idee wäre für die meisten Kommunen viel zu teuer.

Teuer wäre es auch für die Stadt Fehmarn: Derzeit 309 aktive Männer und Frauen verteilen sich auf elf Insel- Feuerwehren. Vor allem tagsüber drohen Engpässe, weil immer mehr Insulaner auswärts arbeiten und dann oft nur noch die halbe Wehr einsatzbereit ist. Meeschendorf stand gar, so Gemeindewehrführer Volker Delfskamp, knapp vor der Pflichtwehr. Jetzt lässt Bürgermeister Otto-Uwe Schmiedt (parteilos) das Modell „Feuerwehr-Rente“ prüfen — als Anreiz vor allem für junge Insulaner, der Freiwilligen Feuerwehr am Wohnort beizutreten.

Konkrete Zahlenspiele gebe es noch nicht. Bisher sei das Thema lediglich „nicht-öffentlich vorbesprochen“, so Schmiedt auf LN-Anfrage. Denkbar wäre, pro Feuerwehrmann oder -frau monatlich zehn Euro einzuzahlen. Jährlich wären das 120 Euro für jeden. Je länger jemand man bei der Wehr bleibt, desto mehr lohnt sich das später — als einmalige Kapitalleistung oder lebenslange Monatsrente.

Die Stadt müsste für ihre Brandschützer derzeit jährlich 37 000 Euro aufbringen — vielleicht durch Erhöhung der Grundsteuer B?

Das Dorf bei Eckernförde hat mit der „Feuerwehr-Rente“ gute Erfahrungen gesammelt. Marohn: „Kartoffelsalat und Würstchen für die Feuerwehr auszugeben, ist nicht genug.“ 5000 Euro stellt die schuldenfreie Gemeinde seit 2010 pro Jahr zur Verfügung. Das reichte auch, um den Personalbestand der kleinen Wehr leicht auszubauen. Altenhof zeigt sich aber auch sehr großzügig: Wer etwa nach 33 Jahren in die Ehrenabteilung geht, kann mit einer einmaligen Kapitalabfindung von rund 15 000 Euro oder einer lebenslangen Monatsrente von etwa 75 Euro rechnen. Schmiedt: „So hoch wird das bei uns nicht.“ Landesfeuerwehrverbands- Sprecher Bauer: „Wir finden alles gut, was einen Mehrwert für Feuerwehrmitglieder bringt. Eine Feuerwehr-Rente fürs Land fordern wir aber nicht.“

Am 4. Mai erhofft sich Bauer beim „1. Feuerwehr-Marketing- Kongress“ im Kieler Landeshaus viele pfiffige Ideen. Er wünscht sich von den Bürgermeistern, sich weitsichtig für ihre Feuerwehren einzusetzen. Alle Motivationshilfen, ob freier Eintritt ins Schwimmbad oder Finanzierungshilfe für den Führerschein, kosteten Geld. Bauer: „Doch wenn die Freiwillige Feuerwehr nicht mehr einsatzbereit ist und deren Leistung eingekauft werden muss, wird‘s teurer.“

Gerd-J. Schwennsen

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Erhöhung der Kreisumlage von 35 auf 36 Prozent soll ab kommendem Jahr 217 000 Euro einbringen.

27.02.2013

Der Zweckverband Ostholstein (ZVO) sammelt am Sonnabend, 2. März, in den Gemeinden Bosau, Ahrensbök und Süsel schadstoffhaltige Haushaltsabfälle ein.Kostenlos abgegeben werden können Schadstoffe wie Lacke, Säuren, Laugen, Chemikalien, Pflanzen- und Holzschutzmittel, Reinigungsmittel, Waschbenzine, Farbverdünner, Lösungsmittel und Leuchtstofflampen aus privaten Haushalten.

27.02.2013

Bei den Kreismeisterschaften im Rettungsschwimmen in Bad Schwartau war die DLRG Neustadt mit 20 Teilnehmern zwischen neun und 20 Jahren die am stärksten vertretene Gliederung.

27.02.2013
Anzeige