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Ostholstein FWE-Fraktion ist auseinandergebrochen
Lokales Ostholstein FWE-Fraktion ist auseinandergebrochen
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18:48 04.12.2018
Der Riss in der Fraktion der FWE war nicht zu kitten: Olaf Bentke und Sigrid Jürß (l.) haben mit anderen die Fraktion Demokratische Freie Wähler Eutin gebildet und die „Alten“ Malte Tech und Heinz Lange verlassen. Quelle: Ulrike Benthien
Eutin

In der Fraktionssitzung der Freien Wählergemeinschaft Eutin (FWE) ist es am Montagabend zum erwarteten Bruch gekommen. Vier Stadtvertreter und zwei wählbare Bürger haben sich von der FWE losgesagt und firmieren jetzt als Fraktion Demokratische Freie Wähler Eutin (DFWE).

Olaf Bentke, Manfred Ehmke, Sigrid Jürß, Tom-Henry Machoy, Annegret Cordes und Ulrike Wörle haben die neue Fraktion gegründet. Den Vorsitz hat Olaf Bentke übernommen, Sigrid Jürß ist seine Stellvertreterin. „Damit haben wir die Konsequenz aus den unwahren Behauptungen unserer ehemaligen Fraktionskollegen unter Vorsitz von Malte Tech gezogen“, teilte Sigrid Jürß in einer Pressemitteilung mit.

Wie berichtet, hatte der FWE-Fraktionsvorsitzende Malte Tech vor knapp 14 Tagen Olaf Bentke und Sigrid Jürß heftig attackiert. Er hatte in einer Pressemitteilung von „neuen rechtsgerichteten Mitgliedern der Fraktion“ gesprochen, denen es „durch arglistige Täuschung“ gelungen sei, „sich Vertrauen zu erschleichen“. Diese hätten in „konspirativen Treffen eine feindliche Übernahme der FWE geplant“. Olaf Bentke, so hatte Tech zudem verbreitet, habe sich nach der Kommunalwahl als AfD-Wähler und Björn-Höcke-Sympathisant geoutet. Bentke hatte daraufhin Strafanzeige wegen übler Nachrede und Verleumdung erstattet – gegen Tech, aber auch gegen Gerd Heiligenstühler, Lothar Sperling und Heinz Lange, die die Pressemitteilung ebenfalls unterzeichnet hatten.

„Zusammenarbeit nicht mehr vorstellbar“

„Durch die gegen uns inszenierte Schmutzkampagne ist das Vertrauensverhältnis zu den ehemaligen Fraktionskollegen unwiederbringlich zerstört. Eine weitere Zusammenarbeit ist für uns nicht mehr vorstellbar“, sagte Sigrid Jürß. Mit den unwahren und herabsetzenden Äußerungen der „vier Veteranen der FWE“ sei eine rote Linie endgültig überschritten worden. Selbst auf der Fraktionssitzung seien diese Anschuldigungen ohne Begründung aufrechterhalten worden. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der DFWE: „Wir lassen uns weder in die rechte Ecke stellen, noch haben wir es nötig, uns mangelhaften Sachverstand und fehlenden Fleiß vorwerfen zu lassen.“

Spannungen in der FWE-Fraktion hätten sich bereits während des Wahlkampfs gezeigt, gestand nun auch Jürß ein. „Es ist schon bemerkenswert, dass die FWE-Fraktion nach der Kommunalwahl im Mai mit vierzehn Mitgliedern angetreten ist, von denen im Dezember gerade noch sechs übrig geblieben sind“, sagte sie. Die Fraktion DFWE fühle sich selbstverständlich den Zielen und dem Programm der FWE verbunden, deren Mitglieder alle sechs weiterhin seien. Zwei der Fraktionsmitglieder sind im Vorstand der FWE: Olaf Bentke als Vorsitzender und Annegret Cordes als Kassenwartin.

Malte Tech sagte, durch die Spaltung sei ihm ein Stein vom Herzen gefallen. „Ich bin erleichtert. Diese ewigen Streitereien konnte ich nicht mehr aushalten.“ Er lasse aber vom Anwalt prüfen, ob die sechs so einfach eine eigene Fraktion aufmachen könnten. „Wenn nicht, sollen sie austreten.“ Die Hälfte seiner Fraktion sei „abgehauen“, gab er zu, und das Amt des zweiten stellvertretenden Bürgermeisters werde die FWE nun nicht mehr besetzen können. „Aber daran habe ich auch kein Interesse, da kommt man sowieso nie dran.“

Vorschlagsrecht für Grüne oder SPD

Dadurch, dass die FWE jetzt statt acht nur noch vier Stadtvertreter stellt und nicht mehr zweitstärkste Fraktion ist, geht das Vorschlagsrecht für die Besetzung des Bürgermeister-Stellvertreter-Amtes an SPD oder Grüne. Beide haben sieben Sitze in der Stadtvertretung. „Sie können sich absprechen, wer den zweiten Stellvertreter stellen soll. Wenn sie sich nicht einigen, wird gelost“, sagte Andreas Lietzke, Fachbereichsleiter Zentrale Steuerung und Service. „Aber es besteht keine Eile, das in der heutigen Stadtvertretersitzung zu klären. Gewählt werden kann auch im Februar.“ Eine Neuerung wird es heute schon geben: Tische und Stühle im Sitzungssaal werden neu angeordnet.

Ulrike Benthien

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