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Ostholstein Fähren auf der Vogelfluglinie: Moderne Flotte seit 20 Jahren
Lokales Ostholstein Fähren auf der Vogelfluglinie: Moderne Flotte seit 20 Jahren
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20:54 31.08.2017
Seit 20 Jahren sind die Doppelendfähren – vorne im Bild von 1998 die „Schleswig-Holstein“ – auf der Vogelfluglinie im Einsatz. Quelle: Foto: Carsten Watsack (hfr)

„20 Jahre vergehen buchstäblich wie im Fluge“, staunt selbst Scandlines-Sprecherin Anette Ustrup Svendsen. Rückblende – es ist der 27. Juli 1997: Jan Ullrich sorgt damals für Schlagzeilen. Denn er gewinnt als erster Deutscher die Tour de France. Und das ganze Land steht Kopf.

Rückblende August 1997: Premiere der „Schleswig-Holstein“ in Puttgarden.

Zahlen zur Vogelfluglinie

Vier Hybridfähren sind heute im Einsatz: „Prins Richard“, „Schleswig-Holstein“, „Deutschland“ und „Prinsesse Benedikte“ (in der Reihenfolge ihrer Fertigstellung 1997).

Außerdem fahren auf der Vogelfluglinie die Gefahrgutfähre „Holger Danske“ und die Frachtfähre „Kronprins Frederik“.

Sie befördern auf der Route Puttgarden–Rødby jährlich über sechs Millionen Fahrgäste, rund 1,5 Millionen Pkw und etwa 500 00 Frachteinheiten.

In Ostholstein und vor allem auf Fehmarn bewegt die Menschen dagegen ein ganz anderes Ereignis. Die auf einer holländischen Werft gebaute „Schleswig-Holstein“, die zwei Tage zuvor um 18.44 Uhr Rotterdam verlassen hat, erreicht an diesem Sonnabend um 12.28 Uhr das Fährbett 1 in Puttgarden.

Noch sind tagelang Trainingsfahrten von Puttgarden nach Rødby und wieder zurück nötig, während der Fahrplan-Verkehr weiterläuft. Doch am 1. August ist es so weit: Die „Schleswig-Holstein“ verlässt um 11.53 Uhr den Fährhafen Puttgarden zur ersten planmäßigen Überfahrt nach Rødby.

Johannes Wasmuth, heute Seniorkapitän, erinnert sich: „Es war ein schöner Sommertag. Die ersten Passagiere bekamen alle ein kleines Präsent und waren beeindruckt von der modernen und komfortablen Fähre.“ Mit an Bord ist die damalige Führung der Deutschen Fährgesellschaft Ostsee (DFO), die den Neubau der deutschen Schiffe beauftragt hatte. Erst 1998 kommt es zur Fusion mit Scandlines A/S (Dänemark).

Bei der Rückfahrt nach Puttgarden gibt es dann doch einige Anfänger-Schwierigkeiten. Wasmuth: „Das Anlegemanöver dauerte fast eine ganze Stunde, weil die Technik nicht so wollte wie wir. Die Passagiere wurden dann mit Freigetränken freundlich gestimmt und konnten die ,Schleswig-Holstein’ trotz der Wartezeit gut gelaunt verlassen.“

Heute – 20 Jahre später – sind die technischen Anlaufschwierigkeiten längst vergessen. „Und länger als Jan Ullrich hat die ,Schleswig-Holstein’ auch durchgehalten“, sagt Svendsen schmunzelnd. Ihre von Beginn an augenfälligsten Pluspunkte gegenüber den Vorgänger-Schiffen: Die Kapitäne müssen die Fähre nicht mehr vor der Einfahrt in den Fährhafen in Puttgarden drehen, sondern wechseln vor der Abfahrt nach Rødby einfach auf die andere „Brücke“. Und die früher einstündige Fahrt hat sich auf 45 Minuten verkürzt.

20 Jahre auf der Vogelfluglinie: Die inzwischen komplett zu Hybridfähren umgebaute Flotte schreibt schon im Oktober 1997 anlässlich der Doppeltaufe der beiden deutschen Fähren – mit Taufpatin Heide Simonis – eine schöne Geschichte, deren Foto bundesweit beeindruckt: Denn Erster Kapitän auf der Kommandobrücke der „Schleswig-Holstein“ ist Eugen Gebbert, auf dem Schwesterschiff „Deutschland“ sein Zwillingsbruder Uwe Gebbert.

 Gerd-J. Schwennsen

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