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Ostholstein Fährhafenzufahrt Puttgarden: Stadt erteilt Kieler Plänen Abfuhr
Lokales Ostholstein Fährhafenzufahrt Puttgarden: Stadt erteilt Kieler Plänen Abfuhr
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20:45 06.04.2016

 „Auch mit dem neuen Plan können wir nicht leben“, betonte Bürgermeister Jörg Weber (SPD) am Dienstagabend im Hauptausschuss Fehmarn. Wörtlich erklärte er: „Das ist keine gleichberechtigte Anbindung.“

 

„Wir for- dern eine gleichberech- tigte Anbin- dung für den den Hafen.“Bürgermeister Jörg Weber (SPD)

Laut Meyer plant das Land eine Einfahrtrampe, die in Höhe der Todendorfer Brücke von der E 47 abzweigt und kreuzungsfrei in die Fährhafenanbindung mündet. Ursprünglich war eine andere Trassenführung geplant, bei der Fahrzeuge zweimal hätten abbiegen müssen. Dagegen hatte sich die Stadt Fehmarn im Erörterungsverfahren ausgesprochen, ebenso die Reederei Scandlines, die deutliche Wettbewerbsnachteile befürchtet.

Aus Sicht der Stadt Fehmarn gibt es in der von Meyer entfachten neuen Debatte nur einen Pluspunkt: Das Land gehe nunmehr offiziell davon aus, dass der Fährverkehr trotz des Belttunnels weiterlaufe.

Dennoch: Die neue Lösung hebe die Wettbewerbsnachteile gegenüber der direkten Belttunnel-Zufahrt von der E 47 aus nicht auf.

Ausdrücklich betonte Weber, dass die Position der Stadt nicht allein die Interessen der Reederei stütze. Die Forderung nach einer gleichberechtigten Anbindung Puttgarden würde die Stadt auch erheben, sollte der Fährverkehr Puttgarden-Rødby in der jetzigen Form nicht fortbestehen.

Weber: „Das ist unsere Position, egal ob Scandlines weitermacht oder nicht. Unser Interesse gilt dem Tiefwasserhafen Puttgarden.“ Eine mögliche Nutzung von Puttgarden als Containerhafen oder für andere Routen außerhalb der Vogelfluglinie wird schon seit Jahren immer wieder diskutiert.

Als großer Arbeitgeber mit über 600 Beschäftigten allein in Puttgarden nimmt Scandlines derzeit aber für die Kommunalpolitiker auf Fehmarn eine starke Rolle ein. Deshalb sichern sie der Reederei ihre volle Unterstützung zu. Scandlines wertet die jetzt in Kiel angedachte Lösung — mit Abzweigung und Ampel — keineswegs als positiv (die LN berichteten).

„Verwundert“ hat Weber zudem, dass die Informationen über die in Kiel geplante Hafenzufahrt überhaupt vorab an die Öffentlichkeit gelangt seien. Ähnlich hatte in der LN-Sonntagausgabe schon Scandlines reagiert. Weber: „So etwas kannte ich bisher nur von Kommunen, nicht vom Land.“ Ohnehin meldet Weber erhebliche Kritik Richtung Kiel an: „Es ist nicht richtig. dass wir eingebunden wurden. Wir wurden vor vollendete Tatsachen gestellt.“

Unterdessen konkretisiert sich, dass die nächste Runde im Planfeststellungsverfahren zum Belttunnel bevorsteht. Laut Fehmarns Regionalmanagerin Dr. Johanna Heitmann habe Femern A/S die nach dem Erörterungs-Marathon Ende 2015 notwendigen Planungsunterlagen zur Vorprüfung in Kiel eingereicht. Ziel sei es laut Verkehrsstaatssekretär Dr. Frank Nägele, mit der Auslegung der umfangreichen neuen Unterlagen vor der parlamentarischen Sommerpause 2016 zu starten. Heitmann: „Wahrscheinlich werden die gesamten Unterlagen neu ausgelegt.“

Von Gerd-J. Schwennsen

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