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Ostholstein Fällaktionen sorgen für Irritationen
Lokales Ostholstein Fällaktionen sorgen für Irritationen
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22:27 07.11.2013
Im Haffkruger Kurpark werden in diesen Tagen Bäume gefällt, Tot- und Unterholz werden beseitigt. Quelle: Fotos: Christina Düvell-Veen (2)/hfr

Das Geräusch von Motorsägen war in Haffkrug auf dem Gelände am Waldweg, auf dem das neue Fachmarktzentrum entstehen soll, ebenso zu hören wie im und am Kurpark. An beiden Standorten wurden Bäume gefällt. Nach den Worten von Dr. Manfred Herbst, Mitglied der WUB, waren dies „rücksichtslose Fällaktionen“. Dem widerspricht der Scharbeutzer Bürgermeister Volker Owerien (parteilos). Die Arbeiten am Waldweg seien abgestimmt mit der Bauleitplanung, und auch im Kurpark gehe alles mit rechten Dingen zu.

Gefällt wurden den Beobachtungen von Herbst zufolge große Bäume am Rande des Grundstücks am Waldweg, und im Kurpark sehe es so aus, als hätte der Orkan „Christian“ am 28. Oktober „seine gesamte zerstörerische Kraft auf den Park konzentriert“. Noch bei der Begehung des Parks durch Mitglieder der zuständigen Ausschüsse und des Haffkruger Dorfvorstandes am 21. Oktober sei vereinbart worden, dass noch beraten werden solle, welche Bäume zu fällen seien. Dazu sollten die erforderlichen Pläne den Ausschüssen zur Verfügung gestellt werden. Herbst: „Jetzt sind mit der rücksichtslosen Fällaktion Tatsachen geschaffen worden. Eine Information der Einwohnerschaft Haffkrugs hat zuvor nicht stattgefunden. Sieht so die in jüngster Zeit viel beschworene Bürgernähe aus ?“

Er erinnert daran, dass im Zusammenhang mit der Planung des Scharbeutzer Kurparks damals etwa 50 Prozent der ursprünglich zur Fällung vorgesehenen Bäume durch den Einspruch der Politiker „gerettet“

worden seien. Für Haffkrug sei diese Chance jetzt vertan, denn Bäume bräuchten etwa 20 bis 30 Jahre, bis sie wieder ein „ansehnliches“ Alter erreichen, so Herbst.

Die Vorgaben der Bauleitplanung für das Fachmarktzentrum seien ausführlich abgearbeitet worden, so Owerien. Daher gebe es eine Legitimation, den Bereich so herzurichten, wie es geplant werde.

Im Kurpark treffen seinen Angaben zufolge drei Dinge zusammen. Zum einen gehe es um Baumpflegemaßnahmen, zum anderen um die Verkehrssicherheit. Zudem seien Weiden in der Nähe des Sees gefällt worden, weil anderenfalls keine Uferbefestigung angelegt werden könnte.

Owerien: „Wir haben schon aus Kostengründen alle diese Arbeiten nicht Stück für Stück, sondern konsequent in einer Aktion erledigen lassen.“ Zwei Baumsachverständige hätten zudem die Bäume besonders gekennzeichnet, die für die sogenannte Eingriffs-Ausgleichs-Bilanzierung in Frage kommen. Die Angehörigen des Umweltausschusses müssen sich nun also jeden dieser markierten Bäume ansehen. Sie müssen prüfen, ob er gefällt werden und wo dann Ausgleich dafür geschaffen werden soll.

Da seit Jahren im Haffkruger Kurpark nichts geschehen sei, habe beispielsweise jetzt viel Unterholz beseitigt werden müssen, damit die vitalen Bäume nicht länger beeinträchtigt werden, erläuterte Owerien.

Außerdem sei aus den Fehlern beim Neubau des Scharbeutzer Kurparks gelernt worden. Dort hätten im Nachhinein nahezu 60 000 Euro für Pflegemaßnahmen an den Bäumen ausgegeben werden müssen. Wären diese Arbeiten vorher erfolgt, wären sie weniger teuer gewesen, da nicht so sehr auf die neuen Anlagen hätte Rücksicht genommen werden müssen.

Christina Düvell-Veen

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