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Ostholstein Fahrer fehlen: Bürgerbus sucht dringend Freiwillige
Lokales Ostholstein Fahrer fehlen: Bürgerbus sucht dringend Freiwillige
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10:36 12.08.2017
Stefanie Schmidt hat das Bürgerbus-Projekt mit initiiert. Sie hofft, dass sich noch weitere freiwillige Fahrer melden. Quelle: Fotos: Binder, Billhardt

Die Route

Der Bürgerbus soll ab Oktober zunächst immer freitags fahren.

Die Route führt von Lensahn über Kabelhorst, Damlos, Koselau, Riepsdorf, Gosdorf, Altrathjensdorf und Thomsdorf bis nach Grube und zurück über Gosdorf, Rüting, Kabelhorst, Manhagen und Beschendorf nach Lensahn.

Die Preise

Eine Fahrt mit dem Bürgerbus kostet für Erwachsene zwei und für Kinder einen Euro. Die Länge der Strecke sei dabei egal, erklärt Organisatorin Stefanie Schmidt. Sie habe das Bezahlsystem so einfach wie möglich halten wollen – auch, um die ehrenamtlichen Fahrer nicht zusätzlich zu belasten.

Jeden Freitag soll der Bus durch Lensahn und über die umliegenden Dörfer fahren (die LN berichteten). „Bei acht Fahrern wäre das für jeden einmal im Monat eine Schicht von vier Stunden vormittags oder nachmittags“, rechnet Organisatorin Stefanie Schmidt von der Amtsverwaltung vor, „das wären gute Voraussetzungen.“ Würden sich sogar mehr Freiwillige melden, „wäre das natürlich noch besser“, sagt Schmidt. Gegebenenfalls könne das Projekt sogar ausgeweitet und der Bürgerbus auch an anderen Wochentagen auf Reisen geschickt werden.

Die Idee hinter der Initiative ist, gerade älteren Menschen in der Region zu mehr Mobilität und damit zu mehr Lebensqualität zu verhelfen. Zwar soll es einen festen Fahrplan geben und der Bus in den Linienverkehr der Autokraft integriert werden. Getreu dem Motto „Bürger fahren für Bürger“ werden als Fahrer jedoch Ehrenamtler eingesetzt.

Auch Amtsvorsteher Klaus Winter (CDU) und Stefanie Schmidt selbst – die das Projekt gemeinsam angeschoben haben – wollen sich regelmäßig hinters Lenkrad setzen. Als Transportmittel soll ein Neun-Sitzer dienen, den das Amt Lensahn erst im vergangenen Jahr angeschafft hat. Damals wurden mit ihm hauptsächlich Asylbewerber aus den Umlandgemeinden abgeholt – gerade auch Kinder, die zur Schule oder in den Kindergarten gebracht werden mussten. Ursprünglich sollte das Fahrzeug an die Jugendfeuerwehr übergeben werden, wenn es für seinen eigentlichen Zweck nicht mehr gebraucht würde.

Doch dann hörte man in der Amtsverwaltung von Bürgerbus-Projekten wie zum Beispiel in Malente und im Amt Hüttener Berge (Kreis Rendsburg- Eckernförde). „Das schien uns auch für unser Amtsgebiet eine tolle Möglichkeit zu sein“, erklärt Mitinitiatorin Schmidt. „Wenn es dort so gut funktioniert, warum nicht auch hier?“

Mit zunächst acht Freiwilligen schien das Lensahner Projekt bis vor Kurzem auch schon in trockenen Tüchern zu sein. Doch der Gesundheitscheck – Teil der Prüfung für den erforderlichen Personenbeförderungsschein, den jeder Busfahrer benötigt – brachte Ernüchterung: Drei potenzielle Ehrenamtler mussten wieder „aussortiert“ werden. Damit wurden die Fahrer knapp. „Das konnte natürlich keiner ahnen“, sagt Stefanie Schmidt, die hofft, jetzt kurzfristig trotzdem noch genug Fahrer zusammen zu bekommen.

Über die Alternative wolle sie „im Moment eigentlich lieber noch gar nicht nachdenken“, sagt sie. Sie habe so lange auf den Projektstart hingearbeitet – „wenn es jetzt scheitert, wäre das unglaublich schade“. Gegebenenfalls „müssen wir schauen, ob einige Fahrer mehr als eine Schicht pro Monat übernehmen können“. Der Bürgerbus solle auf jeden Fall ab Oktober fahren.

Wie lange, ist eine andere Frage. Ein Jahr soll das Projekt zunächst laufen, kündigt Schmidt an. Dann würden die Fahrgastzahlen ausgewertet. „Viele Einwohner haben uns gesagt, dass die Idee toll ist“, erzählt die Verwaltungsmitarbeiterin, „ob sie das Angebot später auch tatsächlich nutzen, wird sich zeigen.“

Wer sich als Fahrer für das Bürgerbus-Projekt engagieren möchte, kann sich bei Stefanie Schmidt melden: Telefon 04363/5089; E-Mail: stefanie.schmidt@amt-lensahn.de. Die Kosten für den erforderlichen Personenbeförderungsschein übernimmt das Amt.

Weitere Nachrichten aus Lensahn und Umgebung gibt es unter www.LN-online.de/Ostholstein

 Jennifer Binder

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