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Fahrrad-Tankstellen: Projekt nimmt Fahrt auf

Oldenburg Fahrrad-Tankstellen: Projekt nimmt Fahrt auf

Oldenburger Politik für Teilnahme am kreisweiten Projekt. Aktivregion rechnet damit, dass im Sommer erste Stationen stehen.

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Gute Nachrichten für Fahrradfahrer: Für E-Bikes sollen in Ostholstein voraussichtlich zum Sommer Ladestationen eingerichtet werden, an denen kostenfrei Wind- und Sonnenenergie getankt werden kann.

Quelle: hfr

Oldenburg. Die Stadt Oldenburg will auf dem Markt eine Ladestation für Elektro-Fahrräder aufstellen. Der Ausschuss für Umwelt und Bauwesen hat — wenn auch in etwas kurioser Manier — dafür gestimmt, bei einem entsprechenden Projekt der Aktivregion Wagrien- Fehmarn mitzumachen. Ziel der Aktion ist es, die Region möglichst flächendeckend mit Zapfsäulen für Pedelecs auszustatten und damit die Attraktivität für Einheimische und Touristen gleichermaßen zu steigern (die LN berichteten). Matthias Amelung, Regionalmanager der Aktivregion, hofft, dass schon im Sommer die ersten Stationen stehen. Er rechnet damit, dass sich fürs Erste etwa zehn Kommunen an dem Vorhaben beteiligen.

Bis Mitte Februar müssen die potenziellen Teilnehmer verbindlich zusagen, sofern sie dabei sein wollen. Die Kosten für einen Ladeschrank belaufen sich für die Kommunen nach ersten Schätzungen auf um die 10000 Euro — eine voraussichtliche Förderung von 80 Prozent bereits eingerechnet. Geplant ist, Stationen aufzustellen, die selbstständig Sonnen- oder Windenergie erzeugen und somit nicht ans Stromnetz angeschlossen werden müssen. Neben Fahrrädern könnten dort zum Beispiel auch Handys kostenlos aufgeladen werden.

Eigentlich eine tolle Sache, so der allgemeine Tenor in Oldenburg. Für Unsicherheit sorgte in der jüngsten Sitzung allerdings, dass bisher nicht klar ist, wie die Schränke am Ende aussehen. Noch ist ein Modell, das Auszubildende der ZVO Energie GmbH entwickelt haben, die einzige Orientierungshilfe. Wer die Stationen baut, steht allerdings noch nicht fest; die Maßnahme wird zu gegebener Zeit ausgeschrieben.

„Damit würden wir die Katze im Sack kaufen“, sagte Henning Andrees (FDP). Der gleichen Auffassung war Jens Junkersdorf (CDU), der deshalb dafür plädierte, das Projekt in die eigene Hand zu nehmen und auf die Förderung zu verzichten. „So hässlich kann das Ding gar nicht sein, dass wir den Preis lieber aus eigener Tasche bezahlen sollten“, hielt Klaus Zorndt (SPD) dagegen. Auch Wolfgang Seidel befand, dass „wir bei dieser Förderquote eigentlich nicht lange überlegen müssen“.

80 Prozent an Zuschüssen seien realistisch, erklärt Regionalmanager Amelung. Mindestens eine weitere Aktivregion sei mit im Boot; gemeinsam könne diese Quote durchgesetzt werden. Er hoffe jedoch, dass die Kommunen nicht nur der Unterstützung halber mitmachten, sondern in erster Linie, weil sie von der Idee hinter dem Projekt überzeugt seien. „Wir möchten ein wahrnehmbares Angebot schaffen“, erklärt er. Die Ladeschränke könnten zu einer Art Markenzeichen werden, das die gesamte Region aufwerte. Entsprechend hoffe er, dass möglichst viele Stationen eingerichtet würden — so bekomme das Ganze einen Wiedererkennungswert.

Dass die Gestaltung Fragen aufwerfe, könne er nachvollziehen, so Amelung. Solche Ladeschränke würden eben nicht in Serie produziert; „da kann man nicht einfach einen Katalog aufschlagen, um einen Eindruck zu bekommen“. Allerdings könnten die beteiligten Kommunen natürlich Einfluss auf die Optik nehmen, betont er: Schon in der Ausschreibung könnten bestimmte Gestaltungsvorgaben festgelegt werden. Auch die endgültige Auswahl solle von einem Gremium aus Vertretern der Kommunen getroffen werden: „Wer die Musik bestellt, darf auch bestimmen, was gespielt wird.“

In Oldenburg gab es zuletzt grünes Licht für das Projekt. Hans- Jürgen Löschky (FDP) plädierte dafür, am Schauenburger Platz eine zusätzliche Ladestation aufzustellen, SPD-Mann Zorndt brachte zudem das Wallmuseum ins Gespräch. Der Antrag für drei Standorte scheiterte jedoch (4:5 Stimmen). Als daraufhin über den Vorschlag der Verwaltung (nur eine Ladestation auf dem Markt) abgestimmt wurde, gab es nur zwei Ja-Stimmen — CDU-Mitglied Junkersdorf stimmte allerdings als einziger dagegen, die sechs weiteren Ausschussmitglieder enthielten sich. Somit wurde das Projekt schließlich doch noch auf den Weg gebracht — wenngleich sich Bürgermeister Martin Voigt (parteilos) nach der Abstimmung wohl nicht als einziger wunderte, „dass diejenigen, die für drei Standorte waren, jetzt nicht die Entscheidung für zumindest einen Standort mitgetragen haben“.

Jennifer Binder

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