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Fahrstunden über Stock und Stein

Eutin Fahrstunden über Stock und Stein

In Eutin ist eine Geländestrecke fertig geworden, die es Soldaten ermöglicht, sich auf Herausforderungen im Einsatz vorzubereiten.

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Ein MAN 5T gl, Baujahr 77 und überaus robust, auf der Wellenbahn. Die Fahrzeuge haben erhebliche Steigungen und Gefälle zu bewältigen. Für diesen Veteranen ist das kein Problem.

Quelle: Fotos: Peyronnet

Eutin. Hauptbootsmann Gordan Dietrich bringt auf den Punkt, was das alles soll: „Personal und Material sollen heil und kampffähig ans Ziel kommen“, sagt der Bundeswehrfahrlehrer. Damit Soldaten vor Auslandseinsätzen üben können, wie sie ihre schweren oder gepanzerten Fahrzeuge sicher über Steigungen, Geröllstrecken und durch Bombentrichter steuern, ist auf dem Eutiner Truppenübungsplatz in den vergangenen zwei Jahren eine Geländestrecke entstanden.

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Die Geländeübungsstrecke ist das Werk von Manfred Nahorn (l.) und Matthias Schwien.

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Sie ist gerade rechtzeitig fertig geworden, denn ab 12. Oktober hat das Kraftfahrzeugausbildungszentrum in Eutin, die Fahrschule der Bundeswehr, eine neue Aufgabe. Sie bereitet Fahrschüler auf die Prüfung zur Dienstfahrerlaubnis Klasse G (für geschützte Radfahrzeuge im Einsatz) vor. Trainingsgelände der zehntägigen Ausbildung ist neben der Straße und dem bundeswehreigenen Verkehrsübungsplatz die Geländestrecke, erläutert der Spieß des Kraftfahrausbildungzentrums, Volker Wonrath. „Durch den Bau sind wir gerettet worden.“ Als die Eutiner Fahrschule vor eineinhalb Jahren geschlossen werden sollte, sprach unter anderem die bereits halb fertige Geländestrecke für deren Erhalt.

Sie bildet im Kleinen nach, womit die Soldaten in Einsatzgebieten konfrontiert werden: extreme Steigungen und Gefälle, Bombentrichter mitten auf der Fahrbahn, Geröll, tiefe und tiefste Wellen in der Fahrbahn, Bäche, die durchfahren werden müssen, Schrägen von bis zu 20 Grad, die zu meistern sind. Wichtig ist dabei auch, so Fahrlehrer Dietrich, den Blick für die Fahrbahn zu schärfen. Gar nicht so einfach, wenn die knüppelharte Tour — auch ein Knüppeldamm gehört dazu — in einer Fahrt bei Finsternis mit der Nachtsichtbrille „Boney M.“ — die heißt wirklich so — zu absolvieren ist. Da wird manchem forschen jungen Soldaten mulmig, wissen die Fahrlehrer.

Die Fahrschüler absolvieren die Strecke unter anderem mit einem Iveco Trakker, einem 20-Tonner mit minengesichertem Führerhaus, aber auch mit einem Mercedes Benz Zetros, einem 18-Tonner, sowie bei Bedarf mit allerlei anderen gepanzerten Fahrzeugen. So tummeln sich „Fennek“, „Mungo“, „Dingo“ und „Igel“ künftig auf der Strecke. Dass deren Bau so lange gedauert hat, hat dagegen mit Rotbauchunke, in diesem Falle wirklich ein Tier und kein Fahrzeug, und allerlei Vögeln zu tun. „Wir hatten nur ein geringes Baufenster, wegen der Vorgaben der Naturschutzbehörde“, sagt Leutnant Hauke Ehrhardt. So waren Erdbewegungen nur zwischen 30. September und 20. Februar möglich. Und dann musste die Witterung noch passen und das Material da sein.

Gebaut wurde die Strecke nach zentralen Vorgaben der Bundeswehr, die auf Einsatzerfahrungen beruhen. Die Arbeiten erledigten zwei Fachleute der Landwirtschaftsgruppe/Geländebetreuung des Bundeswehrdienstleistungszentrums Plön mit Sitz in Eutin: Matthias Schwien und Manfred Nahorn sind zivile Angestellte. Mit Bagger und Radlader haben sie in zwei Jahren die Strecke angelegt. Bis zu zehn weitere Mitarbeiter waren zeitweise zusätzlich auf der Baustelle. Beim Material wurde wenn möglich gespart und einiges organisiert. „Wir haben viel herumgeschnorrt. Die Betonteile haben wir aus Hagenow geholt, die Brücke aus Boostedt“, berichtet Ehrhardt. Jetzt fehlen nur noch die Gelände-Fahrschüler, aber die kommen bald.

Schlauch im Gelände
1,8 Kilometer lang und acht Meter breit ist die Geländestrecke, die sich über den Übungsplatz hinter der Rettbergkaserne erstreckt.
50 Grad beträgt die größte Steigung, 30 Prozent das größte Gefälle. Für Neigungsfahrten stehen Schrägbahnen mit zwölf, 16, 18 und 20 Grad Neigung zur Verfügung.
34 Fahrlehrer bilden zurzeit in Eutin Soldaten für den Lastwagen-Führerschein aus.

Susanne Peyronnet

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