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Ostholstein Falknerei eröffnet in Weissenhäuser Strand
Lokales Ostholstein Falknerei eröffnet in Weissenhäuser Strand
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22:07 03.01.2018
Wüstenbussard „Brexit“ ist seit zwei Jahren bei Falkner Timo Walter. Er ist gerade für die Arbeit mit Kindern gut geeignet. Quelle: Fotos: Ulf-Kersten Neelsen

Eigentlich ist Timo Walter gelernter Karosseriebauer. Für ihn sei das jedoch nicht das Wahre gewesen, erzählt er. „Eher zufällig“ machte er nach seinem Jagdschein den Falknerschein und fand in der Arbeit mit Greifvögeln schließlich das, was er beruflich machen wollte. Mit der eigenen Falknerei an der Ostsee geht für den gebürtigen Baden-Württemberger nun ein Traum in Erfüllung: „Seit 20 Jahren komme ich zum Jagen hier hoch“, erzählt er, „und ich habe immer gesagt, dass ich irgendwann hier leben möchte.“

Auf dem Gelände des Ferienparks Weissenhäuser Strand eröffnet eine Falknerei. Direkt neben der Wasserski-Anlage richtet Timo Walter (42) zurzeit ein Zuhause für seine Greifvögel ein. Auch eine Auffangstation für kranke Wildvögel gehört dazu. Dort gab es schon die ersten Notfälle.

Durch die regelmäßigen Ausflüge in den Norden entstand auch der Kontakt zum Ferienpark. Im Herbst 2016 fragte Timo Walter dort an, ob Interesse an einer Zusammenarbeit bestehe – und stieß sofort auf offene Ohren. Ein Jahr später begannen die Bauarbeiten, bis Ostern soll alles fertig sein. Dann sollen zwischen 20 und 30 Greifvögel auf dem Gelände wohnen. Aktuell sind es fünf – darunter ein amerikanischer Wüstenbussard namens „Brexit“ und ein Uhu namens „Pattex“. Auch kranke Tiere haben schon bei Timo Walter übernachtet; sie wurden inzwischen aufgepäppelt und wieder ausgewildert. Die Arbeit mit den Tieren sei so unterschiedlich wie die Vögel selbst, erklärt der Fachmann. Die einen seien sehr sensibel, andere könne man etwas härter anpacken. Wüstenbussard „Brexit“ etwa „verzeiht einem fast alles“, erzählt der Falkner lachend. Darum könnten auch Kinder den Vogel problemlos auf die – behandschuhte – Hand nehmen. Der jüngste Neuzugang dagegen – ein siebenmonatiger Wanderfalke, der erst nach seiner ersten echten Jagd getauft wird – sei etwas sturer und die Ausbildung dauere länger. „Da kann man mit einer falschen Bewegung viel Gelerntes wieder kaputt machen“, erklärt Walter.

Der Falkner bietet unter anderem Flugshows, Fotoshootings und Seminare an. Sein „Steckenpferd“ sei aber die Arbeit mit Kindern, sagt der 42-Jährige, der gern Schulklassen oder auch Kita-Gruppen empfängt.

Von Flugshows bis Naturkunde

„Eigentlich bin ich nicht so der Showmensch“, gibt der Falkner schmunzelnd zu, „am liebsten mache ich ein bisschen Naturkunde mit jungen Menschen.“ Er freue sich, wenn Kinder Interesse an Natur- und Tierschutz zeigten und er seinen Teil zur Aufklärung beitragen könne. Entsprechend habe er auch die Idee, dass auf dem Rundweg um die Wasserski-Anlage vielleicht irgendwann eine Art Naturlehrpfad eingerichtet werden könnte. In die Quere kämen sich Wassersportler und Greifvögel auf dem Gelände nicht, sagt Timo Walter. „Das ist alles Gewohnheitssache“, erklärt der Experte, die Tiere ließen sich vom Geschehen auf dem See schon nach kurzer Zeit nicht mehr ablenken. „Der Standort ist einfach großartig“, schwärmt Timo Walter. Im Ferienpark habe er einen tollen Partner gefunden und die neue Heimat im Norden gefalle seinen Vögeln gut – und ihm selbst natürlich auch.

Mehr unter weissenhaeuserstrand.de

 Von Jennifer Binder

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