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Ostholstein Familienzentrum soll Ende des Jahres fertig sein
Lokales Ostholstein Familienzentrum soll Ende des Jahres fertig sein
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21:26 10.08.2017
Für 600000 Euro wird das ehemalige Jugendzentrum zu einem Familienzentrum umgebaut. Gestern wurde Richtfest gefeiert. Quelle: Fotos: Christina Düvell-Veen

„Wir bündeln hier das, was wir schon an Beratungsangeboten in der Gemeinde haben, und entwickeln neue Angebote“, sagte Bürgermeister Thomas Keller (parteilos) über die inhaltliche Arbeit im neuen Familienzentrum. Es werde „wohnortnah niedrigschwellige Angebote zur Förderung und Unterstützung von Kindern und Familien in unterschiedlichen Lebenslagen und mit unterschiedlichen Bedürfnissen anbieten“. Ziel sei es, mit den maßgeblichen Akteuren zu kooperieren sowie alte und neue Angebote zu vernetzen. Dies gelte insbesondere für die Bereiche der Jugendhilfe sowie für das Sozial- und Gesundheitswesen. Keller: „Wir wollen den Familien eine vertraute Einrichtung ermöglichen, die sich zu einer gut ausgestatteten Anlaufstelle weiterentwickelt.“

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Richtfest mit vielen Gästen – Finanzielle Förderung von 71 Prozent.

Die Nutzfläche des Familienzentrums wird von den 168 Quadratmetern im alten Jugendzentrum um 145 auf 313 Quadratmeter erhöht. Im Untergeschoss wird das neue Jugendzentrum für den Ort Ratekau eingerichtet. Dort gibt es einen separaten Eingang und einen eigenen Außenbereich.

Im Erdgeschoss befinden sich ein Multifunktionsraum, eine Küche zur Gemeinschaftsnutzung und ein Büro für Beratungszwecke. Für das Elterncafé und das internationale Café sowie für die Gruppenarbeit gibt es einen großen Raum mit Zugang zur Terrasse. Das Dachgeschoss hat drei Beratungsbüros und ein barrierearmes WC.

Baubeginn war im April dieses Jahres. Zunächst wurde das frühere Gebäude des Jugendzentrums völlig entkernt. Das Dach, die Fenster und die Klinkerfassade wurden abgebrochen, sodass nur noch die tragenden Mauerwerkswände stehen blieben. Die neuen tragenden Wände wurden aus Kalksandstein errichtet, und die Innenwände werden zumeist als Leichtbauwände gebaut. Das neue Dachgeschoss wird komplett in Holzständerbauweise hergestellt.

Ziel sei es, das Gebäude barrierefrei zu gestalten. Deshalb werde ein Aufzug eingebaut, Orientierungshilfen für Sehbehinderte seien vorgesehen. Das bereits vorhandene öffentliche Behinderten-WC im Erdgeschoss wird komplett saniert.

Während des Richtfestes wiederholte Keller eine an ihn oft gestellte Frage: „Wäre es nicht sinnvoller gewesen, das alte Jugendzentrum abzureißen und ganz neu zu bauen?“ Seine Antwort: „Ein Umbau ist förderungstechnischer einfacher als ein Neubau.“

Geplant ist, das Familienzentrum in diesem Jahr fertigzustellen. Zurzeit befindet sich das Vorhaben im Zeitplan. „Wir sind auch fast im Kostenrahmen“, ließ Keller die Zuhörer wissen.

Die Umbaumaßnahmen sind ein Bestandteil des großen Projektes „Ortskerngestaltung Ratekau und Errichtung eines Familienzentrums“. Das gesamte Vorhaben untergliedert sich in insgesamt zehn Bauabschnitte, die schrittweise bis Ende 2019 umgesetzt werden. Für die Maßnahmen zur Ortskerngestaltung erhält die Gemeinde Ratekau Fördermittel in Höhe von 1,2 Millionen Euro aus Mitteln des Landes Schleswig-Holstein und des Bundes im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK). Die Gesamtkosten des Projektes belaufen sich Kellers Angaben zufolge auf insgesamt rund 1,7 Millionen Euro. „Die Förderung beträgt mithin rund 71 Prozent“, rechnete der Verwaltungschef nicht ohne Stolz vor.

Zur Ortskernentwicklung gehören auch die Pläne für ein generationsübergreifendes Wohnen mit 16 Miet- und Eigentumswohnungen in zentraler Lage, die ärztliche Versorgung und eine Attraktivitätssteigerung der Ortsmitte.

Rat und Hilfe für viele Bevölkerungsgruppen

Diese Akteure werden im Familienzentrum aktiv sein:

Verein Lichtblick: Suchtberatung.

Behindertenbeauftragte: Sprechstunde für Bürger zum Thema Schwerbehinderung.

Bürgervorsteherin: Beratung für Bürger.

Gemeindejugendpflege: Kinder- und Jugendarbeit.

Gemeindejugendring: Kinder- und Jugendarbeit.

Gemeinde Ratekau: Rechtsberatung.

Psychologische Beratungsstelle für Familien- und Lebensfragen: Psychologische und psychosoziale Beratung.

Notruf/Frauenhaus Ostholstein: Unterstützung von Frauen und Mädchen ab 14 Jahren.

Lebenshilfe Ostholstein: Frühe Hilfen, Familienentlastender Dienst, Elterncafé.

Jugendamt: Offene Sprechstunde des Fachdienstes Soziale Dienste der Jugendhilfe des Kreises Ostholstein.

Mit Sicherheit gegen Gewalt: Gewaltprävention für Kinder und Jugendliche.

Migrationsarbeit der Gemeinde Ratekau: Sprechstunden und Beratungen.

Hebamme: Kursusangebot.

 Christina Düvell-Veen

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