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Ostholstein „Farmworld Fehmarn“ — Agrartechnik im Miniaturformat
Lokales Ostholstein „Farmworld Fehmarn“ — Agrartechnik im Miniaturformat
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22:58 03.04.2014
Am Sonntag eröffnet das Miniatur-Wunderland. Quelle: Wolfgang Maxwitat
Burg a. F

Endspurt für drei leidenschaftliche junge Tüftler: Nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit erfüllen sie sich einen Kindheitstraum und bauen in Burg seit Monaten ein ganz besonderes Miniaturland-Wunderland auf: die „Farmworld Fehmarn“, die am Sonntag eröffnet werden soll. Sie zeigt — im Wechsel der Jahreszeiten — die moderne Landwirtschaft auf 100 Quadratmetern Ausstellungsfläche. Die Faszination der heutigen Agrartechnik für kleine und große Besucher.

Auf der alten Bauerninsel Fehmarn ist das eigentlich kein Fremdkörper. Und doch füllen Trino Klingenberg (35), Dirk Hoffmann (32) und Ulf Jonasson (25) sogar eine doppelte Lücke. Erstens: Sie sind mitten im 21. Jahrhundert gelandet und mitnichten auf Nostalgiekurs. Denn wer auf alte bäuerliche Tradition schwört, kann seit Jahrzehnten das Landwirtschafts- und Mühlenmuseum in Lemkenhafen besuchen.

Und zweitens: Sie wollen das zeigen, was Touristen auf Fehmarn oft suchen. Klingenberg: „Viele machen hier Urlaub auf dem Bauernhof, aber eigentlich finden sie die Landwirtschaft auf der Insel nicht mehr.“ Zumindest nicht in ihrer kompletten Fülle.

Ganz anders sieht es in der Welt von Trino, Dirk und Ulf — den drei Ideengebern — aus: Im Maßstab von 1:32 (sowie teilweise 1:87) pulsiert das bäuerliche Leben. Eine faszinierende Miniaturwelt aus Traktoren, Feldern und Bauernhöfen. Aus der Vogelperspektive entdecken die Besucher hier künftig Bauernhäuser, beobachten die Traktoren auf ihrem Weg über Landstraßen und Felder oder schauen der Bäuerin beim Melken zu.

Allerdings nicht nostalgisch verklärt. Natürlich — wer genau hinsieht, erspäht eine kalbende Kuh. Doch der Melkstand nebenan ist top-modern, auch die landwirtschaftlichen Maschinen spiegeln die heutigen technischen Standards wider.

Facettenreich ist diese bäuerliche Welt. Herzstück im größeren der beiden Ausstellungsräume ist das fiktive Dorf „Klein Twix“. Mit bäuerlichen Betrieben, mit dem Geschäftshaus der „Gebrüder Schlemmer“, wo Handwerker zur Mittagszeit einkehren und in der Bäckerei oder nebenan beim Schlachter schlemmen. Ein reges Treiben herrscht auf dem Dorf — das übrigens, wie sollte es auf Fehmarn auch anders sein, mit regenerativer Energie versorgt wird.

Noch ist vieles gar nicht fertig. Ohnehin bleibt die „Farmworld Fehmarn“ ständig im Fluss. Aus der Platznot macht das Trio eine Tugend: Sie könnten gar nicht alles auf einmal zeigen, sondern konzentrieren sich immer auf das, was im Wechsel der Jahreszeiten in der realen Landwirtschaft gerade anliegt. Momentan werden daher die Kartoffeln gesetzt und einige Felder gepflügt.

Bis Sonntag müssen die drei noch kräftig werkeln, vor allem an der E- und Lichttechnik feilen. „Tag und Nacht werden in dem Dorf simuliert“, verspricht Klingenberg. Im vorderen Raum können die Besucher sogar selbst mitmischen — mit ferngesteuerten Fahrzeugen. Wer dort den Trecker frisch von der Maisernte zur Biogasanlage lenkt, lernt moderne Landwirtschaft kennen — und verspürt vielleicht Lust, es hinterher auf der Insel hautnah in der Realität zu erleben. Oder zu Hause nachzuspielen: Einiges kann man im Shop als Bausatz erwerben — auf Wunsch bauen die Tüftler auch Teile ihrer „Farmworld“ nach. Als Urlaubsmitbringsel.

Anfahrt und Kontakt
Die Farmworld Fehmarn ist in Burg im Severitenkamp 10. Anfahrt: über die E 47, zweite Abfahrt hinter der Sundbrücke Richtung Burg abbiegen, am ersten Kreisel dritte Abfahrt rechts raus Richtung Meereszentrum Fehmarn (ab dort ausgeschildert).


Die Eröffnung ist am Sonntag, 6. April. An diesem Tag ist der Eintritt frei. Danach ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.


• Farmwold im Internet:


www.farmworld-fehmarn.de

Gerd-J. Schwennsen

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