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Ostholstein Fehlalarme: Belastung für Ostholsteins Wehren steigt
Lokales Ostholstein Fehlalarme: Belastung für Ostholsteins Wehren steigt
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21:00 02.04.2016

Alleine 25 Fehlalarme stehen in der Bilanz der Ortswehr Döhnsdorf-Weissenhaus, in deren Einzugsbereich der „Ferienpark Weissenhäuser Strand“ und das Hotel „Schloss Weissenhaus“ liegen. Dass die Zahl der Fehlalarme durch Brandmeldeanlagen (BMA) kreisweit steigt und somit zu vielen unnötigen Extraeinsätzen für die Feuerwehren führt, weiß auch Kreiswehrführer Thorsten Plath. „Gerade erst am Osterdienstag hat es wieder einen Fehlalarm in einem Hotel in Timmendorfer Strand gegeben“, berichtet Plath.

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Neue Brandmeldeanlagen in Hotels und Gaststätten lassen Einsatzzahlen nach oben schnellen — Fehlalarme oftmals durch falsche Handhabung ausgelöst.

Die Ursachen sind vielfältig. Häufig schlagen Brandmelder in den Küchen an. Thorsten Plath: „Zum Beispiel dann, wenn Zucker karamellisiert oder Fleisch scharf angebraten wird.“ An neuralgischen Orten warnt Plath deshalb davor, am falschen Ort zu sparen: „Es gibt spezielle Brandmelder, die zwischen Rauch, Hitze und Feuer unterscheiden können. Die sind dann zwar etwas teurer, verhindern aber unnötige Alarmmeldungen.“

Auch bei Arbeiten mit Dampfreinigern rät Plath, die Brandmelder für die Dauer der Tätigkeit abzuschalten. Derartige Maßnahmen seien auch im Interesse der Hoteliers und Gastronomen, denn in der Regel müssten Einsätze bei Fehlalarm von diesen bezahlt werden. „Da können schon mal Beträge zwischen 300 und 600 Euro zusammenkommen“, so der Kreiswehrführer.

Doch nicht immer sind die Ursachen für einen Fehlalarm eindeutig, wie Dieter Küpker, Hoteldirektor im Hotel „Carat“ in Grömitz, bestätigt: „Wir haben erst vor drei Wochen einen Fehlalarm gehabt, dessen Ursache nicht ermittelt werden konnte.“ Wo neue Technik installiert werde, steige zunächst in der Handhabung auch die Gefahr von Fehlerquellen.

Zu der neuen Brandmeldeanlage, die mit der Feuerwehr verbunden ist und im Falle eines Brandes automatisch Alarm auslöst (siehe Infokasten), gebe es jedoch aus seiner Sicht keine Alternative. „Wir wären aufgrund des Bestandschutzes für unser Haus nicht zum Einbau verpflichtet gewesen, haben uns aber bewusst dafür entschieden, um den Gästen ein Höchstmaß an Sicherheit bieten zu können.“

Unannehmlichkeiten für die Gäste, die bei Auslösen des Alarms das Hotel verlassen müssen, bedauere er zwar, jedoch müsse man diese in Kauf nehmen. „Lieber drei Fehlalarme, als dass Menschen bei einem Ernstfall tatsächlich zu Schaden kommen.“

Grundsätzlich hält auch Matthias Drespling die seit 2009 geltenden verschärften Brandschutzauflagen für nachvollziehbar: „Hoteliers und Gastronomen haften hier schließlich für Leib und Leben ihrer Gäste“, meint der Vorsitzende des Dehoga-Kreisverbandes. Einige Hotelbetriebe seien mittlerweile dazu übergegangen, Gäste beim Einchecken Haftungserklärungen unterschreiben zu lassen, sofern diese eigene E-Geräte in den Hotelzimmern benutzen wollen. Drespling: „Insbesondere Geräte aus China entsprechen bei weitem nicht immer den hiesigen Sicherheitsbestimmungen.“

Das Thema Sicherheit beschäftigt viele seiner Berufskollegen. „Wir werden deshalb das Thema in den kommenden Monaten noch einmal ganz groß machen. Es gibt da viel Beratungsbedarf“, kündigt Drespling an.

Von Thomas Klatt

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