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Ostholstein Tunnelgegner feiern mit Hendrick Kerlen
Lokales Ostholstein Tunnelgegner feiern mit Hendrick Kerlen
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13:55 10.10.2018
Feiern mit Hendrick Kerlen (MItte) seinen 80. Geburtstag an Bord: Anette Ustrup Svendsen und Bernd Friedrichs von Scandlines.. Quelle: Gerd-J. Schwennsen
Fehmarn

Strahlend blauer Himmel über dem Fehmarnbelt. Nahezu windstill ist es auf der Ostsee. Die „Schleswig-Holstein“ läuft fahrplanmäßig in Puttgarden ein. Und doch liegt etwas Besonderes in der Luft: Denn unzählige blaue Kreuze säumen an diesem Nachmittag die Gangway zum Fähranleger.

Nur einer ahnt noch nicht, was ihn erwartet: Hendrick Kerlen. Unter einem Vorwand hat Scandlines-Betriebsrat Bernd Friedrichs ihn nach Puttgarden gelockt. Beide plaudern über die feste Beltquerung. Ein Dauerthema für Kerlen, der seit Jahren als Hauptmotor im fehmarnschen Aktionsbündnis auftritt. Als Letzte gehen beide an Bord. Ein fröhliches „Happy Birthday“ schallt dort dem sichtlich verdutzten Kerlen entgegen. Ein paar Tage zuvor ist er 80 geworden. Das wollen rund 40 Mitstreiter im Widerstand gegen den Belttunnel gemeinsam mit ihm feiern.

Gratulanten aus ganz Ostholstein

Die Gäste kommen aus ganz Ostholstein. Kein Wunder: Denn das Aktionsbündnis, das 2019 sein 25-jähriges Jubiläum feiern kann, ist so etwas wie die „Mutter“ aller Initiativen in der „Allianz“, die inzwischen bis nach Lübeck hin gegen das Milliardenprojekt kämpfen. Längst vorbei sind die Zeiten, als die Fehmaraner und Großenbroder für ihren jahrelangen einsamen Aufstand immer wieder belächelt wurden.

80. Geburtstag von Hendrick Kerlen - hier mit Ehefrau Jutta. Quelle: Gerd-J. Schwennsen

„Du bist ein wunderbarer Mensch mit allen Ecken und Kanten“, ergreift Christine Albert, 2. Vorsitzende im Aktionsbündnis, nach dem Überraschungscoup, für den alle tagelang dichtgehalten hatten, als Erste das Wort. Und sie setzt ihre Laudatio fort: „Du bist streitbar, unbequem, klar und offen – ein Gewinn für die Gesellschaft und das Leben.“ Susanne Brelowski von der Allianz ergänzt wenig später: „Ohne Deine Hilfe wären wir untergegangen.“

Ziel: „Den Absenktunnel versenken“

Wer den Diplom- und Wirtschaftsingenieur Kerlen, der mit Ehefrau Jutta in Westermarkelsdorf lebt, gut kennt, wundert sich kaum über den weiteren Verlauf des Nachmittages. „Ich bin überwältigt“, gesteht Kerlen. Und kehrt doch schon bald wieder zu seinem Hauptanliegen zurück. „Das Jahr 2019 wird besonders spannend, aber unser Kampf geht weiter“, verkündet er: „Wir werden uns bemühen, den Absenktunnel zu versenken.“ Sollte dies nicht gelingen, wolle das Aktionsbündnis mit seinen Partnern zumindest einen Bohrtunnel durchsetzen.

Blaue Kreuze, Symbol der „Beltretter“, säumen die Gangway zum Fähranleger. Quelle: Gerd-J. Schwennsen

Vom Aufhören, wie noch vor einige Monaten die Rede war, keine Spur. Christine Albert muss Kerlen sogar bremsen, damit endlich gefeiert werden kann. „Deine Familie, die gesunde Seeluft und das Aktionsbündnis halten dich fit“, betont aber noch Bernd Friedrichs. Und verspricht: „Deinen 90. Geburtstag feiern wir wieder an Bord. Mal sehen, wie weit 2028 dann der Belttunnel vorangekommen ist.“

Gerd-J. Schwennsen

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