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Ostholstein Fehmarn: Endgültiges Aus für Bürger- und Verkehrsverein
Lokales Ostholstein Fehmarn: Endgültiges Aus für Bürger- und Verkehrsverein
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20:13 31.05.2016
„Wir haben große Zeiten miterlebt. Viele waren stolz, in diesem Verein zu sein.“Bernd Friedrichs, Vorsitzender des BVV

Betretene Gesichter im fast leeren Saal, beim Rest-Vorstand ein mulmiges Gefühl, Frust und Ratlosigkeit. Das Aus des einst einflussreichen Bürger- und Verkehrsvereines (BVV) für die Ostseeinsel Fehmarn ist besiegelt. Und die drohende Insolvenz wahrscheinlich abgewendet. Aber so genau weiß das noch niemand.

Gerade mal zwölf von 120 Mitgliedern haben sich aufgerafft. Ausgerechnet an dem Abend, an dem sich entscheidet, ob es noch ein Fünkchen Hoffnung zum Fortbestand gibt. Bis 1938 reichen die Wurzeln des BVV zurück. Doch die versteinerten Mienen am Vorstandstisch sprechen Bände.

Das Quintett ist zum Duo geschrumpft, nur Vorsitzender Bernd Friedrichs und die 2. Stellvertreterin Carin Möller halten noch durch. Sie wollen aber ebenfalls aufhören. Der Rest: Fehlanzeige. Der 1.

Stellvertreter und Veranstaltungsleiter ist verstorben, die Schriftführerin ist weg, der Kassenwart zwar noch im Amt, aber er lässt sich nicht mehr blicken. „Nicht geschäftsfähig“, klagt Friedrichs.

Von den einfachen Mitgliedern springt Klaus Treimer ein – für die Protokollführung sowie finanziell mit Rat und Tat. Das ist auch bitter nötig.

Denn ohne Altstadtfest, Musik am Markt oder im Stadtpark sinken die Einnahmen des BVV gegen Null. Mühsam ist es dem Restvorstand gelungen, überhaupt Einblick in die Kasse zu gewinnen – ohne Bankvollmacht und ohne Kassenwart. Die Kassenprüfer stolpern über drei Konten, von denen niemand so genau mehr weiß, wieso sie aufgesplittet wurden.

Auch sonst attestieren sie „einige Bedenken“, so Ehren-Bürgervorsteher Uwe Hardt. Details mag er nicht ausbreiten. Antworten auf bohrende Fragen sind ohnehin nicht mehr zu erwarten. Es kommt aber noch schlimmer: Das Finanzamt sitzt dem BVV im Nacken. Mit beträchtlichen Forderungen, die das Restvermögen mehr als auffressen. Deshalb wird schon seit Wochen an einem Rettungsanker gebastelt, damit die beiden Getreuen, die noch an Bord sind, am Ende nicht sogar persönlich haftbar gemacht werden. Die wenigen anwesenden Mitglieder spüren: Diesen bitteren Abend vorzubereiten, hat etliche schlaflose Nächte gekostet.

Es ist ein trauriger Abend. Und doch schöpfen die Beteiligten ein wenig Hoffnung. Der Verein, dessen „Dankeschön-Essen“ und Ausschüttungen aus Altstadtfest-Überschüssen einst ein Segen für viele Institutionen waren, wird aufgelöst werden – das ist jetzt klar. Friedrichs und Möller machen bis zur endgültigen Abwicklung weiter, können auf Mitglieder hoffen, die ohne Vorstandsamt helfend zur Seite stehen. Denn niemand weiß, was in den kommenden Monaten noch alles auf den BVV zukommt.

Gerd-J. Schwennsen

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