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Ostholstein Fehmarn Festival Group kehrt zu den Wurzeln zurück
Lokales Ostholstein Fehmarn Festival Group kehrt zu den Wurzeln zurück
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18:20 30.01.2016

Fehmarn Die Vorzeichen standen denkbar schlecht. Das endgültige Aus fürs Hendrix-Revival, ein jahrelanger zermürbender Streit vorm OVG Schleswig, obendrein Frust und Streit unter einigen Mitgliedern: Der Fehmarn Festival Group (FFG) drohte schon die Auflösung. Wider Erwarten geht‘s jetzt doch weiter. Die LN sprachen mit dem neuen Vorsitzenden Werner Feldmann (73) aus Marburg. Da man sich in Rockkreisen duzt, wurde dies beibehalten, um das Gespräch authentisch wiederzugeben.

Das war ganz knapp, oder?

Werner Feldmann: Nein, im Gegenteil, es gab eine überraschend klare Mehrheit dafür, dass die FFG weitermacht.

Hast Du damit gerechnet?

Feldmann: Nein, ich hatte schon gedacht, es wird jetzt nichts mehr.

Und was passierte dann?

Feldmann: Von den 31 stimmberechtigten Mitgliedern haben plötzlich auch einige für das Weitermachen gestimmt, von denen ich das nicht erwartet hatte. Damit war die außerordentliche zweite Versammlung, in der es um die Auflösung der FFG gehen sollte, hinfällig.

Und dann plötzlich Vorsitzender.

Feldmann: Martin Schulte war ja wegen längerer Krankheit zurückgetreten, sein Stellvertreter Manuel Köneking ebenfalls. Einige haben es ihm verübelt, dass er einen Vergleich mit der Stadt Fehmarn geschlossen hat, um das „Konfi- Camp“ in Flügge zu retten.

Hast Du Verständnis dafür?

Feldmann: Ja, dass einige enttäuscht sind, weil er seine Fläche nicht mehr an die FFG verpachtet. Ja aber auch, dass er aus wirtschaftlichen Gründen mit dem Vergleich einen Schlussstrich ziehen wollte. Vielleicht kann man die Art und Weise kritisieren, aber der Kampf um eine Zukunft des Festivals war zuletzt aussichtslos.

Und wie kam es dazu, an die Spitze aufzurücken?

Feldmann: Nur weil die große Mehrheit weitermachen wollte. Bei einer Auflösung hätte ich das nicht gemacht. Ich bin kein Abwickler. Jetzt mache ich das erst einmal, bis der Verein wieder in ruhiges Fahrwasser kommt.

Welche Zukunft siehst Du für die FFG?

Feldmann: Am Wichtigsten ist, dass wir bald wieder Konzerte veranstalten. Dann aber im kleinen Rahmen, im Sommer auf der Wiese oder in Herbst und Winter in der Scheune.

Zum Beispiel?

Feldmann: Es gibt schon erste Ideen. Hilke Hahn-Wolff, die neue 2. Vorsitzende geworden ist, hat ja auf der Versammlung dafür geworben, dass die FFG zu den Wurzeln zurückkehrt.

Wo liegen die Deiner Meinung nach? Gibt es schon Namen?

Feldmann: Wir werden wieder Musik machen, über die ganze Bandbreite. Aber dafür bin ich nicht allein verantwortlich, sondern zusammen mit den anderen, die neu gewählt wurden. Mal seh‘n, wie viel Geld uns nach den gerichtlichen Auseinandersetzungen zur Verfügung steht. Die Bands, die künftig auf Fehmarn auftreten, sollten aber nicht nur aus Norddeutschland oder Skandinavien kommen.

Und was wird aus dem Hendrix-Revival?

Feldmann: Das wird es so nicht mehr geben.

Auch nicht ein „Wacken zwei“, von dem vor ein oder zwei Jahren hinter vorgehaltener Hand öfter mal die Rede war?

Feldmann: Wo sollte das denn stattfinden? Ich sehe auf Fehmarn nirgends eine große Festivalwiese, die geeignet ist.

Was hört Werner Feldmann privat eigentlich gerne?

Feldmann: Richtigen Rock, fast schon Heavy Metal. Und möglichst einen guten Gitarristen auf der Bühne, dann kann es auch gerne ein wenig melodischer sein.

Der neue Vorstand der FFG
Vorsitzender ist Werner Feldmann aus Marburg, der der FFG bereits seit vielen Jahren als Rechtsbeistand verbunden ist. Hilke Hahn-Wolff aus Petersdorf ist jetzt 2. Vorsitzende.

Ihr verstorbener Ehemann Roland „Papa Bear“ Hahn war 2011 für kurze Zeit selber „Präsi“ der FFG. Schriftführerin ist Petra Meyer, Kassenwart Dirk Piel (der einzige vom alten Vorstand).
„Bei einer Auflösung hätte ich das nicht gemacht. Ich bin kein Abwickler.“
Werner Feldmann (73), FFG

Gespräch: Gerd-J. Schwennsen

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