Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Fehmarn: Früherer BFF-Stadtvertreter tritt in SPD ein
Lokales Ostholstein Fehmarn: Früherer BFF-Stadtvertreter tritt in SPD ein
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:23 25.10.2013
Wechselt von der Wählergruppe BFF zur SPD: Gerd Luck. Quelle: gjs

Überraschung in der fehmarnschen Kommunalpolitik: Der frühere Stadtvertreter Gerd Luck ist der SPD beigetreten. Bis zu den Kommunalwahlen saß der Musiker als einziger Mandatsträger der Wählergruppe „Bürger für Fehmarn“ (BFF) im Stadtparlament. Zusammen mit Christiane Stodt-Kirchholtes (Grünen) bildete er eine Mini-Fraktion.

Dadurch genossen die beiden Stadtvertreter bei der Besetzung von Ausschüssen eine sehr viel bessere Ausgangsposition als FDP-Einzelkämpferin Christiane Dittmer. Luck war erst im Juli 2010 für den BFF-Initiator Heino Kühl nachgerückt, der zuvor nach gut zweijähriger Tätigkeit im Stadtparlament aus familiären Gründen sein Mandat niedergelegt hatte.

Bereits unter Kühl bestand die BFF/Grünen-Fraktion. In vielen wichtigen Fragen trat sie in der fünfjährigen Wahlperiode geschlossen auf — und stimmte unter anderem beim Reizthema feste Beltquerung überwiegend gemeinsam mit der SPD.

Bei den Kommunalwahlen im Mai 2013 trat die BFF jedoch nicht wieder an, denn Kühl kandidierte inzwischen als Unabhängiger bei den Grünen auf Listenplatz zwei und wurde neben Stodt-Kirchholtes auch ins Stadtparlament gewählt. Doch schon bald knirschte es. Überraschend verzichtete Kühl, der bereits als stellvertretender Vorsitzender des Stadtwerke- und Hafenausschusses im Gespräch war, auf sein Mandat. Dafür rückte Ulrike Ebeling nach.

Als Einzelkämpfer sah Luck selbst keine politische Chance, auf der Insel noch etwas zu bewirken. „Wir waren 2008 angetreten, weil wir die Spielwiese retten wollten. Doch dieser Zug ist abgefahren — daher hat sich mein Auftrag erledigt“, erklärte er im April im Gespräch mit den LN. Nun ist er in die SPD eingetreten, dort ist er derzeit aber nur einfaches Mitglied ohne politisches Amt.

Von der anfänglich siebenköpfigen BFF-Liste, die 2008 erst sehr kurzfristig in den Kommunalwahlkampf eingestiegen war und — obwohl sie nicht alle Wahlbezirke auf Fehmarn besetzen konnte — aus dem Stand einen Sitz im Stadtparlament eroberte, war Luck ohnehin schon 2010 als einziger Nachrücker übrig. Alle anderen fünf Listenbewerber hatten verzichtet oder wohnten schon gar nicht mehr auf Fehmarn. Die BFF war entstanden aus dem Widerstand gegen den Verkauf der Spielwiese in Burgtiefe.

Ähnlich wie vor einigen Jahren die „Statt Partei“, die mit zwei Wahlperioden allerdings ein längeres Durchhaltevermögen im Stadtparlament hatte als das große Vorbild aus Hamburg, verschwindet damit die BFF aus der Kommunalpolitik. Die Initiative „Pro Fehmarn“, die ursprünglich eigene Kandidaten ins Rennen schicken wollte, trat bei den Kommunalwahlen im Mai dann doch nicht an.

Ihr bisheriger Sprecher Günter S. Lintzen hat inzwischen erklärt, bei der Bürgermeisterwahl 2015 antreten zu wollen — und sich deshalb ganz aus der aktiven Politik von „Pro Fehmarn“ zurückgezogen.

Gerd-J. Schwennsen

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige