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Ostholstein Hausboote: Kreis fordert B-Plan
Lokales Ostholstein Hausboote: Kreis fordert B-Plan
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11:24 10.10.2018
Der Kreis Ostholstein fordert einen B-Plan für die Hausboote im Yachthafen Burgtiefe. Quelle: Gerd-J. Schwennsen
Fehmarn

Das maritime Urlaubserlebnis direkt am Wasser ist beliebt. Ferien auf einem Hausboot boomen entlang der Ostseeküste. Doch für die Vermieter ist das Angebot nicht grenzenlos. Im Yachthafen Burgtiefe droht ihnen notfalls sogar eine „Beseitigungsverfügung“ durch den Kreis Ostholstein.

Denn aus Sicht des Fachbereiches Bauordnung fehlen bislang die bauleitplanerischen Voraussetzungen. Konkret heißt das: Für ein „schwimmendes Haus“, das an einem festen Standort wie in Burgtiefe vermietet wird, muss eine Baugenehmigung beantragt werden. Das setzt aber – wie bei einem Ferienhaus an Land – einen rechtskräftigen B-Plan voraus.

Wohnen auf dem Wasser ist nicht grenzenlos

Bei neuen Häfen, die entlang der Küste entstehen und diesen touristischen Sektor im Auge haben, ist dies meistens geregelt. So verfolgt Fehmarn beispielsweise weiter die sogenannten „Atoll“-Pläne vor Burgstaaken mit Angeboten zum Wohnen auf dem Wasser und sucht dafür einen Investor.

Sportboote und Yachten bleiben – anders als Hausboote – nicht an einem festen Liegeplatz. Quelle: Gerd-J. Schwennsen

Ganz anders sieht es im Yachthafen Burgtiefe aus. Dort liegen am äußersten Rundsteg derzeit sieben Hausboote in unmittelbarer Nähe von Sportbooten. Der kleine Unterschied: Auch Letztere werden oft vermietet, sind aber ständig auf dem Wasser unterwegs. Hausboote gelten laut höchstrichterlicher Entscheidung dagegen als „bauliche Anlagen“. Noch ist aus Eutin keine „Beseitigungsverfügung“ ergangen. Laut Kreissprecherin Carina Leonhardt läuft aber bereits seit August 2017 eine Anhörung. Darin werde ausdrücklich auf die Rechtswidrigkeit des Ist-Zustandes hinwiesen: „Beim Zu-Wasser-Lassen Anfang der Saison muss mit Verfügungen gerechnet werden.“

Der Kreis sei schon vor Jahren tätig geworden, inzwischen ruhe das Verfahren, um die Möglichkeit zur Bauleitplanung zu geben. Das will der Tourismus-Service Fehmarn (TSF) als Betreiber des Yachthafens jetzt in Angriff nehmen. Der Tourismusausschuss hat bereits einer Änderung des B-Planes 119 zugestimmt.

TSF will Ist-Zustand „legalisieren“

Das erspart den Hausbootbesitzern ein langes Klageverfahren. Zum Beispiel Stefan Bode (Stern Hausboot) aus Bisdorf, ausgezeichnet mit dem LN-Existenzgründerpreis: Das 44. Hausboot ist derzeit in Arbeit, der Markt reicht bis Dänemark und demnächst Schweden. In Großenbrode, Heiligenhafen und Burgtiefe erzielt er mit 14 Hausbooten rund 6700 Übernachtungen im Jahr.

Der TSF will aber nicht nur den Ist-Zustand „legalisieren“. Laut Tourismusdirektor Oliver Behncke gibt es zusätzliche Nachfragen für zwölf weitere Liegeplätze am nordöstlichen Ende des Rundsteges. Damit wären gerade mal 19 von 588 Liegeplätzen für Hausboote erlaubt, hält er den Kritikern entgegen, die das Angebot begrenzen wollen. Der TSF kalkuliert mit jährlich etwa 32 000 Euro Mehreinnahmen durch Liegeplatzgebühren sowie Tourismus- und Kurabgabe bei einer Auslastung an 150 bis 170 Tagen im Jahr. Bis Ende Oktober müssen die Hausboote ins Winterlager.

Derzeit liegen sieben Hausboote im Yachthafen Burgtiefe. Quelle: Gerd-J. Schwennsen

Aus Sicht des Kreises Ostholstein gilt ein B-Plan als einziger Ausweg. Stefan Bode verweist darauf, dass in Brandenburg per Gesetz jetzt eine Gleichstellung von Sportbooten und Hausbooten angestrebt wird. Doch so lange möchte er in Ostholstein nicht warten, bis vielleicht in einigen Jahren auch in Schleswig-Holstein auf B-Pläne für Hausboote verzichtet werden könnte. Bode stimmt der Überplanung zu, um für die nächste Saison Rechtssicherheit zu haben.

Gerd-J. Schwennsen

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